Zum Wert der Kunst

Simone Dattenberger und Christian Deutschländer: Es gibt viel zu tun, packen wir’s?; Kultur 17. Januar

Die Hauptfrage ist: Wie entwickelt sich die künstlerische Ausrichtung. Die belastete Personal und Finanzsituation dürfte bei gutem Willen lösbar sein. Grundsätzlich dürfen wir doch froh sein, dass das „Nazi-belastete“ Haus der Kunst in einer Münchner Prachtstraße steht. Ein Haus, geeignet alle Arten von Kunst zu präsentieren. Die 22 Säulen vor der Front des Hauses geben ja schon vor, was im Haus zu sehen sein soll: Klassische Kunst. Kunst traditioneller, klassischer Art war noch in den 80er und 90er Jahren in diesem Haus zu sehen und wurde immer gut besucht. Vor 26 Jahren berichtete der Münchner Merkur noch über die Frühjahrsausstellung der Münchner Künstlergenossenschaft. Über eine Künstlervereinigung, die es heute nicht mehr gibt. Die Befürchtung von R. Müller-Mehlis, der geschulte Nachwuchs müsse attraktiv sein, sonst ist sie zum Aussterben verurteil, ist wahr geworden. Ich sehe, als Mitglied dieser Künstler-Vereinigung als Hauptgrund für das Aussterben gegenständlicher Kunst die Berichte der Medien. Traditionelle Kunst wird abgelehnt. Sie ist out, mega out! Ein neuer Markt musste entstehen. Ein Markt mit Käufern? Auch in der Kunst gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Auch „Kunst geht nach Brot“. Die meisten kunstinteressierten Menschen können heute von der aktuellen Kunst nicht mehr erwarten, bei ihr Trost und Erhebung zu finden. Der Künstler von heute wird nicht mehr verstanden. Deshalb sind die Ausstellungen im Haus der Kunst nicht mehr besucht. Dazu, satirisch, der Maler E. Fuchs: „Alles was so ausschaut wie früher, das ist die Kunst für die Blöden, und alles, was jetzt anders ausschaut, das ist die Kunst für die Gescheiten“. Und die Ikone moderner Kunst, Pablo Picasso: „Von dem Augenblick an, da die Kunst aufhört die Nahrung der besten Köpfe zu sein, kann der Künstler alle Tricks des intellekten Scharlatans anwenden. Heute bin ich, wie Sie wissen, berühmt, ich bin reich. Aber wenn ich allein bin, habe ich nicht die Frechheit, mich selbst als Künstler zu betrachten. Ich bin nur ein amuseur public ein öffentlicher Clown, ein Marktschreier.“

Josef August Neuberger Höhenkirchen

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