Verbot der Enthornung

Über die Behandlung der Tiere; Leserbriefe 3. Februar

Es ist schon erstaunlich, was da die Frau Höck in ihrem Leserbrief zur Enthornung der Rinder von sich gibt. Ihrer Ansicht nach ist dies eine Lappalie, etwa mit einem Zahnarztbesuch vergleichbar, weil die Tiere für den Eingriff alle betäubt werden. Ich frage mich nur, wer übernimmt die Anästhesierung? Machen das jetzt auch die Bauern? Anscheinend ist mir bis jetzt entgangen, dass die bäuerliche Ausbildung auch eine Tierärztliche Grundausbildung beinhaltet, welche die Sedierung und Anästhesie von Rindern beinhaltet. Bis jetzt ist das immer die Aufgabe des Tierarztes gewesen, oder hat die liebe Landfrau, da etwas absichtlich verschwiegen und in ihrem Sinne zurecht gerückt. Nun, Tatsache ist, dass die Tiere ohne Betäubung bis zur sechs Lebenswoche, vom Landwirt selbst enthornt werden dürfen. Dass dies die Masse der Tiere betrifft, zeigt mir der Umstand, dass die für die Enthornung erforderlichen Brennstäbe, überall dort wo die Bauern ihr Werkzeug kaufen, erhältlich sind. Sie kaufen das Gerät dort nicht um es anschließend dem Tierarzt zu leihen, damit dieser die Tiere nach der Lokal Anästhesie enthornen kann. Sondern um es selbst zu nutzen, um sich diesen zu ersparen. Bei der Enthornung werden mit den Hornanlagen circa zehn Prozent des zukünftigen Kopfes weggebrannt. Dass zu verniedlichen zeigt eigentlich wie verroht und empfindungslos, diese Frau und leider auch viele andere Bauern ihren Tieren gegenüber geworden sind, sonst würden sie diese grauenhafte Prozedur ihren Tieren niemals zumuten. Sage keiner, dass die Tiere dabei nicht leiden, denn das kann man am massenhaften Cortisol Anstieg, im Blut feststellen. Mit dem Tierschutzgesetz vom 25. Mai 1998 gilt nach §6 (1) grundsätzlich ein Amputationsverbot, das heißt ein Verbot der Enthornung. Eine Ausnahme ist nach §6 (1) bei tierärztlicher Indikation gegeben und für die von der Betäubungspflicht in § 5 Abs. 3 ausgenommene Enthornung, von unter sechs Wochen alten Rindern. Letzteres jedoch nur wenn dies im Einzelfall für die vorgesehene Nutzung des Tieres, zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerlässlich ist. Da im Tierschutzgesetz keine Erklärung steht, wann eine Enthornung unerlässlich ist, kann davon ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber hier die bereits erwähnte Einzelfall Bewertung angestrebt hat und keine massenhafte Enthornung, wie es heute üblich geworden ist. Diese zeigt mir die Verwahrlosung der Ethik in der modernen Tierhaltung und zeigt dem aufmerksamen Beobachter eigentlich ganz deutlich, dass die ethische Verantwortung bei den meisten einfach nicht vorhanden ist, wenn es um deren persönlichen Vorteil geht.

 Leopold Weißenbach Peißenberg

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