Leserbrief

Österreich will öffnen

Markus Thiel: „Wir sind skeptisch-optimistisch“; Kultur 23. April

Während man bei uns mit Schwarzmalerei und Angst arbeitet, wodurch zusätzlich die Immunkräfte geschwächt werden, liegt in Österreich Vorfreude in der Luft, obwohl dort die Corona-Lage gar nicht so gut aussieht. Noch immer wird bei uns täglich über Bettenauslastung und Todesfälle in einer Art Katastrophenstimmung berichtet, wobei nichts über reine Corona-Fälle gesagt wird. Wenn es um gute Geschäfte geht, wird nicht selten auch über Ehrlichkeit und Wahrheit hinweggegangen. Wenn man bedenkt, dass Klinken für jede aufschiebbare OP pro Tag 560 Euro und für die Bereitstellung eines zusätzlichen Intensivbettes 50 000 Euro bekommen, liegt es nahe, Corona-Fälle auch künstlich hochzuheben. Offensichtlich sind Patienten, die auch noch mit Corona behandelt und sterben, für Kliniken im Hinblick auf Abrechnungen besonders lukrativ. Solange man mit Angst und Kranksein recht gut verdienen kann, wird eine zunehmende Krankheitsindustrie, in der es aber keine unbegrenzte Zahl von billigen Pflegekräften geben kann, kaum an einer Mobilisierung eigener Immunkräfte interessiert sein. Außerdem scheint sich unsere Gesellschaft schon längst an eine sozialistische medizinische Versorgungsmentalität gewöhnt zu haben, die Bequemlichkeit fördert und eigene Initiativen verhindert. Noch gibt es bei den etablierten Parteien kein Umdenken, auch wenn uns dieses zunehmend krankheitsfördernde System fast 400 Milliarden kostet, ohne dass eine spürbar gesündere Bevölkerung herauskommt. Bedenklich, wenn Tübinger Hoffnungsansätze jetzt auch noch durch bundesweite Einschränkungen ausgebremst werden.

Simon Kirschner

Gaimersheim

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