Leserforum

Leserbriefe zu Corona

Ist das noch der Freistaat Bayern?; Leserforum 7. AprilVaterstettenSchulze: Naturschutz hilft; Titelseite 3. AprilGott im Homeoffice

Das ist in der Tat eine gewisse Schwäche im Freistaat Bayern, wenn sich ein Vater zu Wort meldet, der, obwohl mit einem Doktortitel ausgestattet, offenbar überfordert ist, seinen Kindern den Begriff des Allgemeininteresses oder aktuell den Sinn und Zweck der Ausgangsbeschränkungen zu erklären. Die Tatsache, dass auf der breiten Forststraße bei Oberammergau nur wenige Menschen unterwegs waren, beweist, dass Typen wie der Herr Doktor und seine Familie aus Wolfratshausen zur Zeit nur eine kleine Minderheit bilden. In dem Umfang aber, in dem die Zahl von derart egoistischen Bürgern zunimmt - die Kinder finden ihren Vater sicherlich toll - steigt die Gefahr, dass der Freistaat Bayern „unfrei“ wird, weil das Gemeinwohl auf der Strecke bleibt.

Hans Kober

Penzberg

Verhältnismäßigkeit (Maß und Mitte) in Corona-Zeiten! Kann es sein, dass auch in dieser sicherlich schwierigen Krisensituation mit dem Virus mal wieder offenbar wird, wie schnell unsere Politiker das zwar vollmundig proklamierte Maß und Ziel durch allzu übertriebene oder gar unsinnige Maßnahmen aus den Augen verlieren?! Stichworte: Vollsperrung/Kontrolle auf Garmischer Autobahn; Bußgeld von 150 Euro bei Spazierfahrt oder Sitzen auf einer Bank; etc. Es gäbe gewiss sinnvollere Einsatzmöglichkeiten, um uns - mündig genannten - Bürgern bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz von allen Menschen zu unterstützen. Hier hilft es auch sehr, wenn zumindest ansatzweise noch eine Sinnhaftigkeit in den zumeist wohl von Theoretikern niedergeschriebenen (Schutz-) Maßnahmen erkennbar ist. Verhältnismäßig würde auch bedeuten, dass die z.T. schon jetzt gravierenden Auswirkungen in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht besser bedacht, bzw. effektiv (und nicht nur mit Ankündigungsplänen) zu minimieren versucht werden. Es erschließt sich mir überhaupt nicht, wieso Blumenläden, Baumärkte, etc. nicht noch vor Ostern von mündigen Bürgern mit entsprechendem Schutz und geregelten Abständen (z.B. Zugangsintervalle steuern, etc.) aufgesucht werden dürfen. Stattdessen müssen Millionen von Pflanzen und Blumen vernichtet werden, Läden werden in den Ruin getrieben und vielen Gartenfreunden/-freundinnen wird die Vorfreude auf die Gartensaison genommen.

Norbert Buckard

Dietramszell

Da echauffiert sich Leserbrief-Schreiber Dr. Stephan Tilke aus Wolfratshausen tatsächlich darüber, dass er auf dem Weg zu einem fröhlichen Wanderausflug in die Berge am Wochenende, zunächst von der Polizei kontrolliert wird, um später verwundert festzustellen, dass die breite Mehrheit den Ernst der Lage erkannt hat, daheim geblieben ist und ihm folglich bei seiner Familienwanderung nur wenige Menschen begegnet sind. Als dann auch noch ein, mit Steuergeldern teuer finanzierter, martialischer Polizeihubschrauber seine Kinder beim Picknick auf der grünen Wiese in Angst und Schrecken versetzt, wähnt sich der Freiheitskämpfer endgültig in einer düsteren „Söder-Diktatur“. Keine Ahnung, warum ich bei der Lektüre dieser unfassbaren Zeilen spontan an Pipi Langstrumpf und ihr Motto: „Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt“ denken musste. Vielleicht hilft es, sich noch einmal die Fakten ins Gedächtnis zu rufen: Das Virus, nicht die Politik schränkt derzeit unsere Freiheiten massiv ein - weltweit und nicht nur uneinsichtige Bergfexe. Natürlich können wir auch dem Egoismus freien Lauf lassen und so tun wie immer. Wohin das führt, zeigt ein Blick über den Tellerrand: Auch im Land der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten, den USA, weiß man es längst besser. Ich jedenfalls möchte nicht, dass unsere Ärzte über Leben und Tod entscheiden müssen, weil die jetzt schon überlasteten Krankenhäuser und unsere großartigen Helfer kollabieren. Und auch das sei den Kulturpessimisten, die den Untergang der Demokratie fürchten, gesagt: Die Freiheit des einen hört da auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Das war schon immer so und hat nichts mit Corona zu tun. Demokratie lebt ganz entscheidend von der Solidarität ihrer Mitglieder. Es geht also um mehr als um mich selbst - nicht nur in Zeiten wie diesen. Halten wir uns einfach an die Regeln, so bitter, schmerzhaft und existenzbedrohend sie für jeden von uns sind. Dann braucht es keine steuerfinanzierten Kontrollen und wir haben unser selbstbestimmtes Leben schneller wieder zurück.

Markus Bistrick

Öko-Bewusstsein als Lebensversicherung“!! Hat uns die Natur diesen, von Menschen nicht beherrschbaren, Virus geschickt, damit wir weltweit endlich damit aufhören, sie weiter auszubeuten und zu zerstören? Damit wir sie endlich wertschätzen, und sie nicht mehr als anscheinend endlos vorhandene Ware vernichten? Wird es nicht endlich Zeit, dass wir, anstatt uns schon wieder ausschließlich mit Zukunftsgedanken zur Wirtschaft und dem „weiter so“ zu beschäftigen, alles dafür tun, um unsere angeschlagene Natur wieder aufzubauen? Und für Klima- Natur- Tier- und Umweltschutz dringend erforderliche Maßnahmen ergreifen? Warum machen sich unsere Politiker und Verantwortlichen bisher so wenig Gedanken darüber? Ist unser bisheriges Verhalten doch die Ursache für unsere jetzige Lage? Wäre es da nicht an der Zeit, statt Panikmache, zukunftsorientierte, friedliche und ganzheitliche Neugestaltung zu beginnen?

Ingeborg Donhauser

Herrsching

Was wird aus dem 450 Euro-Mini-Job? Es wird viel geschrieben über die Armen dieser Welt, die von der Corona-Krise natürlich besonders betroffen sind. Liebe Politiker, wer kümmert sich während der Pandemie eigentlich um die vielen Menschen, die auf 450 Euro-Basis flexibel hinzuverdienen müssen, weil ihre Rente oder ihr sonstiges Einkommen sowie ihr Vermögen nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu sichern? Bisher konnten diese Leute ihre schmale Rente oder das karge Haushaltsgeld durch monatlich 450 Euro und zusätzlicher Arbeit etwas aufbessern und sich so über Wasser halten. Wissen sie eigentlich, dass diese Gruppe zu aller erst keine Arbeit mehr hat, bevor die Festangestellten in Kurzarbeit gehen dürfen? Den Menschen mit niedrigem Einkommen helfen da keine Gesetze und schon gar nicht die vorhandenen Amtsgerichte.

Wolfram Riedel

Haag an der Amper

Sehr geehrter Herr Voit, wenn Gott tatsächlich durch Bayern spazieren würde, wäre er bestimmt entsetzt. Genau wie in jedem anderen Land unserer Erde ist auch Bayern total zugemüllt. Ich bin häufig am Müll aufsammeln und total verzweifelt. Plastiktüten zerfallen schon in winzige Teile, wenn ich sie aus dem Acker ziehe. Hartplastik in winzige spitze Teile zerbröselt. Und unsere Politiker interessiert das wenig. Vögel, Kühe, bestimmt auch manche Wildtiere gehen elendiglich zugrunde. Wen interessiert es? Auch unsere Grünen haben wenig Interesse an einer sauberen Landschaft.

Sibylle Gutwill

Isen

Jetzt, so langsam, kommen sie wieder raus aus ihren Löchern - Besserwisser, Nörgler etc. die nur im Nachhinein bewerten und ver-(be-) urteilen. Entscheidungen sollen immer dann beurteilt und bewertet werden, zudem sie zu einem gewissen Zeitpunkt (Rahmenbedingungen) getroffen werden bzw. wurden. Nach der Kirche......ist man immer schlauer. Die bayerische Staats- und die Bundesregierung hat - zum gewissen Zeitpunkt - alles, aber auch alles richtig gemacht. Das spiegelt sich auch in der hohen Akzeptanz der Bevölkerung wider. Super! Im Zweifel: Gesundheit vor gewissen Grundrechten!

Horst Kleff

Eching

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