Leserbriefe

Streit um Ausflüge ins Oberland

Gedränge am Walchensee; Leserforum 8. JuliDoris Neumayr:Kleine Gipfel-Expedition, Journal 27./28. Juni

Wenn man schon ein Touristenghetto schafft – siehe Werbung „Flacke, Biergartl Angebot usw“ –, muss man schon mit Hinterlassenschaften rechnen. Das Forstamt lässt es sich auch teuer bezahlen, könnte etwas Müllentsorgung betreiben und vielleicht auch Aufklärung betreiben. Ich habe das Gefühl, es geht in erster Linie ums Geld. Wenn keiner mehr kommt ist es auch nicht recht. Vielleicht braucht‘s auch mal in der Schule ein paar Pflichtstunden „wie verhalte ich mich in der Natur“. Uns ist das alles innerhalb der Familie vermittelt worden. Den Flug- und Hoteltourismus wie heute gab es noch nicht. Meine Generation gehört zu denen, die Ihren Müll und sonstige Hinterlassenschaften wie die Allermeisten im Wohnmobil wieder mit nach Hause nehmen, oder der nächsten Entsorgung zuführen. Eigentlich sind sie ja alle selber schuld mit Ihren ewigen negativen u. positiven Schlagzeilen. Auch das lockt an und ist interessant. Vielleicht denken sie mal darüber nach, wie schön und sauber es war, als noch nicht soviel auswärtige Pkw, sondern mehr Wohnmobile da waren. Jetzt zu Corona-Zeiten kommen auch noch die sogenannten Ballermann Urlauber, man braucht sich nicht wundern. Die Mehrheit muss wie in letzter Zeit üblich, für das Fehlverhalten einiger mit immer neuen Verboten büßen. Das kann nicht sein.

Michael Hofmann

Weilheim

Der Waxenstein ist keine Bergwanderung für einen Massenansturm. Der Waxenstein ist eine kleine Idylle für ein paar Einheimische, die dort oben für ein paar Stündchen in Ruhe innehalten können.

Die Tour ist gut beschrieben und mit einem Kartenausschnitt versehen. Wer glaubt, dass der Alm- beziehungsweise Forstweg von der Lexenalm zur Baunköpflalm ohne Führung lieber den Abkürzer über die Heuwiese vom Brunnlocherbauer nimmt und niedertrampelt. Zum Aufstieg hinter der Melchersteffelalm führt nur ein Rückeweg für die Holzbringung des Waldbesitzers. Der obere Teil ist eine Fichtenschonung. Vom Sattel aus ist nur ein kleiner, nicht ungefährlicher steigloser Anstieg zum Waxenstein. Dort ist aber nur Platz für fünf bis sechs Personen. Beim Ansturm müssen Wanderer unten am Sattel derweil Schlange stehen. Nach der Besichtigung führt außer dem Anstieg kein anderer Weg oder Steig weiter, sodass die Wanderer planlos irgendwo rumirren – ob am Moosenberg oder sonst irgendwo. Der Waxenstein mit Moosenbergkopf ist einer der wenigen Rückzugs- und Ruheplatz für Gams- und Rotwild.

Klaus Fuchs

Lenggries-Schlegldorf


Kassieren und Kassieren, das ist das einzige was den Herrschaften einfällt.Am Badegelände Ambach kassiert man seit Jahrzehnten, jetzt auch mit Automaten, die Kinderspielplätze sind dort eine wahre Schande,gefüllt mit ordinären Bausand, selbst dafür fehlt das Verständnis, nicht zu vergleichen mit denen vor 30 Jahren, da machte Spielen dort noch Spaß, die Parkplätze bei Regengüssen eine Seenlandschaft, andere versumpft, die Wege am Gelände barfuß kaum benutzbar, weil kantige Granitkiesel ausgebracht wurden, früher war es Sand und wirklich barfuß ein Spaß, aber die Gebühren wurden immer höher wie die Besucherzahlen seit Jahren rückläufig sind. Ich bin letztes Jahr öfters am Wochenende und bei Badewetter am Walchensee gewesen.Es war viel los, aber man konnte ganz gut durchkommen und es war nicht so schlimm wie ich erwartet hatte.Geradezu menschenleer ist es oberhalb des Walchensees im Bereich zwischen Einsiedel,Hochkopf Galgenwurfsattel und dem Jagdhaus von König Ludwig.Jedenfalls ist es keine Lösung, den Verkehr von heute mit den Straßen von vorgestern bewältigen zu wollen, zumal heute vielmehr Radfahrer unterwegs sind.Und diese Radfahrer sind ein wirkliches Verkehrshinderniss, aber auch deswegen, weil die Straßen viel zu schmal oder keine Radwege vorhanden sind. Vor nicht einmal 100 Jahren sollten Autofahrer die Berge noch mit dem Wagen erwandern, großartige Projekte wurden ersonnen, u.a. die Dt. Alpenstraße, die leider unvollendet blieb,aber dort hinten bruchstückhaft existiert, heute werden Automobilisten als Bedrohung wahrgenommen, als Umweltverschmutzer verdammt und als Melkkühe der Nation mißbraucht. Die hohe Besucherzahl soll die Einführung von Parkgebühren rechtfertigen, ähnlich wie sich die Kommunen in der Verkehrsüberwachung betätigen, natürlich nur zu unserem besten(Blitzgeräte), allerdings nur an Stellen mit hohem Verkehrsaufkommen, da klingelt dann die Kasse.Schon in den 60er Jahren wurde die Mautgebühr des Staates als Eigentümer d.Staatsforstes kritisiert, weil der Staat für seine eigenen Unterlassungen hier seine Bürger abkassiert. Ginge es nach den Jachenauern, sollten die Gäste zwar das Geld überweisen, aber bitte nicht kommen.So sieht dann die Straße dort auch aus.Die Italiener vertraten hierzu die Ansicht, könnte man den Deutschen keine gescheiten Straßen bieten, kommen sie einmal und nicht wieder. Selbst an den Straßenrändern stark befahrener, im Winter gesalzener Straßen wachsen oft seltene Pflanzen, Orchideen, Türkenbund usw.Jetzt geht man her z.B. auf der Mautstraße zwischen Wallgau u. Vorrderiß und bringt zentnerschweren Granitblöcken, Holzstämmen usw. an den Straßenrändern aus,um Autofahrer am Parken zu hindern.Ein Auto fährt spätestens nach einigen Stunden weg, aber landet einer dieser Blöcke auf jenen seltenen Pflanzen, ist sie für immer ruiniert.Das ist dann die Sorge um die Natur, die ja hier angeblich geschützt werden soll.Und was ist eigentlich, wenn einer der dort zahlreichen Radfahrer auf einen dieser Pflöcke stürzt.Da nutzt dann vermutlich auch keine Rettungsgasse mehr und ist es wirklich so schlimm, wenn Autos an wenigen Tagen im Jahr am Straßenrand stehen. Neuerdings hat man parallel zur Staatsstraße über die Jachenau zum Walchensee einen sehr großzügigen Radweg gebaut, der den katastrophalen Zustand dieser nur allzu klar verdeutlicht.Bei der Staatsstraße in die Jachenau dürfte es sich um die schlechteste in ganz Bayern handeln und ob damit der behördlichen Verkehrssicherungspflicht genüge getan ist, ist zu bezweifeln.Hierzu hören wir kein Wort des dortigen Bürgermeisters, ebensowenig vom Amtskollegen in Kochel, wo seit Jahrzehnten eine gräsliche enge Kurve samt Ampel/Abbiegespur mitten im Ort, Nähe Denkmal des Schmied v. Kochel, den Verkehrsfluß von und nach Schledorf/A95, Bad Tölz behindert.Wenn ich mich nur erinnere, was man allein am Kesselberg in den letzten Jahrzehnten für verkehrstechnisches Schindluder getrieben hat, aber auch dieser ist ausbaubar, schließlich stammt er weitgehend aus den 20er Jahren.Genauso ist die B11 am Walchensee verbesserungswürdig, die Forststraße zwischen Einsiedel und Jachenau zweispurig ausbaufähig, und warum schließen wir nicht die Lücke der Dt.Alpenstraße zwischen Wallgau und Vorderriß mit Ortsumfahrung von Wallgau an, wie schon vor Jahrzehnten geplant(Kassenhäusl wären dann überflüssig)Auch die B11 ist in Wallgau in einem erbarmungswürdigen Zustand.Stattdessen wird geklagt über die Besuchermassen, aber eine Klage hinsichtlich der Herzogstandbahn wegen zu hoher Einnahmen von diesen Besuchern, war von der betreibenden Gemeinde(Kochel) noch nie zu hören.So weit ich weiß, gibt es am Walchensee bis zum heutigen Tage nicht einmal ein festes Kloohaus, sondern nur Dixitoiletten, die „einmal im Monat“ geleert werden, igigitt.Traurig, traurig und da ist Bayern das reichste Bundesland.Der Walchensee gehört uns allen und nicht nur den dortigen Bewohnern, die vielen Monate und Wochentage, an denen es dort wirklich still ist, erwähnt keiner, auch nicht die Besuchermassen, die täglich nach München strömen, besonders zum Oktoberfest, besonders lustig ist es dann auf der Donnersberger Brücke, da würden die Herren Holz u. Rauchenberger Kopf stehen.

Peter Jäger

Geretsried

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