Für die praktische Arbeit untauglich

Georg Anastasiadis: „Das Elend geht weiter“; Kommentar 21. Juli

„Auch wenn der Duden-Verlag bisher mit jeder Neuauflage des einstigen Klassikers den Eindruck zu erwecken suchte, das Thema ,Rechtschreibreform` sei damit endgültig durchgesetzt und erledigt, ist die Kritik an den von ihm vorgeschlagenen Reformschreibungen niemals verstummt und erweist sich jedesmal erneut als nur zu berechtigt. Die aktuelle Neuauflage fordert diese Kritik sogar noch mehr heraus als ihre Vorgänger. Aufgrund des in sich widersprüchlichen und vielfach die grammatikalischen Gegebenheiten missachtenden Regelwerks sind die Schreibungen weiterhin uneinheitlich und oftmals sprachwidrig. Im Jahr 1996 war jedoch der Neuschrieb rot hervorgehoben und daher klar erkennbar, 2000 und 2004 wurden im Rahmen des Rückbaus ,zusätzliche Schreibungen`eingeführt, wobei Neuschreibungen und Altschreibungen als solche gekennzeichnet nebeneinanderstehen. 2006 kamen die gelb unterlegten Duden-Empfehlungen hinzu. Jetzt, im neuen Duden von 2009, gibt es außer den Erläuterungskästen nur noch Schwarzdruck und die spezielle gekennzeichneten Duden-Empfehlungen, so dass man die Zugehörigkeit zu alt bzw. neu nicht mehr erkennen kann. Die dadurch geschaffene Verwirrung macht den Duden für die praktische Arbeit untauglich.“ Dr. Maria Theresia Rolland Sprachwissenschaftlerin aus Bonn

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