Leserbrief

Mitentscheidend ist der ungebremste Anstieg der Weltbevölkerung

Energiewende: Warum sich Deutschland verrechnet; Im Blickpunkt 14. Oktober

Energiewende: Warum sich Deutschland verrechnet; Im Blickpunkt 14. Oktober Danke für diesen Artikel, der die regierungsamtlich geplante „Dekarbonisierung“ unseres Industriestaates als nicht realisierbar darstellt! Was mich nur wundert, ist, dass die Schädlichkeit des Klimagases CO2 (das ist das Gas des Lebens, ohne das es kein Leben auf dieser Erde gäbe) von meinen Physikerkollegen als gegeben vorangestellt wird. „Der Ausstoß von CO2 steigt weltweit stetig an, was fortschreitend zur Klimaerwärmung führt. Dafür liegen inzwischen überwältigende wissenschaftliche Ergebnisse vor.“ Ist den Physikerkollegen nicht bekannt, dass bereits 2017 Prof. em. Lindzen, ein renommierter Atmosphären-Physiker des Massachusetts Institute of Technology (Elite-Universität der USA), eine Petition initiiert hat, die inzwischen weit mehr als 300 Wissenschaftler mitgezeichnet haben, welche Präsident Trump aufforderte, aus dem Klimaabkommen des UNFCCC auszusteigen, was er getan hat. Ich könnte noch zahlreiche weitere Quellen aufzählen, die ebendiese Meinung vertreten, kann das aber im Rahmen eines Leserbriefes nicht tun. 

Dr.-Ing. Bernd F. Müller München



Die Industrie-Energiewende muss beginnen! Die energieintensive Industrie muss mit der Energiewende anfangen, sonst wird es nichts mit den GroKo-Klimazielchen, das wird aus dem Artikel deutlich. Es ist im Klimapacketchen die CO2-Abgabe so niedrig angesetzt worden, um die energieintensive Industrie nicht so zu belasten. Das Märchen, man würde es deshalb machen, weil man die sozial Schwachen nicht so belasten will, ist ein vorgeschobener Grund, von dem die Industrie am meisten profitiert. 

Stephan Philipp München



Alle, die im Hinblick aufs Klima meinen, es sei fünf vor Zwölf oder fünf nach Zwölf, mögen sich beruhigen. Was ist denn, grob gesagt, passiert? Wir hatten bis ca. 1850 eine Kaltzeit, nach der die Globaltemperatur langsam angestiegen ist, ein bisschen über 1 Grad. Seit 20 Jahren ist dieser Aufwärtstrend gestoppt und die Globaltemperatur sinkt wieder leicht ab. Ein normaler klimatischer Vorgang, mit dem der Mensch zurecht kommen kann. Wo ist also das Problem? Das Problem sind bestimmte Leute, die Interesse daran haben, den Klima-Hype hoch zu halten, einen Hype, hinter dem wahrscheinlich mehr steckt als die Sorge ums Klima. Volker Feik Schongau Ich gratuliere den Autoren zu dem Gastbeitrag, dem ich uneingeschränkt zustimme. Und ich schätze es sehr, dass der Münchner Merkur entgegen dem Mainstream diesem sehr ernst zu nehmenden Problem eine so große Bedeutung beimisst. Ich selbst habe mich beruflich viele Jahre mit dem Thema Energiewende und Alternativen zur konventionellen Energieerzeugung beschäftigt und würde gerne meine ergänzende Meinung in einem Leserbrief kund tun. Deutschland hat sich nicht verrechnet, sondern die Bundesregierung hat Energiewende schöngerechnet. Der ausbleibende Rückgang der CO2-Emissionen war vielen Experten bereits vor der Einleitung der sogenannten Energiewende klar. Ein reeller und ganzheitlicher Blick auf die Energieversorgung hätte genügt. Trotzdem und wider besseren Wissens schlug die Bundesregierung unter Beifall der Grünen diesen Weg ein. Finanziert über die EEG-Umlage wurden und werden weiterhin mit marginalem Ergebnis gigantische Geldmengen in den Ausbau von Fotovoltaik und Windenergie gepumpt, während für Forschung und Entwicklung viel zu wenig Mittel bereitgestellt werden. Mit dem eingeschlagenen Weg lassen sich Klimaschutzziele, wenn überhaupt, nur durch Deindustrialisierung erreichen. In einem dicht bevölkerten Industriestaat wie Deutschland sind Massenarbeitslosigkeit und Armut die Folge. Können wir so den Herausforderungen der Zukunft begegnen? Und wollen wir den nachfolgenden Generationen diese Perspektive geben? Sicher nicht! Statt krampfhaft weiter Alternativen zu verfolgen, die keine sind, sollten wir zum einen der Forschung und Entwicklung wesentlich mehr Bedeutung beimessen und Maßnahmen umsetzen, die eine sofortige und echte Reduzierung der Treibhausgasemissionen bewirken. Neben der Energieeinsparung sehe ich in der Nutzung von Erdgas und Biogas im KFZ ein viel größeres Potenzial als in der Elektromobilität. Vor allem jetzt auf der Stelle und nicht irgendwann vielleicht mal. 

Robert Schrödl Niederhummel

Drei Physikprofessoren aus der Kernenergiebranche wollen uns davon überzeugen, dass der Ausbau von erneuerbaren Energien das CO2 Problem nicht lösen werden. Das wird durch eine Abbildung belegt, die zeigt, dass die CO2 Emission in der BRD seit 2009 konstant geblieben ist, trotz, das wird unterstellt, dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Dass ohne diesen Ausbau die Kurve massiv angestiegen wäre, lässt man unter Tisch fallen. Wieviel CO2 dadurch eingespart wurde, kann man ganz leicht ausrechnen, statt dessen wird nur eine wenig aussagekräftige 100 % Kurve gezeigt. Dann wird behauptet, dass 12 % weniger Kraftstoffverbrauch mehr Energie einsparen würde, als alle Windkraftanlagen zusammen in einem Jahr liefern. Die Autoren haben wohl veraltete Zahlen verwendet, in Wikipedia kann man nachlesen, dass Windkraftanlagen 2018 ca 110 TWh produziert haben, 12 % weniger Benzin würde aber nur 70 TWh ergeben. Das zeigt aber nicht, wie wenig die Windkraft erzeugt, sondern macht anschaulich, welch gigantische Energiemenge über den Verkehr verbrannt wird. Damit komme ich zur zentralen Irreführung, die dieser Artikel bewirkt: Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen: Der Energieinhalt von einem Liter Benzin lässt sich nur zu einem Drittel in elektrische Energie umsetzen, man muss die 70 TWh noch durch drei teilen: 23 TWh ist weit weniger al 110 kWh. Dass diese Irreführung beabsichtigt ist macht die Abbildung 2 deutlich: Dort wird der „Primärenergieverbrauch“ in Deutschland gezeigt. Wieder werden Brennstoffe mit Erzeugern von elektrischer Energie in einen Topf geworfen, damit sie anteilmäßig kaum ins Gewicht fallen. Bei einer gemeinsamen Strombasis müsste der Anteil der Brennstoffe wieder durch drei geteilt werden. Dahinter steht der zweite Hauptsatz der Thermodynamik. Dass hier die Erneuerbaren so unfair gegen die anderen Energieträger ausgespielt werden, ist Lobbyarbeit für die Wiedereinführung der Kernenergie. Aus dieser Sicht soll die Energiewende scheitern. Dazu gehört auch die politische Behinderung der Versorgung mit russischem Gas, das als umweltfreundlichste fossile Energie als Übergangslösung für eine erfolgreiche Energiewende benötigt wird. 

Dr. Wolfgang Doster Erding



Danke für diesen sachlichen und umfassenden Beitrag von Autoren, deren Qualifikation und Reputation außer Zweifel steht. Es wird nachgewiesen, dass mit Fotovoltaik und Windenergie allein die Energiewende nicht zu schaffen ist. Nötig ist hingegen die konsequente Verfolgung aller Möglichkeiten, alternative Energien zu generieren (Power to Gas, Power to Fuel, Bioenergien usw.). Es ist ein populistischer und ideologiegetriebener Irrtum, vordergründig nur diese beiden Möglichkeiten vorrangig zu fördern. Die Politik sollte es auch unterlassen, technische Lösungen vorzuschreiben oder einseitig zu fördern (z.B. batterieelektrische Antriebe für Pkw). Für die Erreichung der Klimaziele zählt einzig die Vorgabe von Emissionszielen für CO2. Man sollte sich auch mehr auf die Ziele der nächsten 5 Jahre konzentrieren, statt sich über Dinge zu streiten, welche in 20 oder 30 Jahren erreicht werden sollen. Ob in diesen langen Zeiträumen Schlüsselerfindungen auf diesen Gebieten stattfinden werden (wie in den letzten 30 Jahren: PC, Internet, Smartphone...), kann niemand sagen. Wichtig wäre auch die Qualifizierung und Verkürzung von Standortentscheidungen für Vorhaben der energetischen Infrastruktur (Stromtrassen, Windkraftstandorte, Energiespeicher). Bei der sicher notwendigen Konzentration auf Klimaprobleme sollte nicht vergessen werden, dass die Menschheit auch andere existentielle Probleme zu bewältigen hat: Bewässerung und Trinkwasser, Erhaltung und Verbesserung des Ackerlandes (Erosion!), Wirtschaftswachstum nur mit sinkendem Ressourcenverbrauch, Verlangsamung des Wachstums der Weltbevölkerung. 

Prof. Dr. Eberhard Drechsel Poing



Würde man versuchen die Klimakatastrophe und andere Desaster auf der Welt zu stoppen, könnte man genauso gut versuchen, diese Welt vor Fanatismus, Kriegen, Ausbeutung, Machtmissbrauch, irren Präsidenten und der Dummheit der Menschheit zu bewahren. Doch wie sagte schon Che Guevara: „Seien wir realistisch und versuchen das Unmögliche“. 

Helmut Mischkulnig Hausham



Deutschlands Politiker verrechnen sich laufend und wir, das Volk, sollen es bezahlen! Müssen es bezahlen! Ich für meinen Teil glaube Wissenschaftlern, nicht Politikerinnen und Politikern, die nicht vom selbstgefüllten Fressnapf wegwollen! Nun lassen sie das Milliardengrab Energiewende von ihren ohnehin geschröpften Bürgern bezahlen! Eine nutzlose CO2-Steuer wartet. Wenn sie glauben, keine Verantwortung übernehmen zu müssen, dann müssen sie wenigstens an ihrer Glaubwürdigkeit arbeiten! D. h. also sofort: - Verkleinerung des Parlamentes (viele Köche verderben den Brei) - nach 30 Jahren vollkommene Abschaffung des Soli - Reform des Steuerrechtes (Bierdeckel) und Herabsetzung der Steuerquote von 48 Prozent - Einzahlung aller in das Rentensystem, also auch Beamte, Selbständige, Politiker nach österreichischem Vorbild - Abschaffung von Rürup und Riesterrente und Überführung in das gesetzliche Rentensystem - Gleichmäßige, nicht prozentuale Erhöhung der Renten, um die Schere zwischen arm und reich zu verringern - Einführung einer Krankenkasse, da Gesundheit höchstes Gut aller Bürger ist und keinen Wettbewerb braucht! - Eindämmung de Lobbyismus mit den Millionen schweren Beraterverträgen. - konsequente Handhabung der Flüchtlingsthematik - Wiedereinführung der Vermögenssteuer - Förderung der kleinbäuerlichen, also ökologischen Landwirtschaft, des Handwerkes und Mittelstandes - Öffnung zu mehr Demokratie, damit der Karren nicht so weit in den Dreck gerät! D. h. lasst die Parteien zusammen regieren, die die meisten Wählerstimmen auf sich vereinen, egal welche Partei! Die passen schon aufeinander auf! Es gibt viel zu tun! Wert Politikerinnen und Politiker, kehren Sie bitte Ihren Scherbenhaufen selbst zusammen, bevor Ihnen Ihr Volk die Scherben vor die Tür wirft! Packen wir‘s an, wir schaffen das, und das ist keine Drohung, sondern Logik. Ich fürchte nur, dass eher Greta Thunberg heiliggesprochen wird. 

Matthias Löppen Deisenhofen



Vielen Dank für den ausgezeichneten Artikel! Interessierten Klimaschützern sei empfohlen, die Webseite von de.statista.com aufzurufen und sich die Seiten „weltweiter-co2-ausstoss-bis-2017“, „entwicklung-der-weltbevoelkerungszahl-von-christi-geburt-bis-2020“, „prognose-zur-entwicklung-der-weltbevoelkerung-bis-2100“ anzusehen; ebenso vom deutschen Umweltbundesamt die Seite „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland“. Laut Prognose der US Energy Information Administration wird der globale Kohlendioxid-Ausstoß im Jahr 2050 bei 42,77 Milliarden Tonnen liegen (2017 waren 36,15 Milliarden Tonnen). Die Klimaretter, die noch der Prozent- und Dreisatzrechnung mächtig sind, sollten an Hand dieser Daten selbst ein paar Szenarien durchrechnen und werden sehr schnell sehen, wie groß unser Beitrag zur Klimaweltrettung sein wird: Sicherlich nicht messbar, dafür haben wir aber unsere für die Vollbeschäftigung verantwortlichen Industrien den Garaus gemacht. Mitentscheidend für den Anstieg der CO2-Emissionen ist der ungebremste Anstieg der Weltbevölkerung; aber dieser Fakt wird von Politikern und Klimaexperten ignoriert.

Peter Fremuth Taufkirchen

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