Leserbriefe

Elektroautos

Wie umweltfreundlich ist das E-Auto;Leserforum 8. November

Von Tesla gibt es ein Schnellladesystem in ganz Europa, es gibt daher kein Reichweitenproblem. Dieser Hersteller hat auch die seltenen Erden von 9 Prozent auf 2,8 Prozent in den Batterien reduziert, und es ist nur eine Zeitfrage, wann diese ganz entbehrlich sind. Der Preis dieser Fahrzeuge liegt mittlerweile auf dem Niveau eines 3er-BMW. Sinn macht die E-Mobilität natürlich nur mit Ökostrom. Nachdem wir in Deutschland 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen haben, könnte diese Anzahl von Fahrzeugen problemlos betankt werden. Wenn man sieht, wie viele Dächer keine Photovoltaikanlage haben, erahnt man das ungenutzte Strompotenzial. Zuhause ist eine einphasige 16A-Dose ausreichend für mehr als 20 km Ladung pro Stunde.

Fakt ist auch, dass für die Förderung, Lieferung und Herstellung von sechs Liter Diesel circa 40 kwh Strom notwendig sind. Mit diesem Strom kann man elektrisch circa 250 km weit fahren.

Das im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftige Argument für die E-Mobilität sind die seit mehr als 50 Jahren geführten Kriege ums Öl. Weniger Ölverkauf bedeutet weniger Geld für Waffen. Die gesparten Öldollars bleiben im eigenen Land. Wer mit dem Auto fährt und von Umweltschutz redet, muss im Übrigen auch auf Gummireifen verzichten, denn der Rohstoff dafür wird auch unter fragwürdigen Bedingungen abgebaut.

Franz Wimmer

München


Beim Thema Elektroauto zeigt sich jetzt vermehrt eine gewisse Nüchternheit sowohl bei der Politik wie auch beim Verbraucher. Noch vor einem Jahr forderten die Grünen besonders lautstark das Ende des Verbrennungsmotors bis 2030 – alles Fantastereien! Man hört heute nicht mehr davon. Das Elektroauto ist eine zusätzliche Antriebsform für Kraftfahrzeuge, aber bestimmt nicht die Lösung aller Mobilitätsprobleme. Neben den Vorteilen sind auch die Nachteile unverkennbar – Batterieproblematik, Ladeinfrastruktur, Kosten, Energiebeschaffung. Wenn man nachts zehn Millionen Elektroautos mit nur zwei Kilowatt laden würde, benötigt man eine Kraftwerksleistung von 20 000 Megawatt. Das sind 14 Atomkraftwerke vom Typ Isar 2.

Besonders für große Fahrzeuge macht der Elektroantrieb wenig Sinn. Hier sind Hybrid- und Diesel-Aggregate nach wie vor die beste Lösung. Um den Energieinhalt von 50 Litern Dieselkraftstoff elektrisch zu speichern benötigt man eine Batterie mit 750 kg Gewicht.

Wo die Entwicklung für alle Antriebsarten hingeht, kann heute niemand sagen. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung wird die E-Mobilität stark ankurbeln. Die Prognosen gehen von einem Marktanteil von 20 Prozent in zehn Jahren aus. Der Verbrennungsmotor wird noch sehr viele Jahrzehnte im Einsatz sein. Zukünftig synthetisch hergestellte Gase und Kraftstoffe können nur hier zum Einsatz kommen.

Hubert Sandtner

Oberding

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