Sein Leben selbstbestimmt anpacken

Andrea Eppner: Stress – der unterschätzte Krankmacher, Interview mit Sigrid König; Im Blickpunkt 12. Oktober

Mit Genugtuung habe ich den Satz gelesen: „Der Mensch ist immer eine Ganzheit – eine Einheit zwischen Seele, Körper und Geist“. Vom Geist ist in der modernen Psychologie leider wenig die Rede. Dabei kann nur der geistige Bereich – nämlich das speziell Humane des Menschen – das veranlassen, was hier gefordert wird: Nämlich seine Einstellung und daraufhin sein Verhalten zu ändern. Viel zu oft wird der Mensch noch als Opfer seiner Umstände (Erziehung, Umwelt, erblicher Anteil) gesehen. Der Mensch kann sich aber nur verwirklichen, wenn er sich nicht voller Selbstmitleid in die Wohlfühlecke zurückzieht („ich bin eben so, ich kann nicht anders“), sondern sein Leben selbstbestimmt anpackt. Bereits der Entschluss dazu wirkt so motivierend, dass sich die Stresssituation zum Positiven verändern wird. Ich möchte hierbei an den berühmten Wiener Arzt und Psychologen Viktor Frankl (1905–1997) erinnern, der „das immer auch anders können des Menschen“ zu seinem Credo machte. Er wurde nicht müde zu wiederholen, dass ein sinnvolles Leben nur gelingen kann, wenn man auf die Fragen, die einem das Leben stellt, auch eine Antwort gibt und sich nicht wegduckt. Sein Weltbestseller „Trotzdem ja zum Leben sagen“ ist auch heute noch aktuell und lesenswert. Er schrieb das Buch 1946, nachdem er aus dem KZ Türkheim befreit wurde. 

Gerda Rosenberger Egenburg

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