Zurechtgerückte Perspektiven

Martin Prem: Realer Irrsinn; Kommentar 23. Februar, Klaus Vick: Für Diesel-Autos wird die Luft dünner; München 17. Februar

16 Aktivisten der „Deutschen Umwelthilfe“ posieren, mit großer Sorgfalt austariert, vor dem Rathaus. Einige Personen halten Plakate bzw. Transparente mit den üblichen Nullaussagen und Kalendersprüchen sogenannter grüner Umwelteliten hoch. Bei der „Deutschen Umwelthilfe“ (bescheidener geht’s nicht) handelt es sich um einen Verein mit 243 Mitgliedern, Stand 2016 laut Wikipedia. Ohne fürsorgliche, gezielte Anordnung der Kundgebungs-Darsteller wären dieselben auf dem Marienplatz kaum wahrnehmbar gewesen. Solche Perspektiven wählt der geplagte Fotograf stets dann, wenn die Zahl der Hauptdarsteller äußerst überschaubar und ein Interesse der Bürger nicht vorhanden ist. Als aufmerksamer Leser würde ich gerne wissen, wie viele Menschen sind denn in welchem Zeitraum und wo in München nachweislich durch Feinstaubbelastung (Diesel-Abgase töten!) massiv gesundheitlich geschädigt worden oder gar verstorben? Ein nachvollziehbarer Hinweis auf einschlägige, empirisch basierte Untersuchungen wäre hilfreich. Bitte keine Modellberechnungen! Die Menschen werden auch in München immer älter. Kennt man sich in der Welt aus, wird man die Lebensqualität in unserer Stadt (Parameter Umwelt) als gut bezeichnen. Das Thema Feinstaubbelastung sollte weiterhin, mit professioneller Distanz, von den zuständigen Gremien sachlich erörtert und einer tragbaren Lösung zugeführt werden. Deshalb äußerte sich der Verwaltungsrichter ja auch - wie ausführlich berichtet - sehr elastisch zum vorliegenden Sachverhalt. Das Ergebnis wird für München ganz bestimmt nicht darin bestehen, für Dieselfahrzeuge ein totales Fahrverbot zu erlassen.
Manfred Huber München

Großer Dank Herrn Prem für seine Richtigstellung des so stark aufgeblühten Irrsinns. Schön wäre es wirklich, den vorgeschlagenen Preis an Greenpeace bzw. die Öko-Lobbyisten vergeben zu können. Ob diese wohl jetzt von der Autoindustrie gekauft sind, damit sich jeder Dieselbesitzer ein neues Auto kaufen muss? Wie teuer werden unsere täglichen Waren und Arbeiten durch diesen Irrsinn? Welcher Sozialhilfeempfänger oder Geringverdiener kann das noch bezahlen, wenn jeder Kleinbetrieb und Handwerker sich ein neues Auto kaufen muss? Auch die Leserbriefe von Klauspeter Wacker und Gabriela Sluzalek zeigen gut die Problematik auf, wenngleich bei Letzterem eine Fehlmeldung steht: Ich fahre seit über 25 Jahren einen Diesel und habe stets eine höhere Steuer als für einen Benziner zahlen müssen – ein Aussetzen dieser Steuer gleich für ein paar Jahre hat es meines Wissens niemals gegeben. 

Andrea von Beaulieu Marconnay Petershausen

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