Verbauung ohne Ende

Dirk Walter: Ohne Steuerung; Kommentar, Stefan Sessler und Carina Zimniok: Die Angst vorm Neubaugebiet; Im Blickpunkt 3. Februar

Warum sollen wir unser schönes Bayernland so verschandeln lassen mit Verbauung ohne Ende. Tag täglich wachsende Autoschlangen im Umland von München von Arbeitnehmern, die in den Stadtbereich müssen. Wollen wir ein zweites Ruhgebiet? Stadt an Stadt? Für so einen Siedlungsdruck ist unser Straßennetz nicht gewachsen. Am Wochenende unendliche Staus in Richtung Gebirge und dann abends wieder das gleiche zurück? Sogar Einwohner aus Fremdenverkehrsorten ziehen weg, weil sie die langen Schlangen aus den Ballungsgebieten in Richtung Heimat nicht mehr akzeptieren wollen. In Mitteldeutschland stehen Häuser leer. Menschen haben keine Arbeit, deshalb ziehen sie in Richtung Süden. Wenn die Infrastruktur dort verbessert würde, siedelt sich auch Gewerbe an. Der Großraum München steht vor einem riesigen Kollaps. Denkt man dann an den erhöhten Wasserverbrauch, dann wird einem dieser Wahnsinn erst bewusst. Je mehr Wasser entnommen wird, um so schneller läuft es nach und die Filterwirkung im Boden wird schlechter und schlechter. Die Politik ist hier verpflichtet, diesen Wahnsinn mit dem regionalen Planungsverband in verträgliche Bahnen mit Verstand und Weitsicht zu leiten. 

Josef und Annemarie Huber Oberpframmern

Im Speckgürtel protestieren Bürger gegen immer neue Siedlungen. Die Bürger sollen dankbar sein, dass sie eine Regierung hat, die eine Vision für die Zukunft hat. Franz Josef Strauß hatte diese Vision, „ Bayern ist unsere Zukunft“ vom armen Agrarland zum aufstrebenden Industrieland, um das zu erreichen war nicht einfach, doch um es zu erhalten ist weit schwieriger. Man muss die Zeichen der Zeit erkennen, und möglich machen, was machbar ist. Die Region braucht Fachkräfte, nur so bleibt sie eine Wohlstandsregion, sie benötigt Wohnraum. Wie leben wir 2050? Die Ballungsräume werden weiter wachsen. Die Landflucht sorgt für Probleme auf dem Wohnungsmarkt. Bauplätze sind Luxus. München wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. In die Ballungsräume gehen jüngere, besser ausgebildete qualifizierte Menschen, ausgebildet in der neuen digitalen Technologie. Es werden Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen, sie werden Mitarbeiter einstellen, die Wohnungen benötigen. Da wo die Berufsaussichten, die Einkaufsmöglichkeiten, die medizinische Versorgung" die Freizeitangebote, kulturelle Angebote besser sind, wird die Urbanisierung weiter zu nehmen. Nach der Familiengründung, Kinderbetreuungsangebote, mehr Schulformen. In den Ballungsgebieten haben Elektrofahrzeuge Vorfahrt. Alles deutet daraufhin, dass wir an der Schwelle eines neuen Zeitalters stehen: das : Stromzeitalter. Ich hoffe, dass der Bürgermeister von Parsdorf, die richtige Entscheidung trifft, für die Junge Generation, die nicht zum Schützenverein, zur Feuerwehr geht, aber zum Wohle der Gemeinschaft arbeitet, ihre Kinder in den Kindergarten schickt, ihre Einkäufe in Parsdorf tätigt. Gemeinde und Bürgern geht es gut, (von Parsdorf) von den Einnahmen der Gewerbesteuer.

 Rudolf Frank Gmund

Dirk Walter bringt es in seinem Kommentar auf den Punkt: Der Wildwuchs im Münchner Umland darf so nicht weitergehen. Allein bleibt es wohl beim frommen Wunsch, denn in den Entscheidungsgremien der Städte und Landkreise buhlt man angesichts höherer Steuereinnahmen geradezu um das wuchernde Wachstum. Kurzsichtiges Profitdenken und das planlose Zubetonieren jedes freien Quadratmeters verbauen zukunftsweisenden Konzepten buchstäblich den Weg. Auch in Erding sind leider keine Visionäre mit Weitblick am Werk: Aus Feldern werden triste Gewerbegebiets-Betonwüsten, die Stadt erstickt außerhalb des zum Glück denkmalgeschützten Kerns an architektonischer Monotonie. Wegen der hohen Grundstückspreise pfropfen Immobilienfirmen und Investoren jeden Quadratmeter mit scheußlichen Einheitsbauten zu, jede Grünfläche muss Parkplätzen oder neuen Bauungeheuern weichen. Dass die Komplettversiegelung der Landschaft weitreichendere Konsequenzen hat als die optische Verschandelung, sollte jedem vernunftbegabten Menschen klar sein. Doch wer auf Einsicht der Entscheidungsträger hofft, hat offenbar verloren. So setzen zum Beispiel Projekte zur Eindämmung der steigenden Hochwassergefahr nicht etwa auf Renaturierung, sondern auf noch mehr Beton. Angesichts derart drastischer Fehlentscheidungen kommt einem der Begriff Betonschädel sicher nicht zufällig in den Sinn. 

Katharina Kapfer Erding

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnungsnot: Andere Gegenden fördern!
Marcus Mäckler: München auf dem Weg nach oben;Blickpunkt 18./19. November
Wohnungsnot: Andere Gegenden fördern!

Kommentare