Wahnsinnig viel Freude

Maximilian Maier: Groß, aber oberflächlich; Kultur 20. März

Als Mitglied des 2100 Mann/Frau starken Chores muss ich dazu aber mal was sagen: Wie kann man erwarten, dass ein Pop Oratorium von mal gerade 45 Minuten den Gesamt-Luther darstellen kann? Hier war schwerpunktmäßig das Gerichtsverfahren von Worms dargestellt, mehr nicht. Dass die Musik „keine tiefere Ebene, einfach und eingängig und schnell redundant“ abqualifiziert wird, macht deutlich, dass sich der Kritiker einfach nicht vorstellen kann, dass diese 2100 Chorsänger zum allergrößten Teil Laien waren und innerhalb eines halben Jahres einmal die Woche geübt haben, davon nur zweimal zusammen und gerade einmal mit dem Ensemble. Was erwartet er denn da? Und die Frage: Warum soll ich mein Leben auf Gott ausrichten, was ist der Mehrwert? – beantwortet das Oratorium ja permanent: Gott liebt dich, egal wie du bist und die mittelalterliche Furcht vor Hölle und Fegefeuer hat sich damit auch erübrigt, ohne dass ich mich mit Geld freikaufen muss. Diese Frage, was Luther bewirkt hat für beide Konfessionen, ist doch wohl mehr als klar rüber gekommen, entweder der Kritiker ist völliger Atheist oder hat im Konfi-Unterricht gepennt! Also für alle: Komponist, Textschreiber, Mitwirkende und Riesenchor war diese Kritik wohl ein Schlag unter die Gürtellinie! Was soll’s? Mir, meinen Mitsängern und meinen Gästen hat es einfach nur wahnsinnig viel Freude gemacht. 

Rena Gautzsch München

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