Leserbriefe

Wo wären wir ohne die Amerikaner?

Zu den Leserbriefen "Verständnis für Russland" und "Europas Verhältnis zu Russland" (Münchner Merkur, 4. und 6.April 2016)

Es ist doch sonderbar, dass immer und immer auf die "bösen" Amerikaner eingeprügelt wird. Ich stamme aus einer Generation, die nach dem Krieg - als wir gehungert haben - Care-Pakete aus den USA bekommen haben. Wie wäre es uns ergangen, wenn wir damals nicht die USA auf unserer Seite gehabt hätten.

Die Amerikaner haben Milliarden von Dollars aufgewandt, um uns von den Nazis zu befreien. Dann haben sie weitere Milliarden Dollars aufgewendet um uns, nach der totalen Katastrophe, durch den Marschall-Plan wirtschaftlich wieder "aufzupäppeln" Später im kalten Krieg haben sie uns dann durch Ihre Präsens in Westberlin die Russen vom Hals gehalten. Glaubt denn irgend jemand, dass Westberlin zu halten gewesen wäre, ohne die Amerikaner? Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie damals die Westberliner Bevölkerung - in ihrer größten Not - dem damaligen Präsidenten Kennedy zugejubelt haben, als er ihnen seine Berlingarantie gegeben hat.

Wie sähe Deutschland heute aus, wenn die Amerikaner 1944 nicht -unter großen Verlusten - in der Normandie gelandet wären. Der Krieg hätte - mit Sicherheit - noch mehrere Jahre länger gedauert und die rote Armee wäre bis zum Atlantik durch- gestoßen. Glaubt denn wirklich jemand, dass die Engländer und Franzosen die Russen alleine hätten aufhalten können? Bei der Gelegenheit sei nochmal erwähnt, dass Hitler den Amerikanern den Krieg erklärt hat und nicht umgekehrt. Offenbar ist das einigen Deutschen heute immer noch nicht klar.

Wolfgang Bialas,
Ottobrunn

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