Leserbriefe

Zur Kritik an Kramp-Karrenbauer

Es hat natürlich jeder Leserbriefschreiber das Recht, seine Meinung zu unserer derzeitigen politischen Situation zum Ausdruck zu bringen. Doch sollte man mit seinen Kritiken an eine Person nicht unter die Gürtellinie gehen. Doch das habe ich mit dem Leserbrief eines Schreibers, in dem er Friedrich Merz als Mephisto, Heuchler, Blender, Kasperl, Casanova und als Totengräber des Sozialstaates betitelt, empfunden. Mephisto lasse ich mir noch eingehen, denn er bezeichnet sich in Goethes Faust als „ein Teil von jener Kraft, die Böses will und stets Gutes schafft“. Er gilt hier als der beeindruckendste Charakter. Blender und Totengräber trifft ja gar nicht zu, wenn man bedenkt, was er sich ideell erarbeitet hat. Casanova (Herzensbrecher) hat ja hier überhaupt nichts zu suchen! Zum übrigen Text, ich hoffe, Herr Merz entscheidet sich für ein deutsches Kabinett, das hätten wir alle verdient.

Monika Kotter

Hohenlinden


Zur Kritik am Vorstandswechsel der CDU: Mit Verwunderung lese ich, welche klugen Ratschläge der Herr Blüml zur Umbildung der Parteiführung in der CDU macht. Die Regionalpartei CSU hat immer noch nicht begriffen, dass sie wahrlich kein Vorbild ist. Frau Dr. Merkel hat nach langer Zeit als Parteivorsitzende elegant und würdevoll den Führungswechsel in ihrer Partei geregelt. Sie darf immer noch den Dr. Titel vor ihren Namen setzen. Einigen bayerischen Spitzenpolitikern kam er abhanden. Jetzt sind 4 Tage vergangen und die klugen CSU- ler wissen schon, was falsch gelaufen ist und läuft, anstatt als Demokraten ein Wahlergebnis anzunehmen. Diese Partei ist wahrlich kein Vorbild mehr. Es liegt wohl am Personal. Nachdem Herr Seehofer als unbeliebtester Politiker Deutschlands die Bundesregierung fast gestürzt und das Volk mit seiner Hetzerei gespalten hat, wurde er, wie hier üblich, aus dem Amt getrieben. Aufgabe bayerischer Personenschützer ist offensichtlich der Schutz vor Parteifreunden. Wer den Anspruch erhebt, führen zu wollen, muss Entscheidungen selbst treffen können. Hört denn kein CSUler wie laut sich FJS im Grabe umdreht, weil ihm dieses Personal keine Ruhe gibt? Nach Beendigung der Pubertät sind die Freien Wähler zurück zur Mutter, der CSU. Kaum gemeinsam im Amt, beklagt sich Herr Streibl, der Minterpräsidentensohn aus Amigo Zeiten, über unprofessionelle Arbeit seiner Leute. Hier, liebe CSUler, gibt es eine große Baustelle. Wer hatte denn die Abschaffung der Wehrpflicht durchgesetzt? Ja natürlich, Herr von und zu Guttenberg von der CSU als Kurzzeit Verteidigungsminister war es. Wer hatte denn die Entscheidung für den Ausstieg aus der Atomenergie in der Regierung mitgetragen? Ja die CSU war es. Wer stimmte rasch Stromautobahnen nach Süden zu, um sie sofort zu blockieren? Wer blockierte Windenergie? Ja Herr Seehofer war es. Die CSU kauft demnächst wohl billigen Strom aus Temelín. Ist das Ihre Umsetzung von Umweltpolitik? In welchem Bundesland kann man abgebrannte Brennstäbe überhaupt nicht einlagern? In Bayern, wie Herr Seehofer feststellte. Wer verängstigt die Menschen mit angeblich täglich tausenden von Illegalen an Bayerns Grenzen, deren Abwehr eine eigene Grenzpolizei gebraucht? Diese darf gar nicht kontrollieren. Braucht sie auch nicht, da die wenigen die kommen, leicht von der Bundespolizei bewältigt werden. Wer errichtet denn Unterkünfte für abschiebepflichtige Flüchtlinge am FJS Flugplatz, in denen die Übernachtung teurer ist, wie in einer Luxus Suite des Hotels Bayerischer Hof? Wer verkaufte tausende von Sozialwohnungen? Ich würde mir wünschen, dass die Meckerei und Verängstigung der Bürger nur aus Gründen der Profilierung aufhört. Die absolute Mehrheit in Bayern ist dahin. Wir sollten an einem Seil nicht zu beiden, sondern nur zu einer Seite ziehen. Dabei würden Kräfte entstehen, die Gewaltiges leisten könnten. Mit „mir san mir“ und der Hoffnung von einem Königreich Bayern geht der Erfolg gegen Null.

Gerhard Brandt

Ingenried

Eigentlich wollte ich nichts mehr zu der Wahl der neuen CDU-Vorsitzenden schreiben. Doch nun muss ich es doch noch einmal machen, frei nach den dem Spruch von Karl Valentin: „Es ist schon alles gesagt nur noch nicht von allen“. Denn zwei Leserbriefschreiber unterstellen mir etwas, was ich so nicht im Raum stehen lassen kann. Ich bin weder ein Unterstützer von Herrn Merz, wie Herr Dieter Klug meint. AKK für zu merkel-nah zu halten, heißt nicht, Herrn Merz zu mögen. Für mich war das nur die Wahl zwischen dem Weiter-So mit einer Deutschland schadenden merkelschen Politik und einer kalten neoliberalen Politik à la Merz. Noch ist der Ausdruck Mini-Merkel respektlos und frauenfeindlich, denn auch bei einem Mann, der wie Frau Merkel ist, hätte ich mir das in ähnlicher Weise erlaubt. Bewertungen dieser Art wie von Herrn Olaf Zander zeigen nur, dass man mit der Meinung anderer Leute nicht umgehen kann und einen Mangel an Ironiegefühl. Natürlich ist Frau Kramp-Karrenbauer ein eigenes Individuum. Doch anders als Herr Zander erwarte ich mir von einem Parteivorsitzenden nicht, dass er die Regierung bedingungslos unterstützt. Dort wo Fehler gemacht werden, und bei den Regierungen Merkel gab es viele, dort erwarte ich mir eine deutliche Kurskorrektur. Deshalb halte ich es grundsätzlich für gut, wenn der Regierungschef und der Vorsitzende von dessen Partei zwei getrennte Personen sind. Keiner von uns Leserbriefschreibern ist ein Hellseher und weiß, wie sich Frau Kramp-Karrenbauer entwickeln wird. Doch nach dem, was bisher von ihr kam, ist sie doch eher auf Merkelkurs. Ich wünsche ihr trotzdem Glück und den Leserbriefschreibern, die eine andere Meinung haben, mehr Gelassenheit beim Ertragen anderer Meinungen. Deswegen lassen wir die Dinge auf uns zukommen. Diskutieren ja, persönliche Angriffe nein.

Thomas Münch

München

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