Leserbriefe

Drei Wünsche an die Fee

Laura Felbinger: Langsam wird’s haarig; München 23./24. Januar

Nach der verordneten Lockdown-Verlängerung bis 14. Februar ist mir im Traum eine Fee erschienen. Das Wunderwesen war total gestylt: Ihr blondes Haar war gelockt, ihre lackierten Finger mit den gepflegten Händen hielten einen flirrenden Zauberstab, mit ihrem rot geschminkten Mund versprach sie mir drei Wünsche, die in kurzer Zeit erfüllt würden.

Mit einem Schlag war ich hellwach: Nummer 1 war ein Termin bei meiner Fußpflegerin, die mich nach einer Nagel-OP füß-isch stets aufs Beste behandelt. Nach drei coronabedingten Verschiebeterminen nahm ich kürzlich selbst die spitze Schere und den Hornhauthobel in die Hand. Gott sei Dank, dass mein Pflastervorrat unerschöpflich ist und die Sandalenzeit noch in weiter Ferne liegt. Der zweite Wunsch kann nur die Liege meiner Kosmetikerin, vorgewärmt in einem nach Lavendel duftenden Behandlungsraum, sein. Die Meisterin der Cremen und Tuben nimmt sich meiner Knitterfalten an, reinigt die Poren, versenkt mich unter einer Maske und lässt mich bei Mozartmusik dahindösen. In Ermangelung dieser Sensibilität brachte mir das Ausquetschen eines Pickels vor meinem Badezimmerspiegel eine Mordsentzündung ein, das Zupfen der Augenbrauen endete in optischer Schieflage, so dass der dritte Wunsch keine Haarspalterei ist. Was in jedem Hundesalon nach Gerichtsurteil erlaubt ist, meine haargenaue Fachfrau muss geschlossen bleiben.

Wieder missglückte mein Selbstversuch daheim. Das Ponyschneiden wollte ich beim Gatten probieren, er lehnte dankend ab. Also habe ich im Ergebnis jetzt eine sehr hohe Stirn mit wenig kurzen Fransen, dafür glückte die Tönung, um den grauen Ansatz zu kaschieren. Die Kritiker könnten von interessanten Strähnen sprechen. Ein großer Teil der markanten roten Farbe verblieb einfach im weißen Waschbecken. Irgendwie bin ich richtig froh, dass ich die FFP-2-Maske noch fast vier Wochen lang tragen darf und dass ich Pudelmützen in allen Farben im Schrank habe.

Liebe Fee, sorge dafür, dass die Politiker ihre Kopfarbeit besser lösen!

Angela Rötschke

Garmisch-Partenkirchen

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