Streit um Geläut auf der Weide

Nina Gut: Der Glocken-Krieg von Holzkirchen; Im Blickpunkt 20. Oktober

Sehr, sehr traurig, dass so ein Streit überhaupt vor ein Gericht getragen werden muss. Ich konnte die Verhandlung als Zuhörer verfolgen und bin mir sicher, dass es in diesem Fall nicht mehr nur um eine Nachbarschaftsstreitigkeit geht. Sollte die gerichtliche Entscheidung zugunsten des Klägers ausfallen, hätte das sehr viel weitreichendere Folgen, als das zu Beginn der Verhandlung geschildert wurde. Leider hat die traditionelle, kleinbäuerliche Landwirtschaft sowieso schon einen schweren Stand in diesen turbulenten Zeiten. Genau diese Art der Bewirtschaftung, gegen die hier geklagt wird, macht doch Oberbayern so wertvoll und liebenswert. Diese Landwirte erzeugen gesunde Produkte und sind wichtige Kulturträger und Landschaftspfleger. Frau Killer könnte zwar die Glocken abnehmen und den Weidebetrieb einstellen, aber damit würde wieder ein Stück unserer wunderschönen Heimat verloren gehen. Soweit darf es nicht kommen, eine jahrhundertealte Tradition wirft man nicht so einfach über Bord! Ich hoffe, das Gericht erkennt das und sieht, was auf dem Spiel steht. Wir wollen uns doch auch in Zukunft noch über weidende Rinder, Schafe und Ziegen mit Glocken auf den Wiesen freuen. 

Sebastian Urban Eurasburg

Der Kläger gegen das Kuhschellen-Geläut in Holzkirchen wird vor Gericht vermutlich nur erfolgreich sein, wenn er beim Kauf des Grundstücks nicht erfahren konnte, dass es sich bei der angrenzende Fläche nicht um eine Wiese, sondern um eine Viehweide handelt. Eine nachträgliche Umwidmung der Wiese zur Weide würde für den Kläger sprechen. Es verwundert sehr, dass in Holzkirchen, Rottach-Egern oder in einer anderen Gemeinde im Landkreis Miesbach zugezogene Bürger manchmal meinen, sich über Kirchenglocken, Kuhschellen, Backwarengeruch oder anders beschweren zu müssen. Wir wünschen der Bäuerin Frau Killer aus Föching vollen Erfolg. 

Dieter Lewig Holzkirchen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Taten folgen lassen
Stefan Sessler: Münchens Problemviertel; Im Blickpunkt 16. November
Taten folgen lassen

Kommentare