Profi-Täterbanden

Sebastian Dorn und Tobias Scharnagl: Das verletzte Dorf; Im Blickpunkt 6. Dezember

Zu dem brutalen Überfall in Königsdorf verwundert es mich schon etwas, dass von Ermittlerseite noch kein Wort dazu gefallen scheint, hier eben auch mit professionellen Einbrecherbanden zu tun zu haben. Vor einiger Zeit habe ich eine Reportage gesehen, in der eben solche Überfälle an Bundesbürgern Thema waren, die mit äußerster Brutalität ablaufen und im vollen Bewusstsein der Täterbanden, dass die Opfer dabei zu körperlichem Schaden kommen. Im Gegensatz zu üblichen Einbrechern, die dann zuschlagen, wenn sie sich ungestört wähnen, legen es solche Banden darauf an, ihre Opfer zu überraschen und mit Druckmitteln gegen sie noch mehr Beute zu machen - Depots von versteckten Wertgegenständen oder Bargeld im Haus zu erfahren. Dabei ist es den Einbrechern vollkommen egal, ob ihre Opfer den Raubzug überleben oder nicht. Solche Vorfälle hat es in anderen Bundesländern schon längst gegeben, man geht von organisierten Einbrecherbanden aus Ostblockländern aus, die ihre Opfer und das Umfeld vorher auskundschaften und dann nachts zuschlagen, mit Präferenz auf allein stehende und ältere Leute. Das Ganze ist ein weiterer Punkt, den uns die viel gelobte Freizügigkeit des Schengenraumes eingebrockt hat, dass wir nun organisierte Einbrecherbanden in Deutschland haben, die neuerdings Bayern als lohnendes Beutegebiet zu entdecken scheinen. Die Polizei tut gut daran, sich mit ihren Kollegen in den anderen Bundesländern kurzzuschließen und sich die Fälle von dort anzuschauen.

 Manuela Pinggèra Mittenwald

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