Zur Kanzlerin nach den Wahlen

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist keine Alternative für Deutschland, sondern eine Schande für Deutschland.

In dieser Partei tummeln sich braune rechte, linke und vorbestrafte Gestalten, die keine Ahnung von Politik haben und in den Parlamenten nur Ärger machen wollen. In Bayern haben wir zum Glück die CSU und Seehofer, die sich Merkels Flüchtlingspolitik entgegenstellen.

Helmut Meier Murnau

Bevor man eine Partei pauschal verurteilt, wäre es doch angebracht, ihr Partei- oder Wahlprogramm zu lesen. Ich habe verschiedene Programme der AfD auf deren Internetseite gelesen und dort keine rechtspopulistischen oder fremdenfeindliche Inhalte gefunden, stattdessen aber eine Reihe von Ideen, die durchaus vernünftig erscheinen. Anhand dessen, wie sich eine Partei darstellt, kann man sich als mündiger Bürger selbst eine Meinung bilden und muss nicht das übernehmen, was andere meinen oder schreiben. Man wird nie mit allen Ideen, die eine Partei vertritt, einverstanden sein.

Siegfried Schwarz Lenggries

Keiner ist unfehlbar und auch gute Politiker machen Fehler, aber wie sagte doch Arthur Schopenhauer: „Falsche Ansichten zu widerrufen erfordert mehr Charakter, als sie zu verteidigen.“

Gerhard Lehnert Olching

Wo fünf Menschen zusammenkommen, können sieben unterschiedliche Meinungen entstehen. Das ist seit Jahrtausenden so. Nicht in Ordnung finde ich, dass es Zeitgenossen als geboten ansehen, moralisch den Anspruch zu erheben, diejenigen als primitiv zu bezeichnen, die nicht ihrer Meinung sind. Wenn das Ehepaar Schelle aus Oberau der politischen Meinung ist, dass nur Frau Merkel eine menschenwürdige Politik vertritt (Idomeni? TTIP?) und dass sich damit alle anderen EU-Regierungschefs gefälligst nach ihrem Tun zu richten haben, sage ich: Okay, das ist Ihre Denkweise, ist Ihr Empfinden – aber: Ihre Meinung kann ich nicht teilen, weil... Heißt: Ich nehme Ihre Überzeugungen zur Kenntnis, aber ich stufe sie öffentlich nicht als einfältig ein. Kritik ja, Verunglimpfung nein! Meinungsfreiheit ja, Gleichschaltung nein! Sonst würde die Leserbriefseite hier im Münchner Merkur wenig Sinn machen. Kein niveauloser, sondern unbestrittener Fakt ist, dass Frau Merkel mit ihrem „scharfen analytischen Verstand“ nun eng mit einem Staatsführer zusammenarbeiten möchte, der Andersdenkende brutal niederknüppeln lässt, die Meinungsfreiheit zertrampelt und dessen Städte im Südosten seines Landes nicht anders aussehen wie etliche grässlich zerbombte Städte in Syrien. Ein Staatsführer, für den Frau Merkel selbst vor noch nicht allzu langer Zeit nur Verachtung übrig hatte.

Uwe Schmidbauer Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Betrifft Landtagswahlergebnisse: Ich kann den Begriff „rechtspopulistisch“ nicht mehr hören, ebenso wenig das hochnäsige, oberlehrerhafte Geschwafel von Vertretern der etablierten Parteien gegen die Vertreter der AfD. Ich habe Frau Petry und die Herren Gauland und Meuthen in Interviews und bei Diskussionen als intelligente Menschen erlebt, die Ohr, Herz und Verstand nahe bei den Menschen haben. Die AfD schürt nicht die Sorgen und Ängste der Menschen; sie nimmt diese auf – das ist ein großer Unterschied! Eine national-konservative Einstellung und die Formulierung einer entsprechenden Politik ist überfällig und europaweit zurecht am zunehmen. Keine(r) ist gezwungen, eine solche Partei zu wählen! Wer der AfD vorwirft, in ihren Reihen seien auch Leute von Rechtsaußen, darf daran erinnert werden, dass in der CDU jahrzehntelang alte Nazis im Amt und Würden waren. Mir ist es lieber, wenn tendenziell Rechtsradikale sich parlamentarisch vertreten fühlen können, denn das nimmt vielleicht etwas Druck von der Straße. Man wird sehen.

Tilman Reinhardt Eichenau

Am Marienplatz schürt Pegida Ängste mit Muezzingesang und „die Merkel muss weg“. In den Talkshows verbreiten die immer gleichen verbalen Zauberkünstler ihre einstudierten Mantras. In Bayern demütigt Horst S. die Kanzlerin und gibt aus wahltaktischen Gründen seine Standardfloskeln zum Besten: Die Flüchtlingszahlen müssen deutlich reduziert werden , eine andere Politik muss her, der Merkelweg ist gescheitert, kurz, die Kanzlerin ist an allem Schuld. Überall vermisse ich konstruktive Alternativvorschläge außer Schießbefehl von AfD und die Spiegel-Recherche, dass eine Abschottung der BRD praktisch nicht durchführbar ist und Jahre dauern würde. Seehofers Querschießereien, Putin- und Orbanbesuche sind kontraproduktiv. Das Migrationsproblem kann nur gemeinsam europäisch mit den USA und der Türkei gelöst werden. Mit der Gefahr, wie so oft in Bayern, als nordisch-protestantisch-naiver Gutmensch bezeichnet zu werden, hier ein Vorschlag, immer noch besser als vorzuschlagen, die Saudis sollen doch ihre islamischen Brüder aufnehmen: Nach IS-Vorbild eine groß angelegte Cyberkampagne in Nahost und Afrika: Kommt nicht nach Europa, wir können nicht mehr, gebt euer Geld nicht den Schleppern, wir helfen euch im Nahbereich usw. Gleichzeitig massive von UNHCR gesteuerte Aufbauhilfe mit Unterkünften, Versorgung, Schulen etc. im Nahbereich Türkei-Libanon. Rigorose Verfolgung der Schlepper und deren Geldströme. Auffang- und Rückführlager an den EU-Außengrenzen. Kontrollierte UNHCR-Zuwanderung. Und das alles großzügig finanziert aus dem großen EU-Topf, eventuell auch unter Zwang. Es ist unrealistisch, Länder zur Aufnahme von Flüchtlingen zu zwingen (zum Beispiel Ungarn), finanzieller Zwang ist sicher einfacher. Nach zwei Zillertal Skiurlauben wieder zurück in meiner seit 40 Jahren Wahlheimat Schweden, wo die Probleme mit 165 000 registrierten Asylanten im Jahr 2015 und davon 35 369 einsam kommenden Kindern/Jugendlichen sicher nicht kleiner sind, aber die Debatte von rechts bis links problemlösungsorientiert geführt wird.

Joachim Tretter Göteborg/Schweden

„Nicht auf Merkel eindreschen“, Alternative zu Merkel; Leserbriefe 17. und 16. März 

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