Politische Mitverantwortung

„Lob und Kritik für den BR“, „Nicht die beste Musik“ und „BR ist beratungsresistent“; Leserbriefe 23. 22. und 21. Dezember, Rudolf Ogiermann: „,Last Christmas‘ statt ,Stille Nacht‘“; Medien 19./20. Dezember

Die Debatte über regionales, deutsches oder anderssprachiges Liedgut in Programme des Bayerischen Rundfunks kocht nicht das erste Mal hoch. In einer BR-unterwegs - Sendung anlässlich der Gebühren-Umstellung vor drei Jahren brachte ich folgenden Rat unter: „Ich würde mich zurückhalten mit [...] Sparten [...]. Ich bin Hörer von Bayern 2. Dort erwartet mich eine Kindersendung, eine Jugendsendung, eine Religionssendung, eine Volksmusiksendung in der Früh’. Ich komme irgendwie klar und es gibt Entdeckungen.“ [1] Sollte es mir „zu bunt“ werden, schalte ich aus. Wenn nun Gruppen, für die es „traditionell“ Sendungen gab, mit ganzen Programmen bedient werden, ist das zum einen Luxus, zum anderen entsteht Eintöniges. Bayern 1, 3, 4 und 5 sind exakt solche sparten-orientierte Produkte, „Formatradios“. Wie es für Monotones typisch ist, stiften sie allmählich Sättigung und Langeweile oder reizen bis aufs Blut. Speziell dann, wenn wiederkehrende Phrasen der Art ‘Ihr Programm’ oder ‘Deine Musik’ eine persönliche Bindung vorspiegeln sollen. Über Jahre haben sich Experten und jene, die in den Sendern hochdotierte Posten innehaben damit befasst, Programme zu „Formaten“ zu plätten. Dank neuer Frequenzen und Verbreitungswege und sicherer Finanzierung wurde ein um der andere Elfenbeinturm gebaut. Was „Grundversorgung“, also die eigentliche Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender wäre, ist angestaubt und taugt nicht, um sich zu profilieren. Teilentschuldigen lässt sich das Ganze nur mit Verweis auf die politische Mitverantwortung jener, die das Konkurrieren mit privatwirtschaftlichen Sendern verlangen und Programme nach Einschaltquoten messen und beurteilen.

Markus Hiereth Günzenhausen

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