Leserbriefe

Die Spaltung war nicht mehr abzuwenden

Umwidmung in Istanbul;Leserforum 28. Juli

Ergänzend zum interessanten Leserbrief von Fritz Carl, der schrieb, dass Rom (weit) hinter Byzanz stand und versuchte die Ostkirche zu schwächen, sollte man bedenken, dass die Gesamtheit des Christentums im Römischen Reich erstarkte, als Konstantin der Große 337 sieben Jahre, nachdem er Byzanz als neue christliche Hauptstadt „Nova Roma“ eingeweiht hatte, das Christentum zur Staatsreligion erhob. In dieser Zeit wurde viel über die wahre Natur von Jesus Christus gestritten. Die Auffassung des Arius, (die viele germanische Völker glaubten) wurde verurteilt und abgeschafft. Konstantin legte die Grundlagen fest für die vier Patriarchen in ihren „Patriarchaten“. Diese Sitze waren in Jerusalem, in Antiochia, in Alexandria und in Rom. Groß war damals das christliche Römische Reich! Es umfasste die heutige Türkei, Syrien bis weit in den Orient, Ägypten in Nordafrika und Rom in Europa. Diese Patriarchen sollten gleichberechtigt im Range stehen und bleiben. Zugleich kümmerte sich Konstantin um die Münzreform, den beständigen Goldsolidus, der bis circa 1080 seinen Wert behielt.

Wann sich der römische Patriarch zum Oberhaupt der Christenheit erklärt hatte und über allen stehen wollte, ist mir unbekannt, aber von da an gab es die „Ostkirche“, und die Spaltung war nicht mehr abzuwenden. Nikolaus Cusanus, der Bischof und Kardinal von Brixen, der mit dem wichtigen Tegernseer Abt Aindorffer in Verbindung stand, reiste als Christ und Diplomat vor 1460 zum Patriarchen nach Konstantinopel, um die Gegensätze zu überwinden.

Hermine Kaiser

Bad Wiessee

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