Debatte um Beamte

Richtig hinschauen; Da schau her!; Leserforum 26. und 25. Oktober

Sehr geehrte Redaktion, dass ich auf meinen Leserbrief Kritik erhalten würde, war mir klar. Nicht klar war mir, dass jemand nachts anonym bei meiner Mutter anrufen würde, und diese auf die Frage, ob sie einen Sohn namens Joseph habe, mit „ja“ antwortete und ihr daraufhin dieser anonyme Anrufer sagte, dass sie ihrem Sohn ausrichten solle, er möchte sich in Acht nehmen. Das hat mit sachlicher Kritik nichts mehr zu tun. 

Joseph Zenz München

Ich kann dieses ewige Lamentieren über die angeblich niedrige Polizeibesoldung nicht mehr hören. Natürlich steht der/die Polizist(in) in der Zielscheibe der Öffentlichkeit und riskiert auch manchmal seine Gesundheit für die Sicherheit und Ordnung. Dafür wird auch eine ordentliche Entlohnung bezahlt. Immerhin im mittleren Dienst bis A11. Das entspricht einer Besoldung eines Hauptmanns. Weitere Aufstiegschancen sind möglich. Außerdem hat der Beamte eine kostenfreie Uniform und Trainingskleidung und kann die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei nutzen. Umgerechnet sind das schnell ein paar tausend Euro zusätzlich. Nicht vergessen sollte man auch die exclusive ärztliche Versorgung des Polizeibeamten, die nicht mit der üblichen ärztlichen Behandlung verglichen werden kann. Ich bin selbst Berufssoldat a.D. des mittleren Dienstes, also mit einer vergleichbaren Bezahlung und Dienstgestaltung. Ich bin voll zufrieden mit meiner Entlohnung vor und nach meinem Dienst. Früher gab es noch die Wehrpflicht und junge Männer (keine Frauen) mussten Dienst an der Waffe leisten oder wurden zu Zivildienst verpflichtet. Das Ganze mit wirklich karger Bezahlung. Aber ich habe noch nie gehört, dass jemand zu dem Polizeidienst verpflichtet wurde. Also warum geht jemand freiwillig zu der ach so schrecklich unterbezahlten Polizei? Weil er/sie gerne in der Öffentlichkeit steht und gerne etwas Risiko in seinem Berufsleben haben will. Seinen finanziellen Werdegang kann jeder Bürger vorab vom ersten Tag seines Dienstes bis zum Eintritt seiner Pension und bis hin zum Witwengeld nach seiner Einäscherung nachlesen. Wenn es Ihm/ihr zu wenig erscheint, dann bitteschön, einfach eine andere Berufswahl treffen. Aber nicht dauernd jammern über den harten Dienst und der schlechten Bezahlung. Und wie von Herrn Dietrich als angeblich zusätzliches Risiko des Polizeidienstes aufgeführt, verliert nicht nur der Polizist, sondern jeder Beamte seine Pension, wenn er grobe bzw. kriminelle Fehler macht. Dafür geniest er /sie den absoluten Kündigungsschutz. Das heißt: garantierte finanzielle Planung und Kreditwürdigkeit bis ans Lebensende. So schlecht klingt das nun auch nicht.

 Jürgen Isert Röhrmoos

Sehr geehrter Herr Joseph Zenz, sie schreiben, dass sie das Gejammere der Beamtenschaft langsam satthaben. Meine Antwort über die Polizeibeamten, ich spreche diese an, die Tag und Nacht ihre Schichten in Großstädten wie Hamburg, Frankfurt/Main, München usw ausüben. Ich wollte nicht mit ihnen tauschen, oder bei Demos ihre Knochen hinhalten müssen. Nun zu mir, bin pensionierter Bahnbeamter, voll ausgebildeter Eisenbahner, Schule monatelang, dann als Zugführer, heute Zugchef genannt. Zu meinem Dienst: auch Tag und Nacht, Sonn- und Feiertag. Das heißt Ostern, Pfingsten, Weihnachten, wenn man Pech hatte auch Silvester, aber ich jammere nicht, den Beruf hatte ich mir ausgesucht. Nun zu der jetzigen Pension, im Jahr 2000 bekam ich einen Herzinfarkt mit 59 Jahren, konnte den Dienst nicht mehr aus üben – leider nicht. Ich bekommen keine 72 %, sondern nur 54 %, weil ich meine Jahre nicht geschafft habe und das im mittleren Dienst als Hauptsekretär. Bin privat krankenversichert, bekomme 80 % von der Versicherung bei einem Arztbesuch erstattet, 20 % muss ich zahlen. Es gibt Beamte – solche und solche – nicht die des mittleren Dienst mit dem gehobenen verwechseln! Außerdem, welchen Beruf haben Sie? Sie konnten doch auch Beamter werden, dann geht es doch einem so gut. 

Karl Feix München

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