Wo soll das hinführen?

Ist Religion Privatsache?; Leserforum 17./18. März, Janine Tokarski: Falsch verstandene Toleranz; Kommentar, Armin Rösl: Kindergarten lässt Ostern ausfallen; Bayern 16. März

Wenn ich lese, wie in diesem Kindergarten mit unseren christlichen Festen und Bräuchen umgegangen wird, bin ich erschüttert und kann nur den Kopf schütteln. Wo soll das hinführen, wenn wir unsere christlichen Wurzeln verleugnen und wenn aus Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu, ein Frühlingsfest oder der St. Patrick’s Day wird, aus dem St. Martinstag ein Laternenfest, aus dem Tag vor Allerheiligen, dem Irischen „All Hallows Eve“ (Halloween), ein Horrorspektakel und aus Weihnachten vielleicht wieder das germanische Fest zur Wintersonnenwende, bei der das Sonnengottkind Balder wiedergeboren wird? Es ist dann nicht verwunderlich, wenn wir Christen aufgrund eines solchen Verhaltens von Extremen Islamisten als Ungläubige beschimpft werden, die Ihren Glauben verleugnen und nicht einmal Ihre eigenen religiösen Bräuche begehen und Feste feiern. Es muss doch möglich sein, in einem Kindergarten den verschiedenen Glaubensrichtungen der Kinder gerecht zu werden und auch die verschiedenen Feste zu begehen bzw. anzusprechen. Nur wenn die Unterschiede bekannt sind, ist auch ein tolerantes Miteinander möglich. 

Konrad Maierhofer Holzkirchen

Es ist einfach traurig. Die vielen Leserbriefe zu diesem Thema haben schon alles zum Ausdruck gebracht, was darüber zu sagen ist. Dem ist kaum etwas zuzufügen. Ich muss mir aber auch ein paar Worte von der Seele schreiben. Diese Menschen, die so handeln wie das AWO-Kinderhaus, haben offensichtlich keine Ahnung davon, was sie mit ihrer angeblichen Toleranz den Mitmenschen, und besonders den Kindern, antun. Toleranz wem gegenüber? Sie vergessen vollkommen uns gegenüber, den Christen in unserem Land - ganz egal wie sie selbst zum Glauben stehen - tolerant zu sein. Für uns Christen ist es erschreckend, wie hier der Glaube oft mit den Füßen getreten wird. Die Sache mit dem Kinderhaus kommt mir bei dieser Entwicklung fast wie ein Höhepunkt vor. Toleranz beruht auf Gegenseitigkeit. Ich werde nie vergessen, was mir ein Türke, mit dem ich mich - sehr nett - über den Glauben unterhalten habe, gesagt hat: „Wir, Moslems und Christen, müssen uns diesen Planeten teilen und wir sollen uns gegenseitig achten“. Ein Satz, der mir sehr gefallen hat. Leider funktioniert das nicht immer, auf beiden Seiten. In Deutschland dürfen wir doch frei unsere christlichen Bräuche pflegen, ohne uns zu verstecken. Offensichtlich möchten die Leute von AWO dies ändern. Das ist für mich eine Schande. Christliches Land? Ich habe das Gefühl, dass Einiges, was in diesem Sinne selbstverständlich war, immer mehr schwindet. Nicht nur die Kreuze in den öffentlichen Räumen. Ich blättere und suche in meiner großen Fernseh-Zeitschrift, ob ich etwas Österliches finde, einen guten Film z. B., doch da ist nichts. Ich habe über 40 Programme, kein einziges denkt an uns Christen. D. h. da kommen zwei Filme, die so gut wie jedes Jahr zu sehen sind und die man schon x-Mal gesehen hat. Ich habe mir nun einen wunderbaren, tiefgründigen Film (christlichen Film des Jahres 2015) als DVD gekauft (Gott ist nicht tot), und werde mir das zu Ostern anschauen. Muss man sich wirklich einen Film kaufen, bei so vielen TV-Sendern, die man hat? Wir Christen sind, bei den TV-Machern, völlig vergessen. Die vielen Leser, die sich über die Sache mit dem Kindergarten entsetzt äußern, sind mir ein kleiner Trost. Und ich bin auch meiner täglichen Zeitung, Münchner Merkur, dankbar, dass sie zu allen christlichen Gedenktagen so viele schöne und interessante Berichte zu den betreffenden Feiertagen bringt. Hier sind wir nicht vergessen. 

Valeria Vajs München

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