Liebe Leser,

es gibt einen skurrilen Streit um die Urnenbestattung. Mehr Menschen als früher verfügen, dass sie nach ihrem Ableben eingeäschert werden möchten.

Es gibt in Deutschland die Möglichkeit, die Urne statt auf dem Friedhof auch in einem dafür ausgewiesenen Wald zu vergraben. Darüber ist eine Debatte entbrannt, ob das der Umwelt schade, wie Sie heute auf der Seite Weltspiegel lesen können. Aber was machen Hinterbliebene, wenn der verstorbene Angehörige sich wünscht, dass seine Asche auf einer Blumenwiese, einer Skipiste oder in einen Fluss verstreut wird. Gesetzlich ist das in Deutschland nicht möglich, man bekommt die Urne gar nicht ausgehändigt. Der Großvater einer Englischlehrerin von mir wollte, dass seine Asche nach dem Trauergottesdienst in den Fluss seiner Heimatstadt geschüttet wird. Als seine Tochter die Urne auf der Brücke entleerte, rief ihr eine entrüstete Passantin zu: „Was machen Sie da, Sie verschmutzen ja den Fluss!“ Die Tochter des Verstorbenen erwiderter kurz: „Aber das ist mein Vater.“

Christian Vordemann Redaktion Leserbriefe

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