Weitere Stimmen zum ADAC

Man sollte den ADAC nicht allgemein in die Ecke stellen, die Gelben Engel machen einen sehr guten Job.

Wenn aber die Autobosse Selbstachtung und Rückgrat hätten, würden sie die kürzlich erhaltenen Auszeichnungen umgehend zurückgeben. Wir werden sehen.

Peter Pagnin München

Die hilflosen Riesen? Ja, es ist traurig, oder besser gesagt, es war nur eine Frage der Zeit, bis der letzte Riese sein Saubermann-Image verloren hat. Man reiht sich ein in die Reihe der sogenannten Riesen. Hilflos allerdings wirkt das Ganze nicht, im Gegenteil. Hinter all diesen betrügerischen Machenschaften steckt anscheinend ein System. Erst waren es die Banken, die den Libor (Referenzzinssatz im Interbankgeschäft) zu ihren Gunsten manipuliert haben. Dann folgten Stahlproduzenten, Zementfabrikanten, Telefongesellschaften und und und. Zuletzt wurden einige große Brauereien zu einem Bußgeld in Millionenhöhe vom Kartellamt verdonnert, welches mit einem Lächeln aus der Portokasse bezahlt wurde. Hatte man doch vorher über Jahre hinweg den Verbraucher mit verbotenen Preisabsprachen abkassiert. Und nun der ADAC mit gefälschten und manipulierten Zahlen. Wer profitiert von all den Tricksereien und Betrügereien eigentlich? Mit Sicherheit nicht die Verbraucher. Sie werden immer wieder getäuscht und betrogen. Strafrechtliche Konsequenzen für die Täter: Fehlanzeige. Es heißt dann lapidar, Michael Ramstetter ist der alleinige Verantwortliche für die Manipulationen und nimmt seinen Hut. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, was sich in dem Hut befand, den man locker nimmt und sich in den wahrscheinlich vergoldeten Ruhestand verabschiedet. Ich bin seit 35 Jahren ADAC-Mitglied und werde es auch bleiben. Schwarze Schafe gibt es überall. Man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Horst Bergmann Oberhaching

Ja, ja, der ADAC! Unsere Kündigung erhielt der ADAC schon vor mehreren Jahren, als uns klar wurde, dass der ADAC nur Personen, aber keine Kraftfahrzeuge gegen Pannen versichert. Der Fall: Es ergibt sich, dass nur ich Mitglied im ADAC bin. Unser Kfz ist auf meine Frau und mich zugelassen. Ereilt nun meine Frau auf ihrem Weg zur Arbeit eine Panne, so wäre sie nicht versichert, das heißt kein kostenloses Abschleppen oder Pannenbeheben. Darum auch die auffallend oft ins Haus flatternden Angebote des ADAC für eine teurere Familienversicherung. Alles Protestieren half nichts, dann: Kündigung. Merkwürdigerweise waren bis jetzt die meisten Leute, welche wir auf dieses Problem angesprochen hatten, nicht unserer Meinung. Dies ist vielleicht oder sogar bestimmt der Grund für die unglaublich hohe Mitgliederzahl von 19 Millionen. Oder ist auch diese Zahl geschönt? Nochmals: Im Gegensatz zum ADAC-Vorstand haben nicht meine Frau und ich eine Panne, sondern unser Kfz. Die Alternative: Mobilitätsgarantien bieten alle Werkstätten und Kfz-Versicherungen für 10 bis 15 Euro an. Da wird man dann wahrscheinlich auch vom ADAC abgeschleppt, aber eben von den richtigen Gelbe-Engel-Mitarbeitern, gegen die sich unser Brief in keinster Weise richtet und die im Gegensatz zur ADAC-Führung saubere, ehrliche und wahrscheinlich schlecht bezahlte Arbeit abliefern.

Bernhard und Christine Hußong Karlsfeld

Wer soll bei den unzähligen Statistiken, mit denen wir permanent konfrontiert werden, wem noch trauen? Wer schenkt uns wirklich reinen Wein ein? Es wird mehr manipuliert, getrickst und gelogen, als wir uns das vorstellen können. Die Frage, die sich bei derartigen Vorfällen immer wieder stellt: Warum machen sie so was? Bestechung? Machtgeilheit? Arroganz? Selbstherrlichkeit usw. usw.? Ein psychologisches Gutachten über Herrn Ramstetter wäre da sehr aufschlussreich, welcher Teufel ihn aus welchem Grund geritten hat. Aber vielleicht ist das nur die Spitze eines riesigen Eisbergs, wobei das Muster dieser Tricksereien immer dasselbe ist (siehe Deutsche Bank mit dem Libor-Skandal oder die gefälschten Daten zum Klimawandel). Wenn Firmen zu groß und mächtig werden, bleiben Skandale in der Regel nicht aus. Für mich ein Fall für die NSA, die mit ihren Spähprogrammen diesen Tricksern auf die Finger schauen und hauen sollte. Und noch einen Weisheitsspruch sollte man an dieser Stelle nicht vergessen: Der Fisch stinkt immer vom Kopf her! Quo vadis ADAC?

 Peter Mühlberger München

Wie arrogant dürfen die Spitzenkräfte im ADAC überhaupt sein, wenn man vor vier Tagen die Mitteilung über die Mauschelei bei dem Ergebnis für den Gelben Engel in der Presse als vollkommen unsinnig darstellt und nach der Feststellung der groben Unregelmäßigkeit die gesamte Bevölkerung um Entschuldigung bittet. Was sollen die Bürger und vor allem die Mitglieder des größten Vereins in Deutschland entschuldigen? Dass Führungskräfte mit dem Ergebnis der Umfrage nicht zufrieden waren oder dass bei der korrekten Darstellung der Befragung das notwendige Geld von VW nicht gekommen wäre? Ob das nun Betrug ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber das Auftreten einiger Führungskräfte bei der Berechnung der Erträge, die die Bundesrepublik bei der Einführung der Maut erhalten würde, das kann man nach diesem geschönten Ergebnis sehr wohl beurteilen. Es stellt sich eigentlich nur die Frage, von wem der ADAC für diese infamen Berechnungen bezahlt wurde.

Paul Obenberger Steinhöring

Bezüglich der massiven Gegnerschaft des ADAC gegen die Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland sei Folgendes anzumerken: Herr Karl Obermair war 13 Jahre lang Mitglied der Geschäftsführung des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs (ÖAMTC), ehe er 2003 zum ADAC wechselte. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Siegfried Schmidbauer Eichenau

Einen solchen Aufschrei der Empörung hatte ich eigentlich bei dem Dauer-Abhören der NSA, bei den Pflegemissständen usw. erwartet. Offenbar ist jetzt der ADAC dran, da man solche Manipulationen dort nicht erwartet hätte. Wenn der Ausgang der Wahl aber auch ohne „Schönung der Zahlen“ gleich ist und VW nicht vor anderen Herstellern bevorzugt wurde, kann ich nur vermuten, dass dieses Aufblasen der Stimmen der geringen Zahl der Mitglieder, die sich beteiligt haben, geschuldet ist. So sind etwa 3.500 Stimmen für „Deutschlands liebstes Auto“ bei 19 Mio. Mitgliedern ja auch beschämend. Es scheint typisch Deutsch zu sein, das Kind dann gleich mit dem Bade auszuschütten. Was hat die Fälschung der Abstimmerzahlen mit der Aufdeckung von Sicherheitsmängeln in Tunneln zu tun? Oder wollen die Leute mit solch überzogener Kritik lieber in „todsicheren“ Tunneln fahren? Ich glaube ohnedies, dass die meisten Mitglieder großen Wert auf den Service - sowohl beim Pannendienst als auch bei Urlaubsvorbereitungen - legen. Was also soll dieses Verdammen und in Zweifel ziehen von allen Angeboten? Man sollte jetzt auf genaue Überprüfung der Angelegenheit drängen und bis zum Ergebnis stillhalten. Ich bin sicher, dass der ADAC - nach der Aufklärung der Sache durch neutrale Personen - wieder das gleiche Vertrauen verdient wie vorher. Ich jedenfalls entscheide den Kauf meines Autos nicht nach irgendwelchen Abstimmergebnissen in Zeitschriften.

Gunar Ehrhardt Starnberg

Martin Prem und Christian Deutschländer: „Der hilflose Riese“; Im Blickpunkt 21. Januar 

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