Kernkompetenz des Christentums

Kirche hilft Hilfsbedürftigen; Wie ticken unsere geistlichen Herren?; Leserbriefe 18. und 17. Oktober, Claudia Möllers: Gegen die „Unkultur und Niveaulosigkeit“; Bayern 15./16. Oktober

Als kritischer Geist gegenüber der Amts-Kirche muss ich im Fall Flüchtlingspolitik diese doch vor der CSU-Kritik und einigen Leserbriefschreibern verteidigen. Hier geht es sozusagen um die Kernkompetenz des Christentums und somit besteht aus Gründen der Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit etc. die Pflicht der Kirchen zu helfen. Der Westen ist ja nicht ganz unschuldig an dem Flüchtlings-Desaster vor allem im Nahen Osten und in Afrika (Kolonialzeit, unfaire Handels-Beziehungen, Einmarsch in den Irak und somit Entstehung des IS etc.). Natürlich spielt das Neue Testament (Bergpredigt, Gleichnis vom barmherzigen Samariter etc.) in unser Grundgesetz und in die Sozialpolitik hinein. Dies scheinen einige Politiker und Leserbriefschreiber vergessen zu haben. Folklore-Christentum (Kirchweih, Einweihung von Feuerwehrfahrzeugen) ist einfacher, echtes Christentum fordert auch. Und seien wir ehrlich: Wem ist denn bei aller Hilfe bis jetzt konkret etwas von seinem Wohlstand weggenommen worden? 

Dietmar A. Angerer Bad Wiesee

Die Überschrift „Kirche hilft Hilfsbedürftigen“ macht neugierig. Auch wenn mehr aus der Sitzung der Bistumsleitung veröffentlicht worden wäre – es wäre nicht mehr dabei herausgekommen. Denn es wurde wohl sicher viel gesprochen, aber nicht wirklich was gesagt. Sie wissen vielleicht auch um die Sorgen und Probleme der Kirche und haben die Sorgen und Probleme der Hilfsbedürftigen im Blick, aber sie tun nicht wirklich selbst was dafür bzw. dagegen. Wie schon mal angesprochen – Herr Kardinal Marx bewohnt in bester und teuerster Zentrumslage Münchens eine großzügige Residenz – da könnte er doch mal etliche Flüchtlinge aufnehmen. Das wäre wahrhafte christliche Nächstenliebe. Nicht reden – tun! Ja, es wäre für die Leser des Münchner Merkur bestimmt interessant gewesen, wenn man auch über den weiteren Verlauf der Vollversammlung berichtet hätte. Zum Beispiel darüber, was wirklich getan wird. Die Kirche muss selbst was tun! 

Inge Schael Geretsried

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