Kolumne Leserbriefe

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  • Christian Vordemann
    vonChristian Vordemann
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Das Reh – der Einzelgänger war gestern Thema unserer Rubrik „Der Artenkenner“. „Über unsere häufigste Schalenwildart hätte man schon mehr mitteilen können als die peinliche Kindergartenweisheit, dass das Reh nicht das Kind vom Hirsch ist“, schrieb uns Norbert Vidal aus Weilheim. In der Tat kommen Rehe (männlich Rehbock, weiblich Rehgeiß oder norddeutsch Ricke und die jungen Rehkitze) von den Alpen bis zur Nordseeküste überall bei uns vor – und das nicht zu knapp.

Denn Jäger erlegen in Deutschland seit Langem Jahr für Jahr über eine Million dieser Wildtiere – mit steigender Tendenz. Und das, ohne dass diese Tiere – wie manchmal behauptet wird – ausstürben. Dazu kommen circa 200 000 Rehe im Jahr, die bei uns von Autofahrern getötet werden. Das Reh ist gewöhnlich ein Einzelgänger. Meist ist die Geiß nur zusammen mit ihren ein bis drei, in der Regel zwei Kitzen. Aber im Winter auf offenem Feld sieht man oft – zum Beispiel neben der Autobahn –Gruppen (Sprünge) von zehn bis zwanzig Rehen beieinander. Das tun sie zu ihrer Sicherheit: Während die meisten ungestört fressen, sichern andere wachsam das Gelände. Kommt ein Mensch oder Hund zu nahe, ergreifen die Rehe die Flucht. Rehe warnen ihre Artgenossen durch das in der Jägersprache sogenannte „Schrecken“; das hört sich wie ein heiseres Hundebellen an. Das Reh (Latein: Capreolus capreolus) ist etwa so groß wie eine Ziege (Capra). Der Rehbock trägt ein Gehörn oder bairisch Gewichtl. Der männliche Hirsch (nicht Hirschbock) ist etwa so groß wie ein Pferd und trägt ein gewaltiges Geweih. Weibliches Rotwild heißt Hirschkuh, das Junge Hirschkalb. Merke: Der Hirsch ist auch nicht der Mann des Rehs.

Christian Vordemann

Redaktion Leserbriefe

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