Leserbrief

Merz’ anderes Gesicht

Reinhard Zweigler: Der freundliche Herr Merz;Im Blickpunkt 12. November

In seiner Heimatstadt geißelt Herr Merz also am 10. November 2018 wieder Deutschlands Zögern hinsichtlich der EU-Reformpläne von Emmanuel Macron und ruft: „Auf wen wollen wir eigentlich noch warten?“ Zwei Tage vorher hat er sich bei Unionspolitikern von Solidarisierungsplänen distanziert. Wenige Wochen vorher hat er den Aufruf „Für ein solidarisches Europa“ unterschrieben, in dem unbegrenzte Solidarität nach Macrons Vorschlägen gefordert wird; ein Aufruf, der von den ehemaligen SPD-Granden Eichel, Rürup und Zypries mitunterschrieben wurde. Zitat: „Dazu müssen wir zu echten Kompromissen bereit sein, auch zu deutschen finanziellen Beiträgen.“ Solidarische Haushalts- und Arbeitsmarktpolitik bis hin zu einer europäischen Arbeitslosenversicherung. Selbst Merkel ist nicht so weit nach links gegangen. Trotz ihrer Sympathien für Macron hat sie bei diesen Vorschlägen gezögert und hielt sie für die CDU für nicht zumutbar: Ein solidarisches Europa, in dem Frankreich sagt, wo es langgeht, und die Deutschen die Zahlmeister sind. Mit seiner Gesinnung sollte Merz besser den SPD-Vorsitz übernehmen, bevor er den Sinkflug der CDU beschleunigt.

Axel Stark

Gmund

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