Wenig vorweihnachtlich

Kathrin Zeilmann: Zwischen „Stille Nacht“ und „Last Christmas“; Kultur 22. Dezember

Da ich treuer Br1-Hörer bin und den Sender, seine Programmgestaltung insgesamt sehr mag, verbindet sich gerade deshalb dieses Thema zur Advents- bzw. Weihnachtsmusik mit einer kritischen Betrachtung, die mich immer noch sehr berührt; sehr sogar: - Immer wieder habe ich betont, dass diese englisch-amerikanischen Weihnachtslieder (oft auch billig zusammen geschriebene Versionen!) beibehalten werden sollen; es ist eben unsere Zeit! - Aber um dem eigenen Werbeslogan von Br1 = „mehr Abwechslung erleben“ gerecht zu werden, könnte man vereinzelt am Tage - vielleicht zwei- oder dreimal - eine deutsche Adventsmelodie beimischen. Warum eigentlich nicht? Warum nicht in modern vertonter Fassung, die es sogar in Jazzversionen gibt? Seit drei Wochen werden wir überfüttert von ausschließlich englischen Versionen, die einfach emotionslos bleiben. - In der Faschingswoche in diesem Jahr schaffte es Br1, tagelang deutschsprachige, echte und alte, Faschingsschlager im Programm zu spielen, was für ein Widerspruch. - Am 3. Advent um 7h15, schon ein stimmungsvoller von dieser Zeit und seinem Datum geprägter Moment, stelle Br1 sein wahnsinnig tollen Erfolg von der Sternstunden-Sammlung vor. Man ist berührt, auch ein wenig vorweihnachtlich! Und warum kann man dann nicht, noch einmal wiederholt, wegen mir , modern geprägt, eine deutsche Adventsmelodie einfließen lassen? Morgens um 5h58 und zur späten Abendzeit gibt es von Br1 die schönen Wortbeiträge „Gedanken zum Tage“, Gedanken zur Nacht“, überwiegend christlich wie kirchlich geprägt. Aber man schafft es nicht, wenn auch nur ganz vereinzelt, mal eine deutsche Adventsversion in dieser Zeit einzuspielen? Gerade in der jetzigen Zeit ist es wichtig, sich auf unsere kulturelle Orientierung zu besinnen. Es gibt dazu ein wunderbares Buch „Die Macht der inneren Bilder“ mit der Aufzeigung was sich in unseren Köpfen abspielt, wie Erinnerungs- wie Gefühlsbereiche in uns getragen werden, auch durch das Sinnungsorgan, das Ohr - eben von Musik. Wie nahe werden wir berührt, wenn uns eine deutsche Advents- bzw. Weihnachtsmusik erreicht? Lediglich in kommerziellen Werbeeinblendungen von Unternehmen hört man deutsche Weihnachtsmusik; warum wohl? Um mehr Effektivität bei den Menschen zu erreichen. Ich wiederhole hiermit meine an Br1 gerichtete Bitte, hier doch einmal etwas zu ändern! 

Wilfried Bowe Polling.

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