Familien ausreichend fördern

Aglaja Adam und Hanna von Prittwitz: Die Klassische Familie – ein Auslaufmodell?; Im Blickpunkt 2. Januar

Wir sollten uns eher weniger mit der Frage beschäftigen, ob die traditionelle Ehe ein Auslaufmodell ist oder nicht. Vielmehr sollten wir hinterfragen, ob die Politik alles dafür tut, damit Familien, egal ob mit Trauschein oder nicht und insbesondere mit Blick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ausreichend gefördert werden oder nicht. Hier kann man auf Basis der harten Fakten nur zu dem Ergebnis kommen „nein“: Geburtenrate trotz leichten Anstiegs zuletzt immer noch klar unter 1,5 („wir schaffen uns ab“), (Klein-)Kinderbetreuung immer noch vollkommen ungenügend, Politiker und Unternehmen wiederholen gebetsmühlenartig, dass unsere Volkswirtschaft nur erfolgreich in die Zukunft geführt werden kann, wenn Ausländer ins Land geholt werden, ein schreckliches Armutszeugnis, prekäre wirtschaftliche Verhältnisse bei alleinstehenden Müttern mit kleinen Kindern entwickelt sich besorgniserregend, etc.. Dabei wäre es so einfach: Ein Blick auf Nachbarn (skandinavische Länder, aber auch Frankreich) zeigt, dass es eine klare Korrelation gibt zwischen Geburtenrate (in den genannten Ländern knapp unter respektive über 2!) und (Ganztags-)Betreuungsangebot für Kinder (jeden Alters), die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie mit Kindern ist gegeben, somit wird auch einer Altersarmut (im wesentlichen bei Müttern) vorgebeugt. Zum Ehegattensplitting: Der Weg muss auch bei uns zum Familiensplitting gehen, steuerliche Entlastung in dem Maße, wie Kinder vorhanden sind. Die Kritik am aktuellen Ehegattensplitting in Deutschland ist insoweit berechtigt, als dass hier ja auch kinderlose Ehen deutlich entlastet werden, bei denen ein Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere (je höher das Einkommens des Mehrverdienenden, je höher die Entlastung). Schließlich: Zu einer integrierten Betrachtung gehört auch die Beantwortung der Frage, inwieweit die steuerliche Förderung von eigenem Wohnraum wieder eingeführt werden sollte, in Zeiten, in denen Geld nichts mehr wert ist (das dürfte dauerhaft so bleiben, solange die EZB -notgedrungen- an der Politik billigen Geldes festhält, um Pleiten ganzer Eurostaaten abzuwenden), bei gleichzeitiger Umkehr des Trends der Abschaffung von Wohnungen mit Sozialbindung. Also: Wir brauchen ein Gesamtpaket, die Politik versagt hier seit gefühlten Jahrzehnten auf ganzer Linie. Warum? Weil es ganz offensichtlich keine echte Strategie für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft gibt, sondern auf Bundes- und Landesebene nur suboptimale „Ressort-Flickschusterei“ im Vordergrund steht. Hoffentlich lesen Wählerinnen und Wähler in Deutschland mit Blick auf das Wahljahr 2017 einmal Wahlprogramme der Parteien etwas genauer als bisher! Seit Jahrzehnten wählen wir Wähler/innen eine Politik, die konsequent Reiche/Vermögende immer reicher macht, gleichzeitig immer mehr Menschen an den Rand der Existenz drängt. Das muss endlich aufhören. Wenn jemand Geld für einen Politikwechsel in eine neue, sozial ausgewogene und volks- und betriebswirtschaftlich sinnvolle Richtung hat, dann ist es Deutschland. 

Lothar Hiese Bad Heilbrunn

Die Steuergesetze sind jedem bekannt. Für diejenigen,die nicht heiraten wollen, (wir brauchen das Papier nicht) brauchen auch die Gesetze nicht geändert werden. Wenn sie davon profitieren wollen, sollen sie sich „das Papier“ besorgen! Genauso verhält es sich auch mit den Hilfen für Alleinerziehende: Mit wenigen Aus- nahmen verzichten Sie bewußt auf einen Partner und fordern immer mehr von der Allgemeinheit! Dabei vergessen Sie, daß sie schon sehr viel Unterstützung (z.B. Miete) erhalten, die auch junge Familien brauchen könnten Für mich ist das alles sehr egoistisch! 

Maria Müller Unterhaching

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