Leserbriefe

Subversiv Widerstand leitsten

Rudolf Ogiermann:Die Sache mit demSternchen; Medien 3. Juli

Beim Staatsfunk sind offenbar zahlreiche grammatikalische Analphabet_Innen unterwegs, die keine Ahnung vom generischen Maskulinum haben, welches selbstverständlich alle Mensch*innen umfasst. Übrigens gibt es auch das generische Femininum, Zum Beispiel dürfte „die Lusche“ oft männlich sein. In meiner Jugend wussten die Studentinnen jedenfalls, dass es beim Studentenwerk auch für sie Buden gibt, nicht nur für Studenten. Heute heißt es Studierendenwerk. Dies ist wenigstens weniger albern als die Verwendung des x, welches die politische Korrektheit ins Unermessliche steigert, da Moderator_innen ja schließlich auch divers sein könnten. Daher schlage ich den Begriff Moderatx für diesen Personenkreis vor. Bald springen die Kirchen auf diesen Zeitgeistunfug auf und sprechen von Gottx statt von Gottvater. Lustig ist dieses Neusprech nur begrenzt, da es die Sprache nicht nur unleserlich macht, sondern auch eine Demonstration der metapolitischen Macht sein soll, ähnlich wie die Sprachvorschriften bezüglich ethnischer Gruppen. Ich hoffe, viele Journalistierende leisten dem Gender-Neusprech subversiv Widerstand. Denn wer die Sprache beherrscht, beherrscht das Denken.

Dr. Maximilian Breitschaft

München

Schon lange vermisse ich die weibliche Sprachform bei den Verkehrsdurchsagen von „Bayern 1“. Korrekt müsste es z. B. heißen: „Achtung Autofahrerinnen und Autofahrer auf der A 95. Zwischen den Ausfahrten Wölfinnenratshausen/Wolfratshausen und Fürstinnenried/Fürstenried kommt Ihnen eine Geisterfahrerin oder ein Geisterfahrer entgegen!“. Vielleicht überhöre ich das aber auch nur, weil ich meine Lautsprecherinnen und Lautsprecher meist nur wenig aufdrehe.

Stefan Hartmann

München

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