Leserbrief

Die Frage nach der Religion

Simone Dattenberger: „Im nächsten Leben will ich ich sein“; Kultur 29. Januar

Was in allen drei Jesus-Büchern als Grundproblem an Autor und Leser nagt, ist die berühmte Gretchenfrage. Wie steht’s um die Religion? Auf dem Zettel, den Simòn im Buch „Don Quijote“ vorfand, der in Wahrheit eine herausgetrennte Seite aus dem Buch Genesis ist, steht schwarz auf weiß: Ob Mann oder Frau, jeder/jede ist Jesus. Und dieser Jesus (Mensch) gequält durch den Schatten. Ist dieser ständig auf der Suche nach seinen ihm unbekannten Seelenteil, der mit dem Wort „Christus“ bezeichnet wird. Er, der Mensch (Jesus) es nicht begreift, dass er es selber ist, den er unaufhörlich sucht, den er nicht finden kann, da der Schatten sein Gemüt mit Dunkelheit hat belegt, die er zu durch-schreiten hat, um sich in Christus zu finden.

Der im Grunde seines eigenen Seins, er schon immer war. Menschen sind werdende Götter und es ist ein Drama ein Gott zu werden. Der Biss in den sauren Apfel im Garten Eden, symbolisiert den entscheidenden Augenblick an Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, von einem Heraustreten aus dem unbewussten Zustand eines Instinktverhalten, hin in auf die Ebene, denkender Eigenständigkeit des Menschen der Frühgeschichte. Das ist und war der entscheidende Durchbruch an Fähigkeit, eigener Denkfreiheit, die bezeug. Losgelöst von der inneren Göttlichkeit (Christus) des Menschen, sich als ein selbstständig handelnd, denkendes Wesen zu erfahren.

Was zugleich bedeutete: Der Mensch wurde sich mit dem Erringen seiner geistigen Freiheit, auch der Angst um seinen persönlichen Tod bewusst. Deshalb müsse ein fünfter Band von J. M. Coetzee den Titel „Schatten“ tragen. Der sechste Band das Wort „Erlösung“. Aber was ist Erlösung. Erlösung bedeutet; Wissen um das Geschehen der eigenen immerwährenden, Existenz - Amen.

Erwin Schaller

Hebertshausen

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