Bierfilz mit Umweltmotto

Debatte um Bauernregeln; Leserbriefe 13. Februar

„Umweltschutz künftig auf Bierfilzl?“ – so die Schlagzeile im Münchner Merkur in seiner Ausgabe am 20. Juni 1986 – also vor mehr als 30 Jahren. Eine Münchner Großbrauerei verlieh damals im Rahmen der Paulaner-Forschungspreise unter dem Motto „Reines Wasser – unverzichtbare Quelle des Lebens“ einen Sonderpreis an den 18-jährigen Abiturienten Martin Preininger für seine Idee, auf Bierfilzen (Bierdeckel) für die Reinheit des Wassers zu werben. Besteht doch Bier zu rund 95 Prozent aus Wasser und reines Brauwasser ist nach dem Reinheitsgebot Grundlage für gutes Bier. Vier verschiedene Bierfilzl-Entwürfe sollten die Menschen der unterschiedlichen Altersgruppen und Berufssparten ansprechen, sei es den Landwirt beim Düngen (Gülle), die Hausfrau beim Wäschewaschen (Waschmitteleinsatz), den Autobesitzer beim Ölwechsel (Altöl) oder den Hausbesitzer beim Schneeräumen (Streusalz), den Gewässerschutz nach dem Motto „Reines Wasser - unser Leben“ nachhaltig zu unterstützen. Während davon drei Problemgebiete weitgehend gelöst sind, bereitet nach wie vor die übermäßige Gülleausbringung aus Mastbetrieben mit zu geringen Düngeflächen die größte Sorge. Dies ist landwirtschaftlich keine gute fachliche Praxis mehr, sondern letztlich Abfallbeseitigung zulasten des Grund- und Trinkwasserschutzes. Ob hier gewisse „Bauernregeln“ des Bundesumweltministeriums der richtige Weg sind? Dann schon eher eine Bierfilzl-Aktion! Mit Tiefbrunnenwasser das oberflächennahe nitratbelastete Grundwasser zu verdünnen, um den Nitratgrenzwert für Trinkwasser einzuhalten, verschafft den Wasserwerken nur eine zeitlich begrenzte Möglichkeit, denn „dilution is no solution for pollution“, also Verdünnung ist keine Problemlösung für Umweltverschmutzung.

 Erwin Preininger München

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