Begriffsverwirrung

Andrea Eppner: Glaubenskampf um Globuli; Im Blickpunkt 1. Februar, Naturheilkunde und Homöopathie; Leserbriefe 2. Februar

Leicht erschüttert nach der Lektüre der Zuschrift von Herrn Dr. Schröder; sowohl Inhalt als Form sind in meinen Augen eine Zumutung (sektenmäßig indoktrinierende Szene…). Haben Sie sich, Herr Dr. Schröder noch nie Gedanken gemacht, warum wohl eine Entdeckung im Bereich der Medizin aus den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts eine Resonanz, einen Erfolg erzielt, der 200 Jahre später noch für Diskussionen sorgt? Die Homöopathie ist ein Bestandteil, ein Zweig der Naturheilkunde, ähnlich Bachblüten, Schüsslersalze, deren Erfolg darin besteht, mittels niedrigen Dosierungen die körpereigenen Heilkräfte zu stimulieren. Während die Schulmedizin mittels oft harter chemischer Keulen den Körper zu Reaktionen zwingt, die meist sehr schnell erfolgen, tut die Naturmedizin genau dasselbe, nur umgekehrt, mit körpereigenen oder neutralen Methoden, die entsprechend länger dauern. Und zum Thema Impfung: die Standardimpfungen erfolgen in jungen Jahren und bei drohenden Ansteckungen. Die zeitlichen Vorgaben hat die Medizin – statistisch – festgelegt. 

Peter Beck Geretsried

Bevor die Begriffsverwirrung weitergeht: Naturheilkunde ist zuallererst Lebensordnung, auf die ein Mensch individuell eingestellt werden muss und zu der selbstverständlich seine „Hausaufgaben“ gehören inkl. physikal. Anwendungen (das weiß man nicht erst seit Pfr. Kneipp). Dazu kommt dann die Arzneigabe bzw. -kur, die erst dann wirklich effektiv sein kann, wenn Ersteres beachtet wird. Es gibt verschiedene Arznei-„Systeme“: Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Biochemie nach Dr.Schüßler, Spagyrik, Homöopathie. Letztere umfasst verschiedenste „Schulen“ bzw. „Denkrichtungen“: Tiefpotenzler, Komplexmittelhomöopathen und sich selbst so bezeichnende „klassische Homöopathen“, die in der Regel mit „Hochpotenzen“ unterschiedlichster Herstellung arbeiten und als EINZIGE behaupten, die Arzneigabe sei alleinseligmachend, was naturheilkundlicher Unsinn ist; außerdem verbietet sich bei der Hochpotenzgabe jede Veränderung der Lebensführung, weil sonst nicht abzuschätzen ist, ob bei Reaktionen tatsächlich eine Arzneigabewirkung vorliegt; ferner nehmen sie an, die Hochpotenz sei „energetisch“ wirksam, da ohne jede Materie. Bereits Ende der 80er-Jahre wies Herr Prof.Dr.Tölg vom Institut für REINSTstoffanalytik (Max Planck Institut, Gießen) nach, dass ein seiner Frau verordnetes „Argentum nitricumD 19“ ebendiese Silberverbindung in der D 8 enthielt, was der sog. „Allgegenwartskonzentration“ dieses Stoffes in der Erdkruste entspricht. Da diese Laboranalytik extrem aufwendig und teuer ist, wird sie nicht betrieben. Es ließe sich m.E. unschwer nachweisen, dass keine einzige Hochpotenz stoff-frei ist, sondern immer ein Einzelstoff (bei mineralischer Ausgangssubstanz) bzw. ein mineralisches Stoffgemisch (bei pflanzlicher oder tierischer Ausgangssubstanz) in „Allgegenwartskonzentration“ enthält. Das wäre natürlich eine Entzauberung, spricht aber nicht gegen die Wirksamkeit, die dann eben anders begründet werden müsste. Die „Nano“-Wissenschaft könnte Ansatzpunkte liefern. 

Tilman Reinhardt Heilpraktiker, Eichenau

Homöopathie hat schon so vielen Menschen, so auch mir, nachhaltig geholfen. Auch bei Tieren (Placebo-Effekt?) wirken die Globulis. Muss denn alles in der Medizin wissenschaftlich bewiesen sein? Naturmedizin und Hausmittel gibt es schon einige hundert Jahre mit Erfolg. Auch in der normalen Schulmedizin wirkt nicht jedes Mittel bei jedem Patienten. Ich möchte nicht wissen wie viele Menschen durch solch einen Artikel verunsichert werden und weiter leiden.

Hans Schramm Stephanskirchen

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