Dialekte gegen Nordsprech

Ein Gesetz würde ins Leere laufen; Leserbriefe 31. August

Herr Ertl möchte die Dialekte auf Vereinsebene (?) verbannen, da er der Meinung ist, „dass ein Bayer, der irgendwann mal glaubt, Hochdeutsch sprechen zu müssen“ oft zum Gespött wird, da sein „Zungenschlag das nur selten erlaubt.“ Mir ist das während meiner mehrfachen Aufenthalte trotz der deutlichen bayerischen Färbung meiner Sprache in Norddeutschland noch nie passiert. Allerdings finde es sehr bedenklich, dass insbesondere in Oberbayern, offensichtlich mit Zustimmung breite Teile der einheimischen Bevölkerung unsere bayerischen Dialekte gegen den Nordsprech getauscht werden; sie sind möglicherweise der falschen Ansicht des Herrn Ertl, dass ein bayerischer Dialekt der Karriere hinderlich sei. In meiner Familie hat deswegen keiner Schaden genommen. Wenn Herr Ertl sich als einer, der die bayerische Sprache „perfekt beherrscht“ rühmt, so vergisst er, dass Bayerisch nicht nur in seinem heimatlichen oberbayerischen Bereich, sondern in ganz Altbayern, großen Teilen Österreichs und von den Egerländern gesprochen wird. Und wenn er einen Oberpfälzer um Übersetzung des Vorgetragenen bitten muss, kann es mit seinen altbayerischen Sprachkenntnissen nicht so weit her sein. Im übrigen reden in der Oberpfalz sowie in Niederbayern, Franken und Schwaben im Gegensatz zu vielen Regionen in Oberbayern die meisten Einheimischen ihren Dialekt und das ganz ohne Karriereprobleme. Leider ist es so, dass viele Bayern meinen, sie müssten den Nordlichtern im eigenen Land nacheifern, während die Zuwanderer nur selten eine Annäherung in sprachlicher oder kultureller Hinsicht zustande bringen. Dem Leserbrief des Herrn Niklas Hilber aus Oberau kann ich mich voll und ganz anschließen. 

Hartmut Wewior Weilheim

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