Leserbriefe

Demonstrationsrecht und Schutzpflicht

Debatte um Rassismus;Leserforum 9. Juni

Was ist bloß los in unserer Gesellschaft? Wegen eines rassistischen Vorfalls in den USA gehen bei uns in Deutschland tausende auf die Straße zum Demonstrieren. Und das in einer vom Virus verseuchten Zeit. Bei allen Sportveranstaltungen werden die Zuschauer ausgesperrt. Kulturveranstaltungen und Volksfeste werden abgesagt. Aber hier lässt man zu, dass allein in München 25 000 Menschen auf engsten Raum beieinanderstehen – meist ohne Maske und Sicherheitsabstand. Das ist für mich ein totales Versagen unserer Politiker. So bekommen wir Corona niemals los. Da werden wir noch Weihnachten mit einer Schutzmaske unterm Christbaum sitzen und oh du Fröhliche singen.

Jürgen Hoffmann

Gaißach

Die 25 000 Menschen am Königsplatz haben – sicher in guter Absicht – ein vernünftiges Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Aber mindestens genauso unvernünftig ist ihr Verhalten gegen die notwendigen Regeln in der Corona-Krise. Gut gemeint ist eben oft nicht gut gemacht.

Karl Stiller

Alling

Wir warten alle gespannt auf die explosive Corona-Verbreitung, wie sie auch schon für die Münchner Corona-Demos prophezeit wurden. Die erste in den Medien und der Leserschaft zerrissene Demonstration für die Einhaltung unserer Grundrechte in München war bereits am 9. Mai 2020. Über 3000 Demonstranten, die auf Maske und Mindestabstand verzichtet haben. Also vier Wochen sind vorbei. Wo sind die Infektionswellen, die hiervon hätten ausgehen müssen? Ebenso waren in Stuttgart 10 000 Menschen auf dem Wasen, in Berlin, am Rosa-Luxemburg-Platz, gab es schon viel früher jeden Samstag Demonstrationen mit einigen tausend Teilnehmern zur Einhaltung der Grundrechte und zu Artikel 1 Grundgesetz (die Würde des Menschen ist unantastbar; hier in Bezug auf eine etwaige Impfpflicht), was aber genauso gegen Rassismus zu sehen ist. Aber keine Infektionswellen in Berlin und Stuttgart, keiner fragt aber auch danach?

Nun eine völlig aus dem Ruder gelaufene Demonstration am Münchner Königsplatz und die Polizei zieht sich zurück, verharmlost und rückt diese ja sogar in ein positives Licht. Wo ist der Aufschrei der Politik, die Konsequenzen? Es ist an der Zeit, hier wieder eine Gleichberechtigung für alle Demonstrationen herzustellen. Es ist ein wichtiges Recht der Bürger, sich für oder gegen eine Sache, egal welcher Art, auszusprechen und dies auch auf der Straße zeigen zu können, das nennt sich Meinungsfreiheit.

Aber wir werden sehen (oder auch nicht), welche Auswirkungen es hat, wenn sich 25 000 Menschen auf so engen Raum versammelten.

Roland Miller

Fürstenfeldbruck/Aich

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