Den Nagel auf den Kopf getroffen

„Begleitendes Getöse“; Fernsehen 23. Juni

„Das Problem mit der Hintergrundmusik dürfte weniger an der Lautstärke liegen, sondern dass überhaupt Sprechszenen mit Musik hinterlegt werden. Das ist meines Erachtens völliger Unfug. Die Qualität der schauspielerischen Leistung wird nicht gesteigert, wenn der gesprochene Text durch die Musik massiv gestört bzw. vom Zuschauer schlecht verstanden wird.“ Dieter Heinzel Eichenau „In Ihrem Artikel geht es um zu laute Hintergrundmusik im Fernsehen. Ja, es stimmt, die Hintergrundbelästigung beim Fernsehen nimmt zu und die Verständlichkeit leidet. Daher sehe ich schon lange kein Privatfernsehen mehr, denn das mutiert immer mehr zum Werbe-Nerv-Fernsehen. Leider macht das Phänomen des Hintergrundlärms nicht beim Fernsehen halt. Schalten Sie doch mal das Radio ein. Nein, auch hier nicht die Privatsender. Die verhalten sich so wie die privaten Fernsehsender. Schalten Sie mal Radio Bayern 3 ein. Da kommt man sich doch vor, wie mitten in einem Computerspiel. Ständig kracht es, wummert es, zischt es, krabuummm! Mindestens fünf bis zehn Mal pro Stunde werden wir auch noch verbal daran erinnert, welchen Sender wir gerade hören. San mir alle dement und deppert? Dann Wetterbericht, Verkehrsfunk. Oder Telefon-Interviews. Alles mit Geräuschen im Hintergrund. Ja geht’s noch? Was soll das? Wo ist der Nutzen? Bayern 1 war mal nicht so lärmverseucht. Doch inzwischen ist man dort auch auf den Lärm gekommen. Ist (Sprach-)Verständlichkeit im Radio nicht ein anzustrebendes Ziel? Früher gab es immer mal wieder atmosphärische Störungen, die die Verständlichkeit beeinträchtigt haben. Nun sind es die Sender selbst, die ihre Verständlichkeit beeinträchtigen. Ich frage mich nur: Wozu und wem dient diese permanente Lärmverseuchung?“ Sighart Seidel Steinhöring „Mit diesem Beitrag von Ihrer Redakteurin Melanie Brandl haben sie sehr vielen Zuschauern sicherlich aus der Seele gesprochen. Die Feststellung Ihrer Leserin Frau Holtzmann, ,die Hintergrundmusik ist nicht mehr zu ertragen‘, kann ich nur voll bestätigen. ,Fernsehen wird richtig anstrengend.‘ Man sucht ja als erstes die Schuld bei sich oder dem Fernseher. Ich habe mein Gehör daraufhin prüfen lassen, ohne Befund, ein neuer Markenfernseher wurde gekauft, das Problem kann auch mit der im Artikel empfohlenen Raumklang-Einstellung nicht gelöst werden. Wenn die jugendlichen, talentierten Schauspieler beispielsweise in der ARD-Serie ,Verbotene Liebe‘ ihre Texte auch noch runterrasseln und dann noch lispeln, und meistens auch noch dabei essen und vom Bild abgewendet sprechen, dann wird es Fernsehen zum ausschalten. Als mündiger Beitragszahler schlage ich vor, eine öffentliche Befragung von einem geeigneten Meinungsforschungs-Institut in Auftrag zu geben und eine online-Bewertung der Schauspieler und der Sendungen vorzunehmen. Vielleicht ist es auch ein Thema für den Wahlkampf, damit die Verantwortlichen endlich begreifen, dass diese Zumutung nicht länger tragbar ist.“ Franz Totzauer Gröbenzell „Auch mich und viele Andere auch, stören diese unnötigen, viel zu lauten Hintergrundgeräusche bei Rundfunk- und Fernsehübertragungen. Ich meine, dass es oberste Pflicht und Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen sein müsste, für einwandfrei verständliche Sendungen zu sorgen und nicht den neumodischen, unsinnigen Krampf der Übrigen mitzumachen.“ Alfred Schmidt Holzkirchen „Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele, denn was Cheftonmeister Elmar Hergenröder von sich gibt, ist nicht nachvollziehbar. Ich glaube eher, dass eine Generation der bereits ,Disco-Hörgeschädigten‘ beim Fernsehen den Ton angibt, und deshalb nicht erkannt wird, wenn die oft überflüssige Hintergrundmusik viel zu laut ist.“ Renate Regazzoni Dachau „Die drei Tontechniker sollten sich mal ältere Filme, zum Beispiel ,Das Halstuch‘ oder ,Stahlnetz‘ und so weiter anschauen. Damals gab es lange nicht so viel Hintergrundmusik und die Schauspieler hatten eine ordentlichere Aussprache. Die Spannung war deshalb nicht geringer. Der ganze Musikhintergrund und Einheitstongeräusche sind lieblos dazugemischt. Am tollsten finde ich es, wenn bei einer bayerischen Dokumentation englische Musik eingespielt wird oder bei Aufnahmen im Wald laute Musik nur stört. Es grenzt schon an Unverschämtheit, wenn dann die Schuld auf den Fernseher oder womöglich auf schwerhörige Zuschauer geschoben wird. Ich selbst habe immer das neueste High-Tech-Gerät und war kürzlich beim Hörtest (keinerlei Probleme) – dennoch verstehe ich so manches Wort nicht. Auch in meinem Bekanntenkreis ist das so.“ Gerhard-Hermann Schütz Baldham „Mit großer Befriedigung haben wir Ihren Artikel gelesen. Endlich einmal ein wahres Wort zu diesem Thema – wenn es auch keine Änderung des sehr großen Problems verheißt. Es ist halt so, und wir – die zahlenden Zuschauer – müssen uns mit diesem Dilemma abfinden. Ist das wirklich so? Leider ist die geschilderte laute Hintergrundmusik nicht nur bei Filmen zerstörend für die Sprache, man erfährt kaum noch den Hintergrund der Handlung. Es ist das Gleiche bei Kultursendungen, Reisebeschreibungen etc. Auch handelt es sich nicht nur um die privaten Sender, da wir nur das erste, zweite und drtte Programm anschauen. Es ist eine Katastrophe! Die ganze Lust und Freude an einer guten Sendung wird uns vergällt – und dafür muss man auch noch zahlen! Warum hauen die Rundfunkanstalten neuerdings nach den Sendungen – Nachrichten und andere – überlaut ihre eigene Reklame hinein, dass einem Hören und Sehen vergeht? Ich habe diesen Sender bewusst eingestellt und benötige keine Bestätigung. Ein Brief an den Bayerischen Rundfunk brachte uns auch keine Klärung bzw. Änderung. Auch hier wurde auf die unterschiedliche Hörmöglichkeit bzw. -Gewohnheit hingewiesen – und dass man sich damit abzufinden hat. Wird hier der Jugend der Hof gemacht – und die ältere Generation ins Abseits gestellt? Ist das noch Dienst am zahlenden Kunden? Man kann uns auch nicht darauf verweisen, dass man alte Geräte benutze und diese nicht der neuen Technik entsprechen. Unser Gerät ist drei Jahre alt und hat bis zum Einbrechen der ,künstlerischen Verbesserung‘ der Sendungen hervorragend funktioniert. Wie übrigens stets in den vergangenen 50 Jahren. Vielleicht sollten alle verärgerten Zuschauer in einen Zahlungsstreit treten?“ Theresa M. Hellhake Taufkirchen

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