Nachhaltigkeit

Erich Reimann: Trend im Supermarkt; Im Blickpunkt 27. März

Es ist grundsätzlich schön, dass die Verbraucher Lebensmittel ohne Gentechnik haben wollen und auch (grundsätzlich) vernünftige Ansprüche an Umweltschutz und Tierwohl stellen. Viele Landwirte würden gerne in Zukunft anders arbeiten, weil sie das Chemiechaos und immer mehr Wachstum satthaben. Aber Nachhaltigkeit beruht auf drei Säulen: 1. Ökologische Nachhaltigkeit. Das heißt, dass mit den natürlichen Ressourcen und der Natur so umgegangen wird, dass kommende Generationen auf dem Betrieb weiter wirtschaften können. 2. Soziale Nachhaltigkeit. Das bedeutet, dass mehrere Generationen vom Betrieb leben; wird in bäuerlichen Familienbetrieben schon immer gelebt: keine Kitas und Altenheime notwendig – das gesellschaftliche Top-Thema. 3. Ökonomische Nachhaltigkeit: Das heißt, man muss auch das Geld haben, um den Anforderungen entsprechend produzieren zu können. Und das verlangt zuallererst Investitionen. Und bedeutet einen nicht unerheblichen Mehraufwand in der Produktion: mehr Platz für Tiere bzw. weniger Tiere je Stall, Weidegang usw. Zusammengefasst: Wenn ein Punkt der Nachhaltigkeit nicht gegeben ist, dann ist Nachhaltigkeit grundsätzlich nicht möglich. Ökonomische Nachhaltigkeit ist für uns Betriebe nicht möglich. Wir Landwirte sollen alles besser machen, wozu wir sehr gerne bereit sind, aber der Lebensmittel Einzelhandel und der Verbraucher sind nicht wirklich bereit das zu bezahlen. Momentan sind wir Landwirte die Deppen. Entweder werden wir vom Verbraucher angefeindet, vom Handel erpresst oder zahlen drauf. 

Thomas Unkelbach Landwirt, Hergolding

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