Leserbriefe

Weitere Stimmen zu Corona

Wie lange geht dasnoch mit Corona?;Leserforum 17. NovemberDirk Walter und Anna Heise: Maskenmuffel im Visier der Polizei; 14./15. November

Zahlreiche Grundrechte werden immer stärker und länger eingeschränkt mit dem Argument nur so den exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen stoppen zu können und den überforderten Gesundheitsämtern die wichtige Kontaktnachverfolgung bei einer Inzidenz bis 50/100.000 Einwohner wieder zu ermöglichen. Warum das alles? Weil wir die Pandemie mit Telefon, Bleistift und Papier, also den Werkzeugen aus der Mitte des vergangenen Jahres zu bekämpfen versuchen. Ein einziges Grundrecht scheint heilig zu sein, wir nennen es „Datenschutz“. Die Politik ist hier mutlos und die Bevölkerung ist schizophren. In Deutschland nutzen 58 Millionen Menschen täglich Whatsapp zur nützlichen Kommunikation und alle teilen ihre Kontaktdaten bereitwillig mit dem amerikanischen Betreiber. Aber eine moderne leistungsfähige Corona-Warn-App ist nicht möglich, weil der Datenschutz sie nur verkrüppelt zulässt. Wenn jeder sie auf seinem Handy installiert hätte (durchaus verpflichtend möglich), Infektionen zeitnah und automatisch dort eingespielt würden und direkte Kontaktpersonen von Infizierten automatisch in Quarantäne geschickt würden, könnte der ganze pauschale Lock down mit all seinen negativen Konsequenzen unterbleiben. Wer in die U-Bahn will, mit Freunden im Restaurant feiern möchte oder sich nach einem Theaterbesuch sehnt, könnte dies alles tun, wenn seine Corona-App beim Einlass auf „grün“ steht. Wer die „rote“ Warnung bekommt, muss leider zuhause bleiben, bis er die Quarantäne hinter sich hat oder er negativ getestet wurde. Das wäre viel wirksamer, schneller und zielgenauer als das heutige hilflose Stochern im Nebel. Warum geschieht es nicht? Weil jede Meinungsumfrage zeigt, dass beim Stichwort „Datenschutz“ sofort 2/3 der Bevölkerung in Schockstarre geraten und die Datenschützer die wahren Autoritäten sind. Warum traut sich Frau Merkel nicht, hier anzusetzen und eine zum Zwecke der Pandemiebekämpfung und Gesundheitsschutz begründete vorübergehende Einschränkung des Datenschutzes durchzusetzen, um die aktuell viel gravierenderen Einschränkungen unserer Freiheitsrechte überflüssig zu machen? Warum lassen sich die Gerichte das bieten, sie müssen doch den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz hochhalten?

Dr. Andreas Albath

Gauting

Mutige Polizeibeamte Innenminister Hermann kann stolz auf die zwei Polizisten sein, die sich getraut haben, gegen eine mutterseelenallein wartende Person am Busbahnhof in Freising ein Bußgeld zu verhängen, weil sie kurz die Maske abgesetzt hatte. Die „Infektionsgefahr war sehr groß“, weil keine weitere Person in der Nähe war. Es wird sicherlich ein Lob oder eine Beförderung für die tapferen Beamten geben. Vielleicht noch den bayerischen Verdienstorden. Herr Spahn im Aufzug ohne Maske, die Funktionäre des FC Bayern ohne Maske und Abstand auf der Tribüne usw.: Die Wortwahl immer: Es tut uns leid, es könnte besser gehen. Kein Wort des Innenministers zu dem Nichteingreifen der Beamten bei den Demos auf der Theresienwiese, Feldhermhalle usw. Der Freistaat handelt willkürlich, getreu dem Motte: Die Kleinen hängt man und die „Großen“ lässt man laufen. Keine Frage: Vorgaben sind einzuhalten, aber den gesunden Menschenverstand sollte man nicht ausschalten.

Arco Eitzinger

Haar

Deutschland hat deutlich mehr Coronafälle als viele asiatische Staaten, zum Beispiel Südkorea. Ohne Impfstoff oder gute Medikamente kennen alle Staaten nur die gleichen Schutzmethoden: Abstand halten, Mund-Nase-Schutz, Hände waschen, lüften, Kontaktverfolgung, IT-Nutzung zur Warnung, Kontaktverfolgung und Überwachung der Quarantäne-Einhaltung. Deutsche Bürger und Unternehmen haben deutlich mehr Einschränkungen hinzunehmen als Südkorea. Die Gründe sind bekannt:

1.) Kein wirksames Durchsetzen verordneter Quarantäne.

2.) Datenschutz-Gedusel schränkt die IT-Möglichkeiten sehr ein.

3.) Zu lasche Durchsetzung der Einhaltung vorgeschriebener staatlicher Maßnahmen wie Verhinderung von Ansammlungen ohne Abstand und Maske, Auflösung großer Feiern/Parties ohne harte Bestrafung.

Diejenigen, die von den Maßnahmen stark betroffen sind, sollten mithelfen, dass die möglichen Maßnahmen bis zur Impfung eingehalten werden. Wenige schaden viele Bürger.

Dieter Lewig

Holzkirchen

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