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eine der kultigsten Veranstaltungen in München ist das Sommertheater im Innenhof der Glyptothek.

Heuer spielt der wortgewaltige Gunnar Petersen Shakespeares Caesar und seine Frau Beles Adam dessen Gattin Calpurnia. Die minimalistische Bühne wirkt dennoch vor der klassizistischen Fassade der Glyptothek. Gebannt lauschen die Theaterbesucher den Dialogen bei Wein, Wasser und Brot, die zum Eintritt gehören. Der Innenhof war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gesteckt voll. Dennoch meinte eine ältere Besucherin, den freien Stuhl vor ihr mit Taschen belegen zu können, damit sich niemand vor ihr hinsetze. Denn das hätte ihre Sicht eingeschränkt. „O tempora, o mores! Was für Zeiten, was für Sitten!“ – So würde das Wehklagen über die verkommene Jugend lauten, hätte einer der zahlreichen jungen Gäste in der Glyptothek sich so benommen. Die aber benahmen sich tadellos und okkupierten keinen der noch wenigen freien Stühle vor Beginn der Aufführung.

Christian Vordemann Redaktion Leserbriefe

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