Ohne Groll eingezahlt

Die gleichen Rechte; Leserforum 5. Dezember

Die vermehrten Befürworter zugunsten einer Bürgerversicherung möchte ich erinnern an die Gesundheitsreform beginnend 2002 mit Frau Ulla Schmidt (SPD) und Berater Karl Lauterbach (SPD). Eine immer noch (trotz vorangegangener Reformen) recht gut funktionierende Krankenversicherung wurde zu einem Bürokratie- Monster. Brillen - ganz gestrichen, Zahnersatz weitgehend reduziert, Zuzahlung zu rezeptpflichtigen Medikamenten, alle anderen sind selbst zu bezahlen. Ärzte sehen sich Mengen von Papier ausgesetzt. Es wäre gegen jede Erfahrung anzunehmen, dass dann alle mehr hätten, sondern natürlich werden alle weniger haben, denn die neuen Mitglieder sind nicht nur Beitragszahler, sondern werden natürlich auch Leistungen in Anspruch nehmen. Die Leistungen für alle werden auf ein Mindestmaß reduziert werden, für alles Weitere werden Zusatz-Versicherungen abgeschlossen werden müssen. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird wieder der Verlierer sein. Und wie soll der Übergang stattfinden, was passiert mit den Geldern der privaten Versicherungen und den tausenden von dann arbeitslosen Mitarbeitern? Die heutige Ungerechtigkeit besteht nicht darin, Beitragszahler zu sein, sondern darin, dass zu viele nicht oder kaum Beitragszahler aus den sozialen Kassen subventioniert werden. Für diese Fälle hätten wir allerdings bereits eine Bürgerversicherung - sie heißt allgemeine Steuerpflicht. Übrigens, ich bin weder Beamtin noch in der Versicherungswirtschaft tätig und habe fast 50 Jahre, nicht unbedingt zu meiner Freude, aber doch ohne Groll, ziemlich hohe Beiträge mit meinem Arbeitgeber an die Krankenkasse bezahlt in der damals noch berechtigen Hoffnung, im Alter dann ohne Beiträge auch noch gut versichert zu sein. Diese Hoffnung hat sich dank Schröder, Schmidt und Lauterbach nun allerdings nicht erfüllt. 

Christine Lechner München

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