Blick in den Geldbeutel

„Zugriff auf das Geld der Bürger“; Leserbriefe 5. Februar

Wenn das Bargeld abgeschafft werden soll, stelle ich folgende Fragen: Müsste jeder ununterbrochen über seine Ausgaben Buch führen, da der kurze Blick in den Geldbeutel entfällt? Damit die Höchstsumme für die Ausgaben pro Tag oder Woche nicht überschritten werden kann, müssen Kredit und Zahlungen auf der Karte gespeichert werden oder gibt es eine direkte Abfrage des persönlichen Kontostandes? Was wäre dann bei Ausfall der Datenübertragung? Müssten Toilettentüren für Kartenzahlung umgerüstet werden? Bekämen Bettler Gutscheine mit Einzugsermächtigung oder bräuchten sie ein Lesegerät für die Geldkarten? Trinkgelder für die Klo-Frau müssten wohl entfallen. Beim Friseur würde aufgerundet und dem Besitzer vertraut, dass er den Betrag korrekt weiter gibt. Sammelbüchsen könnte man mit Schuldscheinen füllen, dabei müssten die Konten-Daten handschriftlich notiert werden. Die Kontoführungsgebühren für Kinder-Konten, bei denen nur kleine Beträge fließen, wären vielleicht höher als die Guthaben. Und wie sieht es mit Jahrmarktständen und einfachen Selbstbedienungs-Kästen aus (für Zeitungen, Blumen oder Kerzen am Friedhof)? „Kannst du mir mal 5 Euro leihen?“ geht dann auch nicht mehr. Blinden würde ein Stück Selbständigkeit genommen, sie können Münzen und Banknoten recht gut ertasten. Bei der Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen sehe ich dagegen keine Schwierigkeiten. Die Kalkulationen und die Angebote könnten durchaus auf 5 Cent auf- oder abgerundet werden. Es ist nicht nötig, das erst bei der Endsumme zu machen. Angebote mit € 9,99 auf 10 € aufzurunden, lockt nicht, da wären € 9,95 geschäftsfördernder.

 Ilse Bub Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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