Notstandsgebiet

Michael Schleicher: „Wir bauen einen Klangspeicher“; Kultur 30./31. Oktober/1. November

Über den ausgewählten Entwurf mag man sich streiten. Wichtig ist, wie der Saal klingt. Und auf Plätzen neben und hinter dem Orchester sind meine Erfahrungen, auch in der Elbphilharmonie, nicht sonderlich gut. Wenn es um gelungene moderne Architektur geht, ist München halt Notstandsgebiet. Der Bau eines Konzertsaales auf einem mit Erbbaurecht belastetem Grundstück stellt allerdings einen grob fahrlässigen Umgang mit dem Gelde des Steuerzahlers dar. Erlischt nämlich das Erbbaurecht, wird das Bauwerk zum Bestandteil des Grundstückes, d. h., dass dann der Grundstückseigentümer zum Eigentümer des Bauwerks wird. Und dann? Hinzu kommt über die Jahre ein nicht unwesentlicher Erbbauzins! Der Konzertsaal gehört auf ein Grundstück, das sich im öffentlichen Eigentum befindet. Es ist nicht einzusehen, warum der Standort am Finanzgarten (ein ehemaliger Parkplatz!) nicht genutzt wird. Dass der Herr Spaenle Angst um seine Wiederwahl hat, kann ja wohl nicht als Begründung herhalten. Dass der Konzertsaal „im“ Finanzgarten geplant war, ist schlicht und ergreifend eine Lüge! Naturschutz? Wo waren diese Schreier denn, als am Leonrodplatz für das geplante Gerichtsgebäude ein über Jahre gewachsenes Biotop innerhalb von zwei Tagen platt gemacht wurde? Rücksicht auf dort lebende Tiere? Fehlanzeige! Es gibt nichts verlegeneres, als diese selbsternannten Naturschützer!

 Wilfried Schneider München

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