2 Leserbriefe

Lieblingsfeind E-Mobilität

Corinna Maier und Georg Anastasiadis: „Der Osten hängt noch immer am Tropf des Westens“, Interviewmit Hans-Werner Sinn; Im Blickpunkt 12./13. Oktober

Es ist interessant zu sehen, wie schnell Herr Sinn im Interview über die ökonomischen Fehler der Wiedervereinigung zu seinem jetzigen Lieblingsfeind gelangt, der E-Mobilität. Dabei betrachtet Herr Sinn mit dem CO2-Argument lediglich einen einzigen Parameter von vielen, und selbst dieser eine löst sich in Luft auf, wenn man kleine E-Autos betrachtet und nicht das dafür eher ungeeignete obere Luxussegment (etwa Tesla oder Audi e-tron). Es ist bedauerliche Tatsache, dass die großen deutschen Autobauer nicht willens sind, kleine E-Autos zu vermarkten. Aber diese Unwilligkeit nun als Argument gegen E-Mobilität generell zu verwenden ist in höchstem Maße absurd. Als Fahrer eines kleinen E-Autos (zwangsläufig leider japanisch) kann ich leicht nachweisen, dass ich sowohl ökologisch wie auch ökonomisch deutlich günstiger unterwegs bin als jeder Verbrenner. Es scheint sich also wieder einmal zu bestätigen: Physikalisch-technische Zusammenhänge sind so manchem Nationalökonomen offenbar nur sehr schwer vermittelbar.

Dipl.-Phys. Herwig Höfner

Walchensee

Die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland, wie sie im April 1991 durch einen Briefwechsel zwischen Bundespräsident von Weizsäcker und Bundeskanzler Kohl festgelegt wurde, hat nicht wesentlich dazu beigetragen Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland zu bringen. Nichts verbindet Menschen aber mehr als eine eingängige Melodie mit einem Text, der zu Gemüte geht und zum Nachdenken anregt. Um den Klimawandel, die in Bedrängnis geratene Autoindustrie und der damit verzweifelten Suche nach einem Energieträger der maßgeblich dazu beitragen würde die Zukunft etwas rosiger aussehen zu lassen aber vor allem das zunehmende Erstarken rechtsradikaler Gruppierungen wieder in den Griff zu bekommen, bedarf es einer Politik, die Akzente setzt, und die Menschen nicht nur in Deutschland wieder mit Hoffnung und Selbstvertrauen erfüllt. Und was würde sich in unseren höchst brisanten Zeiten zu Beginn besser eignen als ein neu komponiertes Deutschlandlied, das die Singenden animiert mit Freude im Herzen nach Einigkeit, Recht und Freiheit zu streben diesmal aber nicht für das deutsche Vaterland alleine, sondern für alle Länder der Welt, in denen Väter, Mütter und deren Kinder zu Hause sind.

Der Nationalökonom Hans-Werner Sinn würde vielleicht beim Gesang des bald zum Ohrwurm gewordenen Liedes nicht mehr vom Westen als dem Tropf des Ostens denken, sondern sich einen Vers aus dem PATER FILUCIUS von dem Dichter und Maler Wilhelm Busch durch den Kopf gehen lassen: Und so muß er denn empfinden, Daß zuletzt die böse Tat Für den Übeltäter selber Unbequeme Folgen hat.

Michael Bergmann

Garmisch-Partenkirchen

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