Lob und Kritik für den BR

Es mag ja richtig sein, was bisher über das Thema geschrieben wurde, das ja immer mal wieder aufkommt. Möchte aber dazu anmerken, dass die Rundfunkanstalten nicht einzig über das Programm selbst entscheiden.

Ich habe schon öfter Anrufe von der Mediacom in Berlin bekommen, die von den Radiosendern beauftragt werden, Umfragen durchzuführen. Sie nehmen den Musikgeschmack der Hörer als Grundlage für programmatische Entscheidungen eines Musiksenders. Da ich in die befragte Zielgruppe zwischen 25 und 42 Jahren falle und gerne Radio höre, habe ich bei dieser Art von Meinungsumfrage am Telefon (ausnahmsweise) mitgemacht. Man benennt den Radiosender und wann man den am meisten hört und kann dann von einer Vielzahl von Hörproben auswählen, ob man sie kennt, sie einem gefallen oder nicht. Ob man sie gerne weiter hört, zu häufig gespielt werden usw. Diese Ergebnisse entscheiden die Musikauswahl der einzelnen Sender.

Margot Karl Fürstenfeldbruck

Täglich verfolge ich die Lesermeinungen zum Programm des BR. Ich finde es ist dringend eine Stellungnahme eines Verantwortlichen des Senders zu fordern, sonst lachen die doch nur darüber!

Erwin Hareiner Olching

Auf UKW sind im Oberland zirka acht Sender empfangbar, am stärksten jedoch B 1. Nette, sympathische Ansager; gut aufbereitete Nachrichten; gute Kommentare, lustige Einlagen und vor allem eine aufregende Musik-Auswahl! Interpreten mit rauchig-versoffener Stimme oder orgastisch-hysterischem Geplärr in meist englischer Sprache! Stücke, die in Bayern niemand kaufen oder vom Internet laden würde. Hauptsache der Interpret aus dem amerikanischen Hinterland hat einen Grammy gewonnen für ein Stück, das in Bayern niemand kennt und auch nicht hören will. Auch in Krisen- und Katastrophen- Situationen keine musikalische Anpassung an die Situation. Eine unerträgliche Situation, wenn man mobil unterwegs ist und alle Sender das gleiche Geplärr senden, ausgenommen B5. Die privaten Sender im bayerischen Oberland hecheln den Großen hinterher und versuchen, diese noch zu übertrumpfen mit subkulturellen Gejohle. Vermutlich müssen die GEMA-Gebühren in die USA; deutsche Musiker verarmen. Die beste Musik für Bayern – wir lieben Bayern.

Josef Kutt Piesenkam

Früher dachte ich immer, ohne B 1 geht es nicht. Den ganzen Tag lief der Sender. Nachdem aber immer mehr englische Musik in B 1 Eingang fand höre ich mir nur noch die Fußballergebnisse am Samstagnachmittag an und das nun schon seit mehr als zwei Jahren. Nicht einmal beim Autofahren will ich B 1 hören. Man muss sich auch bei der Abendschau manchmal wundern, mit welchem Geschrei Geld verdient werden kann. Nun, wenn es geht, warum nicht?

Gerhard Fruth Haar

Mir fehlt beim Lesen der Leserbriefe jegliches Verständnis. Hier wird Kritik an einer Rundfunkanstalt geübt, die in den vergangenen Jahren als einzige zwei neue Hörfunkprogramme – Bayern plus und BR Heimat – geschaffen hat, welche sich ausschließlich mit deutschsprachiger Musik (Schlager, volkstümliche Musik, traditionelle Volksmusik) und Heimatkunde beschäftigen. Mir ist nicht klar, was ein Programmmacher noch tun soll, als 48 Stunden täglich den Hörern ein solches Angebot zu schaffen. Ebenso kann ich nicht nachvollziehen, welche Rolle hier der Verbreitungsweg spielt. Der BR hat in den vergangenen Jahren das Digitalradio ausgebaut, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Dadurch sind alle BR-Programme so gut wie flächendeckend verfügbar, und Empfänger sind ab 30 Euro im Handel zu bekommen. Für wenig Geld kaufen, anstecken, fertig. Kein Bluetooth, kein Internet, keine komplizierte Bedienungsanleitung. Digitalradio funktioniert im Gegensatz zu Internetradio einfach und schnell. Scheinbar wissen das die Kritiker aber gar nicht, beschweren sich aber trotzdem darüber. Einen modernen Flachbildfernseher, der übrigens viel komplizierter und um das vielfache teurer ist, hat wahrscheinlich jeder einzelne davon zu Hause stehen. Aber dass man jetzt nach über 60 Jahren Mittelwelle und UKW mal ein oder zwei neue Radios kaufen muss und auf diesen dann ein anderes Programm als Bayern 1 einschaltet, scheint völlig unmöglich zu sein. Und noch etwas: Es gibt auch Menschen wie mich, die gerne amerikanische Musik hören, egal ob in Bayern 1, Bayern 2 oder Bayern 3. Und auch das erwarte ich vom Bayerischen Rundfunk.

Andreas Knedlik Utting

Bezüglich des BR muss man sich allgemein wundern, wobei ich die Musik im Allgemeinen soweit gut finde, ist vielleicht eine Alterssache. Die Moderatoren sich meist zu sehr alles auf Ihr Ego beziehen. Was mich ärgert ist, so hat man es vernommen, wird das Chiemgauer Volkstheater mit seinen Aufzeichnungen sehr eingeschränkt, mag dies als Theater als vielleicht „ leicht „ eingeschätzt werden, so bringt es doch meist den Alltag von 1850 bis Heute, mit oft lustigen Pointen. Dazu in unserer Mundart. Muss man das gegen Serien wer weiß Gott woher eintauschen? Wenn da das Sparen anfängt – dann in Bayerisch: Prost Mahlzeit!

Hans-Jürgen Böttcher Frauenneuharting

Den kritischen Anmerkungen der Leserbriefschreiber über das Musikprogramm von Bayern 1 kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Endlich sagen mal einige B1-Hörer, was schon längst gesagt werden sollte. Die Musikauswahl ist zu stark englischlastig, deutsche und bayerische Musik kommen mit Sicherheit zu kurz. Da sollte der BR an die Generation (Ü 50) denken, die noch diesen Sender hört. Da die Bayern-1-Hörer vermutlich noch nicht alle an Demenz erkrankt sind, muss man ihnen nicht alle paar Minuten sagen, dass sie gerade Bayern 1 hören. Und dieser Hinweis wird auch noch jedem eingeflüstert – grauenhaft und äußerst nervig. Dass dies die beste Musik der 70er und 80er sein soll, wird ganz stark bezweifelt, auch dieser Umstand wird nicht wahrer, auch wenn man ihn unzählige Male wiederholt. Die gespielte übertriebene Fröhlichkeit mancher (männlicher) Morgen-Moderatoren ist unerträglich. Mit meiner Meinung bin ich nicht allein, auch mein Bekanntenkreis hat sich deshalb schon lange für andere Radiosender entschieden. Diese Kritikpunkte habe ich früher schon bei Bayern 1 vorgetragen, haben aber anscheinend niemand interessiert, da keinerlei Reaktion erfolgte.

 Theodor Jocher (Ü 60), Peiting

Die von Ihnen zu diesem Thema veröffentlichten Leserbriefen treffen in der Mehrzahl meine Meinung. BR 1 ist zu einer Rentenanstalt für englisch/amerikanisch-sprachige Sänger verkommen. Wir müssen das auch noch bezahlen.

 Karl-Hermann Schneider Ottobrunn

In dem Ärger der zitierten Leserbriefschreiber sehe ich keineswegs eine Hassliebe gegenüber einem Sender, von dem man – obwohl von seinem überwiegend angloamerikanischem Musikangebot genervt – dennoch nicht lassen kann. Die betroffenen Hörer(innen) haben schlicht ein Recht darauf, in einem öffentlich-rechtlichen Sender, an den sie Gebühren zahlen müssen, auch die von ihnen bevorzugten Arten von Unterhaltungsmusik vorzufinden! Wenn der Bayerische Rundfunk von allen kassiert, muss er auch liefern – und zwar nicht nur an ein paar Hörergruppen, sondern an alle gleichermaßen. Auch wenn ich selbst neben deutschsprachigen Liedern gerne Musik aus aller Welt höre, finde ich es unverschämt, wie wenig im BR der Musikgeschmack von vielen älteren Menschen berücksichtigt ist. Nebenbei bemerkt: Gute deutschsprachige Lieder hören auch junge Menschen gern.

Marieluise Markreiter Dietramszell/Ascholding

Bayern 1 ist von den privaten Anbietern nicht zu unterscheiden. 30 mal pro Stunde wird darauf hingewiesen, dass man Bayern 1 höre. Die Redaktion daraufhin angesprochen antwortete, man konkurriere mit 67 Sendern… Besonders schlimm Uwe Erdelts: „mein Bayern 1“ oder heute noch getoppt durch „Bayern 1 1 1….“ Überhaupt ist Erdelts Stimme viel zu oft zu hören. Gibt es keine anderen Sprecher für die permanenten (oft überflüssigen) Einspielungen vor den „Hits“ ? Auch die Gewinnspiele sind reines Privatradio: „Wer ist denn in Leitung 6“ Die Macher von Bayern 1 sollten sich an Ihren Programmauftrag erinnern und nicht mit dem Privatradio konkurrieren. SWR 1 spielt Super Hits, ist aber wesentlich informativer als Bayern 1. An den Stuttgartern sollte sich der Bayern 1 messen, nicht an den Privaten.

Günter Dillmann Starnberg

Ich kann das Gejammer über den BR nicht mehr hören. Es kommt mir so vor, wie wenn jemand daheim immer die gleiche Schallplatte auflegt und sich dann über die Musik beschwert. Wem das amerikanische Gedudel in Bayern1 nicht schmeckt, sollte es wirklich mal mit Bayern Plus oder BR Heimat (100% bayerisches Deutsch!) probieren. Was spricht gegen die Anschaffung eines DAB- oder Internetradios? In der ganzen Rundfunkgeschichte hat es immer wieder Umbrüche gegeben. In den 50erJahren wurden die alten Hörer ‘genötigt’, neue UKW-Geräte und -Antennen anzuschaffen, weil die neuen Programme auf Mittel- und Kurzwelle nicht zu hören waren. War das ‘unsozial’? War es eine ‘Unverschämtheit’, als in den 60er-Jahren die Zuschauer neue Empfänger und Antennen anschaffen mussten, um ZDF zu sehen? Werden alte Leute ‘diskriminiert’, weil es keine Schallplatten mehr zu kaufen gibt? Jetzt sind wir mittlerweile in der Lage, dass UKW so voll ist, dass neue Programme eben nur über neue Wellen ins Haus kommen können. DAB+ funktioniert sogar sehr gut mit der alten VHF-Fernsehantenne auf dem Hausdach, wenn die kleine Geräteantenne nicht reicht! Nähere Informationen gibt es bei www.digitalradio.de. Übrigens: Man kann die neuen digitalen Sender ohne Mehrkosten auch über jeden handelsüblichen SAT-Receiver hören!

Horst Bauer Lohhof

„Nicht die beste Musik“ und „BR ist beratungsresistent“; Leserbriefe 21. und 22. Dezember, Rudolf Ogiermann: „,Last Christmas‘ statt ,Stille Nacht‘“; Medien 19./20. Dezember

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