Diskussion um das Programm des BR

Stefan Sessler, Carina Zim- niok, Rudolf Ogiermann und Christian Deutschländer: „Störgeräuche im Funkhaus“; Im Blickpunkt 6./7. Februar

Beim BR es inzwischen nicht anders wie in der ARD und ZDF, es geht schon lange nicht mehr um Qualität, sondern nur noch schlechte und billige Sendungen, es müssen ja die Vielzahl der Intendanten, Programmdirektoren, Rundfunkräte, Abteilungsdirektoren usw. und sofort bezahlt werden. Diese ganze Sendeanstalten sollten mal ihren überflüssigen Wasserkopf abbauen, dann könnten sie vielleicht wieder mal einigermaßen vernünftige Sendungen produzieren.

Nikolaus Ruml Markt Schwaben

Abgesehen davon, dass man sein gutgehendes Radiogerät nicht weggeben möchte, um es durch ein Digitalradio zu ersetzen, wird nicht an die Menschen gedacht, viele ältere, die nicht das Geld haben, sich ein Digitalradio zu kaufen und für die die Volksmusiksendung eine Bereicherung des Tages ist.

Gerdi Haug Fürstenfeldbruck

Die ganze Welt beneidet uns um unsere Traditionspflege; eine Aufgabe, die der Bayerische Rundfunk unterstützen sollte, statt sie abzusetzen! Radiosender, die einem 24 Stunden am Tag das Gehirn aus dem Kopf dudeln, haben wir im Übermaß. Er soll sich doch gelegentlich über die Altersstruktur der Bayern erkundigen. Modernisieren ist ok, das hat aber nichts mit verjüngen zu tun! Mein Lieblingssender heißt Bayern 1, Multikulti 1 kann mir gestohlen bleiben.

Elke Will Krailling

Die Ankündigung des Bayerischen Rundfunks die Volksmusik aus BR1 zu eliminieren hat eine große Protestwelle ausgelöst. – Und das mit Recht! Alle Bürger zahlen zwangsweise die Rundfunkgebühren - aber ein Mitbestimmungsrecht, was sie hören wollen, gibt es nicht! Das nenne ich Diktatur - das hatten wir schon mal. Ein paar Macher bestimmen im Rundfunkhaus, was wir zu hören und auch zu sehen bekommen. Der Hinweis auf das Digitalradio auszuweichen, zählt nicht - die finanzielle Belastung für eine große Hörergruppe wurde schon oft angesprochen und außerdem ist Digitalempfang in Bayern nicht überall möglich ! Eine Stunde Volksmusik täglich soll für die junge Generation nicht tragbar sein? Das ist ja lächerlich! Da steckt m.E. was Anderes dahinter?! Wir sollen uns mit dem Geheul und Gewusel der E-Musik (einer erbärmlichen Verkümmerung der Instrumentalmusik) abfinden – basta! Ein personeller Austausch in den Entscheidungsgremien könnte vermutlich Abhilfe schaffen.

Wilhelm Gietl Lenggries

Ich verfolge die Diskussion über das erste Programm des Bayerischen Rundfunks und leide auch mit den Briefeschreibern. Es ist wirklich erstaunlich, was uns da als Hits der 70er und 80er Jahre vorgesetzt wird. Und immer die gleichen Songs, fast alles amerikanisch. Wieso eigentlich? Es gab in dieser Zeit auch sehr schöne deutsche, italienische und französische Schlager. Um weiter heimische Musik zu hören, kann man die Stereoanlage aber preiswert umrüsten, um dann die Sender Bayern plus oder Bayern Heimat zu hören. Es gibt im Handel einen Digitalradio-Adapter für unter 40 Euro. Der ist mit drei Handgriffen an das alte Radio anzustecken, Antenne herausziehen, einschalten.

Hagen Windolf Ebersberg

Spätestens jetzt ist es bei der breiten öffentlichen Diskussion über die Positionierung der Volksmusik im Bayerischen Rundfunk (BR) Jedem klar geworden, dass man solch einen großen und teuren Laden wie den BR nicht ohne demokratische Qualitätskontrolle laufen lassen darf. Immerhin erschienen bis jetzt im Münchner Merkur an zwei Tagen insgesamt 10 Leserbriefe von unzufriedenen Hörern (dem Merkur sei für seine Leserbriefseite Dank!) und eine Darstellung des Themas auf der ersten Seite des Merkur. Wenn sich so viele Hörer über die Verlegung der Volksmusik aus Bayern 1 ins Digitalradio beschweren, dann liegt im Selbstverständnis des BR ein gerüttelt Maß an Demokratiedefizit vor. Man bedenke: Rundfunksender haben die größtmögliche Macht, die Meinungen und Einschätzungen der Bürger zu beeinflussen. Auf der anderen Seite ist das Volk der Souverän im Staat, nicht der Rundfunk. Solche selbstherrlichen Entscheidungen wie die Verlegung der Volksmusik führen zwangsläufig zu Kollisionen mit den Hörern des BR. Rundfunkanstalten sind für das Volk da und nicht umgekehrt. Die genannten Beschwerden sind ein markantes Beispiel dafür, dass den mächtigen Rundfunkanstalten eine Vertretung des Volkes, eine Art Parlament beigeordnet werden muss. - Geht nicht? Die Deutsche Rentenversicherung (DR), eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, hat solch ein Parlament („Bundesvertreterversammlung“). Was die Rentenversicherung kann, kann der BR, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, auch. Das Gegenargument „Es existiert ein Rundfunkrat“ zieht nicht, der ist juristisch kein Parlament. Lieber Herr Intendant, das ist kein Angriff auf den BR, das ist ein gut gemeinter Rat. - Aber vielleicht hilft uns da unser Ministerpräsident Horst Seehofer ein wenig.

 Dr. Walter Gränzer Attenkirchen

Nun ist es also raus, der BR will in seinem Hauptsender (zumindest steht der Begriff Bayern 1 nach dem deutschen Sprachgebrauch für eine gewisse Wertigkeit) keine deutschsprachigen Musiktitel und schon gleich gar keine Volks- oder Blasmusik mehr in ihrem Programm. Das würde die Durchhörbarkeit stören! Deshalb müssen die Moderatoren auch in einer dümmlichen Eigenwerbung 4 - 5 Mal in der Stunde verkünden, dass es die beste Musik für Bayern ist, wenn fast ausschließlich englische Titel über den Sender gehen. Wem dies nicht passt, kann sich ja in einem Nischenprogramm namens BR Heimat versammeln, wohl wissend, dass zigtausende, vor allem ältere Hörer bei diesem Wechsel auf der Strecke bleiben, weil sie sich den Wechsel nicht leisten können oder wollen. Aber das ist ja auch egal, denn die Rundfunkgebühr dürfen sie ja trotzdem zahlen. Trotz Versuchen mit Ködern von Spitzenverbänden in die Brauchtumsgruppierungen beschwichtigend ein zu wirken, ist die Verärgerung und der Widerstand enorm. Jetzt wo das Kind im Brunnen ist, fühlt sich der, seiner guten Verbindungen zum BR so sichere Heimatminister Markus Söder zu plakativen Widerspruch genötigt. Konsequenterweise sollte er Verlangen, dass dieser Sender die Bezeichnung „Bayrisch“ aus seiner Firmierung streicht und nicht weiter Etikettenschwindel betreibt. Wie hohl klingt da die Forderung von CSU-Politikern nach einer Leitkultur, auf die man Asylbewerber schriftlich verpflichten will, die Volkskultur im eigenen Wirkungsbereich aber einfach Preis gibt.

Johann Schmid Gmund am Tegernee

Nun hat die Vox Populi auch den Merkur erreicht. Um die Weihnachtszeit hatten bekanntlich zirka 50 aktive Münchner Merkur-Leser ihrem Unmut über den BR Luft gemacht. Sie liebe Merkur-Leser haben mit ihrer erneuten massiven Kritik dem allgewaltigen BR, ARD und ZDF die Rote Karte gezeigt. Klar gemacht, dass Sie (wir) ernst genommen werden wollen. Schon vor drei, vier Jahren haben wir versucht, die Feudal-Herren in den Chefsesseln der Rundfunkanstalten zur Einsicht zu bewegen. Leider vergeblich. Es geht ja nicht nur um die BR-Hits, die uns als beste Musik für Bayern aufgezwungen werden. Ein mindestens so großes Übel ist der Lärm, der Krach, Fachjargon Hintergrundmusik. Volksmund: seelische Grausamkeit, Körperverletzung. Über fast das ganze Programm. Radio und Fernsehen. (Ausnahme Weihnachtsbotschaften, Gottesdienste). Eine neunstellige Geldverschwendung. Allgemein ist das Niveau auch im Fernsehen zum Teil unter Null. Die Gossensprache gewinnt immer neue Akteure. Bis hin zu Coitus-Ausdrücken und -Szenen (Vorschau) Ganz schlimm auch zurzeit in den Faschingssendungen. Wir schalten schon gar nicht mehr ein. „Mainz, wie es singt und lacht“ (Till mit dem Spiegel, Just Scheu) ) war einmal. Grammatik, Anglizisten usw. Dr. Gränzer verlangt seit Jahren ein neutrales Kontrollorgan. 40 Millionen Bürger zahlen zwangsweise jährlich ca, 8 Milliarden in einen bodenlosen Topf. Wofür?

 Karl-Heinrich Kuhlmann Fürstenfeldbruck

Als Rundfunkhörer vom älteren Stil wird man wohl sehr schnell als „Ewig-Gestriger“ eingestuft. Es ist wahr: Die Volksmusikstunde in Bayern 1 ist für mich und viele, die ich kenne, eine Lieblingssendung. Beim Aufenthalt in England, auf einem Schiff ohne Internetverbindung oder in einem abgeschiedenen Tal war Bayern1 auf Mittelwelle als Kontakt zur Heimat eine Seelenspeise! Das Programm „Bayern 1“ in seiner klassischen Form wird wohl beendet, weil sich die „Medienlandschaft sosehr verändert hat“. Das alles habe ich als Senioren-Hörer richtig wahrgenommen und mich mit digitalen Medien versorgt, die Bedienung ist sehr simpel. Mit BR-Heimat bin ich gut vertraut, aber: Fränkische Volksmusik, Avantgarde-Volksmusik mit Elementen aus Jazz, Pop und lateinamerikanischer Musik, mag -trotz allem Respekt vor der kulturellen Leistung- nicht jeder Volksmusikhörer so gerne und so dauerhaft hören, weil es ihn nervt! Ebenso kann ich anzügliche Strophen bayrischer Komiker entbehren. Also werde ich auf Salzburg umschalten oder … auf meinem Internet-Radio herumsuchen! Meine Favoriten unter den Oldies-Sendern sind dort: RTL Radio, 2 CH Sydney, Beatles A Rama, Radio Northsea International etc. Für klassische Musik: Radio Swiss Classic, Venice Classic Radio, Klassik Radio Pure Mozart, Pure Jazz etc.- alles in bester Qualität zu empfangen mit sehr schönen thematisch strukturierten Sendungen. Auch Volksmusiksender gibt es dort. Den BR braucht nur mein Navigationssystem im Auto zum vollautomatischen Datenempfang von Staumeldungen, die ich sehr zu schätzen weiß. Was die Qualität und besonders die Beliebtheit von Radio ausmacht, wie wertvoll und wichtig ein fester Stamm von Hörern und ein strukturiertes Programm ist, das haben andere Radiomacher in der modernen Medienwelt wohl hörbar besser begriffen und umgesetzt als der BR.

Wolfgang Faber Siegertsbrunn

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