Gründe für diese Wahl

Schier Mike: Blitzableiter Kauder; Anastasiadis Georg: Untot oder lebendig; Kommentare 27. September Anastasiadis Georg: Merkels bitterer Sieg; und Am seidenen Faden; Kommentare 25. und 26. September, Wahl: Wünsche der Wähler beachten; Leserforum 27. September

Das Wahldesaster für Union und SPD bei der Bundestagswahl hat einen Namen: Angela Merkel! Der Wahlerfolg der AfD kommt nicht von der Sehnsucht der Deutschen nach Rückschritt in längst vergangene Nazizeiten. Dies ist eine böswillige Unterstellung. Sicher gibt es auch etliche rechte oder linke Rabauken, die gibt es weltweit. Aber die erschreckende Niederlage vor allem der CSU, ist Ausdruck der Ablehnung von Angela Merkel als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Von den Wählern, die keinesfalls Angela Merkel ihre Stimme geben wollten, wandten sich viele der AfD zu. Sie alle sind mit der unkontrollierten, wahllosen Aufnahme von Menschen anderer Kulturen nicht einverstanden. Ebenso lehnt die Mehrheit der Wähler die lasche Handhabung der Rückführung abgelehnter Asylbewerber ab. Es ist zu befürchten, dass, solange Angela Merkel den Posten der Bundeskanzlerin einnimmt, sich, der Marsch nach rechts fortsetzen wird. 

Josef Kaspar senior Markt Indersdorf

CSU: Etwas mehr Selbstkritik, bitte! Dass das „Wir schaffen das“-Motto im Herbst 2015 der AfD Stimmen gebracht hat, ist unzweifelhaft. Dass dies natürlich auch der CSU Stimmen gekostet hat, lässt sich ebenfalls nicht bestreiten. Aber etwas Selbstkritik bei den CSU-Granden wäre schon noch angebracht: Wer denkt in diesen turbulenten Tagen noch an einen Herrn Dobrindt mit seinem unsäglichen Maut-Murks. Mit diesem bürokratischem Monster hat er sich sicher wenig Freunde gemacht. Und dann lacht er noch auf überdimensionalen Plakaten auf den Wähler herab. Ob dies Stimmen gebracht hat? Vielleicht nur in Peißenberg. Und dann die unsäglichen Wort Eskapaden des Herrn Scheuer: verletzend und oft beleidigend. Sicher, dies gehört zum Wortschatz eines Chef-Ideologen. Ob dies alles stimmbringend war, wage ich zu bezweifeln. Natürlich auch der Populismus eines Herrn Seehofer, der sich nicht scheute, einem Despoten wie Victor Orban noch den roten Teppich auszulegen um sich dann in seliger Verbundenheit mit ihm abzulichten zu lassen. Ein wenig mehr Selbstkritik würde der CSU nicht schaden. Dagegen lobe ich mir die Fairness und Korrektheit eines Herrn Joachim Hermann. Schade, dass ich in Bayern nicht CDU wählen kann!

 Ludwig Raßhofer Lenggries

Auch wenn die Bundeskanzlerin gerne die Groko fortsetzen würde, so ist die SPD gut beraten, das nicht zu tun. Noch mal vier Jahre mit Merkel, würde die SPD auf das Niveau der kleinen Parteien schrumpfen. Ich bin zwar kein Anhänger der AfD, bin aber bestürzt über die vielen Leserbriefe, die die AfD als kommende NSDAP titulieren. Wir hatten die letzten vier Jahre keine Opposition. In den wichtigsten Fragen gab es immer einen Einklang mit der Bundesregierung. Das wird nach dieser Wahl nun anders. Auch wenn die AfD mit schrillen Tönen daher kommt, so wird es endlich wieder eine Diskussionskultur im Bundestag geben. Davon lebt die Demokratie. 

Heinz Steinmann München

Der überwiegende Teil der der Bürger hat die AfD gewählt, weil sie nicht mit der ungebremsten Einwanderung einverstanden sind, weil Gefährder und kriminelle Flüchtlinge nicht abgeschoben werden und monatelang prozessieren können, weil man mit der Überfremdung unseres Landes nicht mehr klarkommt, weil es nur noch um Integration geht, obwohl in den Altenheimen die alten Leute in ihrer Scheiße liegen und es hier keine freiwilligen Helfer gibt, weil es alleinerziehende Mütter und Väter gibt, die nicht wissen, wie sie die Mieten bezahlen sollen, weil man in der Nacht nicht mehr durch die Stadt gehen kann, ohne belästigt zu werden, weil man sich nicht mehr traut, in der Nacht mit der S-Bahn zu fahren, weil kriminelle Banden hier locker aus- und einreisen können, weil wir genug eigene Kriminelle haben und die aus dem Ausland nicht auch noch brauchen, weil die Polizei gegen Drogendealer machtlos ist, weil unsere gewählten Politiker sich lieber gegenseitig blockieren und, und, und. So einfach ist das. Ich bin der Ansicht, dass es sich hier – von ewig Gestrigen abgesehen – weder um Rassisten noch um Braune handelt. Und die meisten wissen, dass die AfD dagegen auch nicht ankommt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich in nächster Zeit etwas ändern wird, im Gegenteil! 

Rosi Wendler Fürstenfeldbruck

Wenn Frau Noichl, SPD, die Schuld bei Frau Ludwig, CSU, sucht, dass die AfD auch in der Region so gut abgeschnitten hat, dann vergisst sie, dass auch die SPD und die anderen BT-Parteien eine gehörige Schuld daran haben. Die Schuld hier nur auf die CSU zu schieben ist zu kurz gesprungen und reinigt nicht das „Gewissen“ der SPD, ganz im Gegenteil. Wer war denn noch mit der Union in einer Koalition? Außerdem darf nicht vergessen werden, dass der Bundeswahlleiter die AfD zugelassen hat. Das sollte doch bedeuten, dass sie auf dem Boden des GG steht. Wenn nicht, sind bei der Zulassung schon gravierende Fehler gemacht worden. Auch sollte unsere Demokratie und das Parlament so stark sein, dass diese Partei klein gehalten wird. Themenwechsel! Der aufgeblähte Bundestag ist eine Verhöhnung für das Volk! Er wird teurer, aber in keiner Weise effektiver. Es werden nur neue Pfründe für unwichtige Parteigenossen aufgemacht. 709 Abgeordnete mehr bedeuten 18,5 % über Soll von 598 MdB. Auch durch diesen Gigantismus wird die AfD stark gemacht. Wäre es wirklich so schlimm für unsere Demokratie, wenn neben 299 Direktkandidaten weiter 299 über Landeslisten in den BT einziehen? Alle anderen fallen dann weg, Pech gehabt! Das Wahlrecht musssofort und dringend reformiert werden in Richtung effektives Arbeiten. In Diktaturen sind solche aufgeblähten Parlamente üblich! 

Holger Mairoll Kolbermoor

Sehr geehrter Herr Anastasiadis, wieder einmal herzlichen Dank für Ihre Kommentare! Sie treffen den Kern. Nur eine Anmerkung zum Kommentar vom Montag ist meinerseits noch hinzuzufügen. Wenn es denn so war, und es wird wohl so sein, dass sich die manche Bürger vom Flüchtlingsstrom, bzw. seiner Handhabung, überrumpelt sahen und sich jetzt revanchieren, müssen wir der Kanzlerin eines zugestehen, nämlich, sie war damals genauso überrumpelt wie der Rest der Welt. Wir sollten uns lieber fragen, was sie denn hätte tun sollen? Zusehen wie in Ungarn die Flüchtlinge unter Missachtung aller Menschenrechte behandelt wurden wie störender Dreck? Konnte man das von Frau Dr. Angela Merkel, Pfarrerstochter, verlangen? Sie war staatsmännisch gefordert und hat reagiert wie sie konnte und wie es von ihr als Repräsentantin der grössten europäischen Demokratie vielleicht auch erwartet wurde . Das genau sollte man den quengelnden Staatsbürgern der BRD mal verklickern, das hülfe auch wirklich bei den Einsichtigen. Wenn jetzt die „Bannerträger des Völkischen“ in Berlin in den Bundestag ziehen, hat das eine andere Bedeutung als in anderen europäischen Staaten. Sie haben vollkommen recht und Frau Knoblochs Ängste sind mehr als berechtigt. Werden denn jetzt von den neuen Rechten die Flüchtlinge benutzt wie weiland die Juden von den Nazi? An dieser Stelle entschuldige ich mich bei Frau Knobloch für den Vergleich, sonst bei niemandem! Bei der von allen Parteien angekündigten „Reintegration“ der AfD-Wähler sollte aber doch bitte beachtet werden, dass dabei nicht die Fehler begangen werden die Horst Seehofer begangen hat. Man bleibe thematisch sauber, fische nicht im Trüben und reduziere seine Ansprüche an ganze deutsche Sätze. Fragt man denn solche Leute nach ihren Motiven hört man oft den ( manchmal gestammelten ) Halbsatz: „ja aber das mit den Flüchtlingen“. Was ja aber was? Was wollt ihr denn tatsächlich? Randale wegen der Randale? Wir leben in einer anderen Welt als vor 30 Jahren, wacht auf. Übrigens halte ich es für unmoralisch aus Protest weil mir CDU/CSU nicht radikal genug sind, AfD zu wählen, wo bleibt da die staatsbürgerliche Verantwortung des einzelnen Wählers? Doch jetzt zu Bayern. Der strauchelnde Horst Seehofer kann in seinem Fallen, oder bereits Agonie, noch sehr viel innenpolitischen Schaden innerhalb Bayerns anrichten, treulich begleitet von J. Hermann. Wir müssen jetzt höllisch aufpassen auf ausgeübte Rechtsstaatlichkeit, Leider hatte H. Seehofer keine glückliche Hand bei der Auswahl seiner Freunde. Offensichtlich hat ihn sein Duzfreund Victor Orban mehr inspiriert als es gut ist. Dabei ist es ja gerade Orbans menschenverachtender und europaunverträglicher Haltung zu danken, dass die Bundeskanzlerin sich gezwungen sah, die Flüchtlinge zu „bergen“. Und jetzt sind wir bei der grössten Gefahr Europas, dem wuchernden Rassismus und Nationalismus.Diesen hier durch Kraftmeierei noch zu bedienen wäre ein Schurkendienst an Land und Staat! Wir hatten sie doch schon alle, Hitler, Mussolini, Franco, Salzar usw. Spekulationen über die Koalitionsbildung spar ich mir, das wird jetzt Schwerstarbeit für Frau Merkel. Übrigens, wenn die CSU zickt, sie kann ja durch die Linke ersetzt werden, rechnerisch zumindest ginge es, naja ein joke! Gaulands „jagende“ AfD, schämt sich dieser Mensch eigentliche nie? Kapiert er eigentlich nie was er auch über sich selbst ausagt? Ich für meine Person will keinesfalls in sein Volk oder Land zurückerobert werden, er ist mir ein Gräuel vor dem Herrn! Ja, es ist eine tektonische Verschiebung passiert bei dieser Wahl und die Risse über der Lava sind sichtbar. Seid furchtlos und wehret Euch! 

Johann A. Mayr Feldgeding

Jetzt haben wir also den von vielen seit Langem befürchteten Gau: die Afd sitzt im Bundestag, der Schock sitzt tief und das Geschrei ist groß, obgleich jeder weiß, dass dies das Ende einer Entwicklung ist, die nicht über Nacht gekommen ist! So viel also zur schlechten Nachricht. Die gute Nachricht: Endlich bietet sich die Gelegenheit, diese Partei der Angstmacher anhand geschliffener Sachkenntnis und überzeugender Argumente nach allen Regeln der Kunst fachgerecht in ihre Bestandteile zu zerlegen! Langeweile war gestern und sicherlich kann man sich schon auf so manche spannende Bundestagsdebatte freuen. Aber es darf nicht nur beim verbalen Schlagabtausch bleiben. Was nun folgen muss, sind Taten, die sich in einer Politik niederschlagen, die in der Lage ist zu verhindern, dass sich dieser rechte Sumpf weiter ausbreitet. Zu lange wurde nur geredet, versprochen und debattiert, so dass sich niemand wundern muss, wenn sich viele Bürger enttäuscht und voller Wut von den etablierten Parteien abgewandt haben. Themen wie Steuergerechtigkeit, Umverteilung von oben nach unten, „mehr Netto vom Brutto“ usw. dienten seit vielen Jahren als willkommene Vorlage für den Wahlkampf - herausgekommen ist dabei, wenn überhaupt etwas, so doch eindeutig zu wenig. Auftrag an die etablierten Altparteien muss es daher sein, all diejenigen Menschen ins Boot zu holen, die in den reinen Protest abgedriftet sind. All die Abgehängten, Frustrierten, Verbitterten, all diejenigen, die von ihrer Hände Arbeit kaum mehr leben können, all diejenigen, die sich auf einem gnadenlosen Arbeitsmarkt ausbeuten lassen oder von mehreren Jobs leben müssen, um noch irgendwie über die Runden zu kommen, all diejenigen, die verzweifelt und erfolglos bezahlbaren Wohnraum suchen, usw. Es gilt nun rasch zu handeln, denn so lange diese Probleme Realität sind, wird es den Sprengstoff geben, die in der Lage ist, unsere Gesellschaft auseinanderzureißen. Und der Hass auf die vermeintlich Schuldigen, auf Politiker und Flüchtlinge, auf weltoffene und frei denkende Mitbürger wird nicht kleiner werden, wenn nicht endlich gehandelt wird! Vier Jahre sind schnell vorbei und es mag sich niemand vorstellen, was sein wird, wenn demagogische Schreihälse und Rassisten die Oberhand gewinnen. 

Mathias Bischke Erding

Beiden Kommentaren kann man nur zustimmen! Wenn man die Aufzählung der Rücktritte nach den Wahlniederlagen betrachtet und dagegen die heutige Situation, stellt sich doch die Frage: Gibt es überhaupt noch den Begriff „Demokratie = Herrschaft des Volkes“ in der Denkungsweise heutiger Politiker in Deutschland? Wenn eine Bundeskanzlerin so regiert, dass „offene Kritik an der Chefin in der CDU verpönt ist“ (Mike Schier), diese Kanzlerin im Gegenteil sagt, „ich kann nicht erkennen, was ich hätte anders machen sollen“ und ein Ministerpräsident vor der Wahl spottet: „Ahnungslose Pyjama-Strategen“, und „die können murren, was sie wollen - das interessiert mich nicht“ dann kann doch niemand mehr von Demokratie sprechen. Wenn ein SPD-Abgeordneter heute im TV mehrfach wiederholt über gewählte AfD-Abgeordnete: das sind „Ar…“ wird die Demokratie, die auch die viel beschworene Meinungsfreiheit beinhaltet, mit Füßen getreten. Solche Ausdrücke sind weitaus schlimmer als „entsorgen“ oder „jagen“. Eine kluge CSU hätte auch ihre Stellung in der Union genutzt im Sinne ihrer (noch-)Wähler und nicht sofort die Bereitschaft zur Weiterarbeit als gemeinsame Unions-Fraktion erklärt, ohne die CSU kann doch Frau Merkel überhaupt keine Regierung bilden! Die anderen Parteien sind klüger und bestehen vor den Verhandlungen auf ihren speziellen Verlangen. 

Andrea von Beaulieu Marconnay Petershausen

Auch ich habe die CSU nicht gewählt, konnte aber aufgrund des hier in Starnberg bestehenden Filzes auch die SPD und die Grünen nicht wählen. Ich kann nicht verstehen, dass ein Stadtrat während des ruhenden Verfahrens gegen den Tunnel, der für Behinderte tödlich sein kann und bei dem er sogar einer der Kläger war, die Fronten wechselt und nun für den Tunnel stimmt. Auch die hiesige SPD und die Grünen sind offenbar mehr an ihren Posten interessiert als am Wohlergehen der Bürger. Seehofer kann nur eines tun, um sich als Herr der Lage zu zeigen. Er darf der Merkel nicht nachhecheln, sondern muss Kante zeigen, indem er die Koalition platzen lässt. Das läuft auf Neuwahlen hinaus. Er muss der Bevölkerung klar machen, dass sie nun die Möglichkeit hat, die AfD abzustrafen. Dazu gehört, dass er etwas für die kleinen Leute macht (Wohnungsbau, Barrierefreiheit, Renten, Steuern usw.). Damit gewinnt er die mit der Politik Unzufriedenen zurück. Es genügt nicht, etwas herum zu stänkern und dann doch wieder klein beizugeben. Merkel führt sich auf wie die Staatsratsvorsitzenden in der DDR und verspricht ein „Weiter so“. Alle, die ihr als Kanzlerin gefährlich hätten werden können hat sie mehr oder weniger elegant beseitigt. Und viele der Speichellecker um sie herum klatschen auch noch Beifall. Bürger wehrt euch zum Wohle der Demokratie und unseres Heimatlandes! 

Gunar Ehrhardt Starnberg

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