Merkel und die Flüchtlinge

Fünf Mitmenschen zwischen München und Rottach-Egern bringen ihre Angst und ihren Unwillen zu teilen zum Ausdruck. Es klingt so, als fürchten sie um ihre bayerische Ruhe und Sicherheit.

Sie kritisieren die Bundeskanzlerin wegen des Flüchtlingsproblems, ohne natürlich einen Vorschlag zu machen, wie wir diesen unerwarteten Zustrom dieser meist geschundenen Menschen verhindern können. Sollen wir die polnische oder die ungarische Handlungsweise nachahmen? Oder sind wir wie die Franzosen der Meinung, dass Ausgrenzen besser und einfacher ist als integrieren? Übrigens ein Grund für die schrecklichen Ereignisse der letzten Monate in Paris. Soll das bei uns auch so sein? Wir haben jetzt die einmalige Chance, die Einwanderungs- bzw. Asylgesetze endlich den modernen Erfordernissen anzupassen - was in der Vergangenheit ja gar nicht vorrangig war. Aber jetzt und das schnell! Bestimmt würde uns das bei dem zu erwartenden, sehr viel größeren Ansturm helfen, wenn es wegen des Untergehens der weltweiten Küsten in wenigen Jahrzehnten viele Millionen hungernde und dürstende Menschen nach Europa schwemmt. Angst und Egoismus sind da wahrlich schlechte Berater! Keiner sagt, dass wir hartherzig und hasserfüllt sind; aber wir sind sehr oft feige und sogar gemein gegenüber Fremden. Warum erkennen wir nicht den Nutzen, der wieder einmal bei einem Schaden dabei ist? Es könnte doch sein, dass viele von den Flüchtlingen liebenswerte und tüchtige Bürger werden können – und das zum Nutzen unseres Landes! Es könnte doch sein, dass viele wieder gehen wollen, wenn der Krieg erst einmal vorbei ist! Wir würden doch auch nur zur Not unser Heim verlassen und so bald wie möglich zurückkehren! Aber eine Sorge bleibt: Wie erkennen wir die bösen Typen und was machen wir mit ihnen? Schicken Sie Ihre Rezepte nach Berlin! Frau Dr. Merkel freut sich. Sie ist die einzige Politikerin, die ohne Überheblichkeit zuhören kann und klug bei Berücksichtigung der Zukunft überlegt, was Deutschland und Europa hilft. Können das diese fünf Leser vom 2./3. Januar 2016 denn nicht erkennen?

Christl Jaeger Wörthsee

Meiner Meinung nach halten eigentlich nur noch die Medien Deutschland am laufen. Ohne deren penetrante Indoktrination wären längst allen klar, dass die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen die derzeitig Flüchtlingspolitik ist. Als Beispiel möge da der Bericht über die Willkommensfeiern am Münchner Hauptbahnhof dienen. Da standen 100, vielleicht auch 200 am Bahnhof und haben geklatscht. Viele mit denen ich mich unterhalte haben den Eindruck sie wären die Exoten, weil sie gegen den Zuzug von jungen Männern vorwiegend aus muslimischen Ländern sind. Und auch da leisten die Medien ganze Arbeit. Nahezu niemand würde den Frauen, Kindern und alten Menschen Hilfe verweigern, die Medien schaffen es aber den Eindruck zu erwecken, wer nicht alle nach Deutschland lassen will, will gar nicht helfen. Ich jedenfalls wäre dafür, in Syrien, im Irak, in Afghanistan, eigentlich in allen Botschaften Stellen einzurichten an die sich hilfsbedürftige Frauen, Kinder und Alte wenden können und wir sorgen dann für deren sichere Ausreise und ihren Verbleib bei uns, bis sich die Lage in ihren Ländern wieder beruhigt hat. Ich finde aber auch, dass die jungen Männer für die Freiheit in ihren Ländern kämpfen sollen. Fahnenflüchtige fänden bei mir keine Aufnahme. Mein Appell daher, wir sind die Mehrheit, traut euch eure Meinung zu sagen und lasst euch nicht den Mund verbieten. Jeder, der die freie Meinungsäußerung unterdrücken will, ist kein Demokrat. Hätten in den Jahren 1923-1945 mehr Leute den Mut gefunden ihre Überzeugung zu vertreten, wäre Deutschland und der Welt viel erspart geblieben.

Thomas Kanzelsberger Hallbergmoos

Sehr verehrter Herr Pastor i.R. Kissel, zu der von Ihnen zitierten, auch von Frau Merkel gesprochenen Amtseids-Formel „So wahr mir Gott helfe“ ist zu ergänzen: Man kann diese und andere Eidesformeln auch fahrlässig oder vorsätzlich in den Wind sprechen, ohne sich in Denken und Handeln davon leiten zu lassen. Insofern stimme ich dem zweiten Teil Ihres Leserbriefes voll zu: Für manche Menschen kann man nur noch beten – und das sollten wir auch tun!

Bernd Haedrich Benediktbeuern

Es ehrt ja Herrn Pfarrer Kissel aus Bad Tölz, dass er in diesen unruhige Tagen der Pfarrerstochter den Becher der Sympathie reicht, die Problematik der Neujahrsansprache liegt jedoch tiefer. Schlagworte, Worthülsen, griffige Merk(el)sätze, subtile Halb- bzw. Fehlinformationen sind die Klaviatur, auf der die Entscheidungsträger das dumme Volk bespielen. Zur Veranschaulichung: Etwa eine Million registrierte Flüchtlinge ist zwar richtig, nur kommen noch zirka 300 000 Nichtregistrierte dazu. Arbeitslose: Die offizielle Zahl ist das eine, nur sind darin nicht enthalten: Personen in Umschulung, nicht Vermittelbare über 58 Jahre, mindestens 30 % aller Hartz-IV-Empfänger, die arbeitsfähig sind, schwerbehinderte Menschen (womöglich noch mehr mir nicht bekannte Personenkreise). Tschernobyl: Vielleicht erinnern sich noch einige an die Worte des damaligen Innenministers. Sinngemäß hieß es: Es besteht zu keiner Zeit irgendeine Gefahr für die Bürger unseres Landes. Ich will dem Sprecher nicht zu nahe treten, wage aber zu behaupten, dass er keine Ahnung von Alpha-, Beta- oder Gammastrahlen hatte bzw. von Halbwertszeiten der Caesium- und Uranisotope. Die Beispiele offizieller Volksverdummung könnte man noch endlos weiterführen, allein mir fehlt der Spaß daran. Herr Pfarrer, ich glaube nicht, dass es im Sinne des Herrn ist, dass sich der mitdenkende Bürger von der Obrigkeit für dumm verkaufen lassen soll. Frau Merkel hat die Problematik unterschätzt und versucht nun mit Worten statt mit Konzepten ihr Gesicht zu wahren.

Dr. Frank Schleyerbach Tutzing

Wenn der Herr Pastor i. R Helmut Kissel so überzeugt ist, das Flüchtlingsproblem mit Gottes Hilfe zu schaffen, könnte er vielleicht Gott bitten die Finanzierung von 25 Milliarden Euro für 2016 zu übernehmen. Aber er könnte auch Allah im Sinne einer gelungen Integration bitten, die Hälfte davon zu übernehmen. Selbstverständlich für die nächsten 10 Jahre, damit unser Sozialsystem nicht zusammenbricht. Gut wäre auch eine Erleuchtung für Herrn Schäuble, wie er unauffällig und ohne Steuererhöhungen das Geld auftreiben will, besonders wenn die Konjunktur im Merkel-Land nachlässt. Wenn noch vor einem Jahr gefordert worden wäre für 2016 diese horrende Summe für Brücken und Straßenbau und Wohnungen für gering Verdienende zu verwenden, wäre er als Spinner bezeichnet worden.

Gerhard Schütz Baldham

Bei den Bezeichnungen Unkenrufen und Unglückspropheten, wie Herr Pastor i.R. Leserbriefschreiber bezeichnet, die nicht seiner Meinung entsprechen, fühle ich mich auch angesprochen. Der Herr Pastor ist also der Meinung, wenn wir genügend für Frau Merkel und die ganze Regierung beten, werden wir mit Gottes Segen die Merkelaussage „wir schaffen das“ schon bewältigen. Da wäre es doch einfacher gewesen, wir hätten etwas früher um Gottes Segen gebeten, dann wäre es zu dieser katastrophalen Situation vielleicht gar nicht gekommen. Ich erinnere mich an viele jährliche Friedensgebete des Papstes zu Weihnachten oder Ostern, wo er immer um Frieden in unserer und besonders in der orientalischen Welt gebetet hat. Das Ergebnis ist bekannt. Wir leben heute in der unfriedlichsten Welt, der letzten Jahrhunderte. Vielleicht war der 2. Weltkrieg noch unfriedlicher, aber auch damals haben viele Menschen um Frieden gebetet. Ich erinnere mich dabei an meine Schulzeit zurück, wo mir im katholischen Religionsunterricht gelehrt wurde, Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben und es ihnen überlassen, ob sie in Frieden oder Unfrieden leben wollen. Daraus muss ich eigentlich schlie0en, dass Beten gar nichts hilft. Vielleicht kann mir der Herr Pastor diese Fragen beantworten.

Ernst Huber Schongau

„Zweifel an Merkels Worten“ und „Neujahrsansprache der Kanzlerin“; Leserbriefe 4. und 2./3. Januar, „Merkel: Lasst Euch nicht spalten“; Titelseite, „Flüchtlingszuzug eine ,Chance von morgen‘“; Politik 31. Dezember/1. Januar

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