Leserbriefe

Differenzierung hilft

Lockdown im Februar; Söder warnt vor radikaler „Corona-RAF“; Titelseite 11. Januar

Die Äußerungen von Herrn Söder über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns über den 31. Januar hinaus zeugen von einer unglaublichen Planlosigkeit der Politik. Trotz der geltenden Regeln sinken die Zahlen nicht in dem Maße, wie gewünscht. Dann denkt man schon über eine Verlängerung von Maßnahmen nach, die offensichtlich nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Muss man da nicht mal über andere Wege nachdenken? Der Tübinger Oberbürgermeister Palmer stellt meines Erachtens die richtige Frage: Wir müssen darüber nachdenken, wie wir aus dem Lockdown wieder rauskommen? Man darf sich auch nicht wundern, dass die Zustimmung der Bevölkerung zu den Lockdown-Regelungen sinkt. Man kann die Menschen nur mitnehmen, wenn die Regelungen gut nachvollziehbar sind. Die Regeln sind aber nicht immer logisch: Blumenläden und Bekleidungsgeschäfte bleiben geschlossen – Discounter und Vollsortimenter verkaufen Blumen und Textilien. Reinigungen sind geöffnet – Friseure nicht (mein Friseur hatte ein hervorragendes Hygiene-Konzept). Warum dürfen Buchhandlungen nicht öffnen?

Man kann die Kritiker nicht alle in die Schublade der Querdenker stecken. Differenzierung hilft. Die meines Erachtens rhetorische Entgleisung „Corona-RAF“ hilft nicht. Ich kann die Eltern verstehen, die mit den Kindern an die frische Luft wollen. Homeschooling und keinerlei Sport in der Freizeit zehren an den Nerven. Die Entwicklung eines vernünftigen Schulkonzeptes ist im Sommer verpennt worden. Wir sind nicht mehr das Vorzeigeland, wie es unsere Politiker gerne hätten. Für einige Politiker gilt: Reden ist Silber, Schweigen ist (manchmal) Gold.

Elisabeth Krampe-Albath Gauting

Jeden Tag erhöhte Neuinfektionen und immer mehr Todesfälle. Schön langsam muss ich mich fragen: Was bringt der immer mehr eingeschränkte Lockdown“. Sollte es, wie von Frau Merkel schon prophezeit, den Lockdown bis Ostern geben, dann ist Deutschland ein Trümmerhaufen, und Insolvenzen vieler Unternehmer sind nicht mehr zu korrigieren. Wäre es nicht mal ein Versuch wert, den Lockdown zu lockern für circa acht bis zehn Tagen und dann zu sehen, ob die Neuinfektionen zunehmen oder vielleicht sogar sinken. Mit der Hoffnung, irgendwann wieder ein normales Leben führen zu können.

Josef „Bebs“ Michl Emmering

Seit November haben wir jetzt die Verbote. Keinen Feiern, kein Friseur, kein Einkauf von Kleidung und so weiter und so weiter. Es hat in Bezug auf die Ansteckung nichts, aber auch gar nichts gebracht. Meine Frage an die Merkel-Regierung und an die bayerische Landesregierung wäre: Wenn es seit vielen Wochen nichts bringt, was bringt dann ein längeres Schließen? Ich bin überzeugt davon, dass sich die Menschen in unserem Land das nicht mehr lange gefallen lassen werden.

Gabriela Sluzalek Penzberg

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