4 Leserbriefe

Stimmen zum E-Auto

Das brennende Elektro-Auto; Leserforum 6. November

Nun soll also das E-Auto bzw. dessen Verkauf gepuscht werden, weil es ja so umwelt- und klimafreundlich sein soll. Wenn man aber dem ADAC glauben darf, dann stimmt das überhaupt nicht. Er hat mit Wissenschaftlern zusammen festgestellt, dass das E-Auto bei unserem Strommix erst nach mehreren Jahren umweltfreundlicher ist als die jetzigen Autos, von den Umweltschäden und den Belastungen der Menschen bei der Produktion der Batterien Mal abgesehen. Aber das trifft uns ja nicht. Floriansprinzip lässt grüßen. Generell stelle ich immer die Frage, woher soll der Strom kommen? Einerseits werden wir ständig aufgerufen, stromsparende Geräte zu kaufen, andererseits wird, wenn die angedachte Zahl zugelassener E-Autos erreicht wird, ja Strom benötigt. Auf die Antwort warte ich noch.

Theodor Kreis

Germering

So etwas kann passieren, wenn man den gegebenen Autonomie-Level 2 mit dem geplanten Level 5 verwechselt! Aber man sollte sich nicht beschweren und auf Tesla losprügeln.

Hans Winkler

Seefeld



Die beiden Leserbriefschreiber Stephanie von Oelhafen und Bernhard Reisinger haben die Sache ja schon richtig beschrieben. Ein Autofahrer verursacht durch unverantwortliches Handeln (..deshalb wollte ich mir aus dem Handschuhfach ein Hustenguadl holen…Bückte mich rüber…) einen schweren Unfall. Anstatt sich hier an die eigene Nase zu fassen (meine Empfehlung: Führerschein abgeben!) hat er „von E-Autos die Nase gestrichen voll“. Was hat seine Dummheit mit E-Autos zu tun? Bitte etwas Eigenverantwortung übernehmen und nicht dem ach so bösen E-Auto die Schuld zuweisen. Die beiden Herren Heimo Kandler und Heinz Knopf springen voll auf das Elektro-Auto Bashing auf. Den von den beiden Herren geschriebenen Unsinn bzw. die Unwahrheiten kann man so nicht stehen lassen. Hr. Kandler moniert die Entsorgungskosten von 3000.-€ für das Löschwasser. Ja geht’s noch! Hat Hr. Kandler eine Ahnung, welche Kosten tagtäglich auf Deutschlands Straßen durch Unfälle entstehen? Wenn ich als Beispiel nur die vom Merkur berichteten Unfälle mit schweren Bränden heranziehe (28.10.2019: Auto rast in Friseursalon: Fahrer verbrennt in Wagen und 14.10.2019: Bis zu Unkenntlichkeit verbrannt-Horrorunfall auf der A3), aber das waren ja Unfälle mit Verbrennern (welch makabres Wortspiel), an solche Sachen hat man sich (leider) schon gewöhnt. Über die angeblichen Nachteile der Elektro-Autos lassen sich die beiden Herren (die vermutlich noch nie mit einem E-Auto gefahren sind) ausführlich aus. Einfach mal ausprobieren, ich kenne keinen E-Auto Fahrer der wieder zurück zur veralteten Technik will. Herr Knopf schreibt den Atomstrom für die Ladestationen würden wir in Form von Atomstrom importieren. Weis Hr. Knopf tatsächlich nicht, dass Deutschland alleine 2018 50 TWh Strom exportiert hat (Quelle: de.statistika.com), mit dieser Strommenge könnten 22 Mio. E-Autos mit einer Jahresleistung von 15000 km geladen werden. Im gleichen Beitrag verweist Hr. Knopf auf die Wasserstofftechnologie. Wo soll der Wasserstoff herkommen? Bei chemischer Gewinnung aus Methan ist CO2 mäßig gar nichts gewonnen, bei Herstellung durch Elektrolyse muss man mit 50% Umwandlungsverluste rechnen, d.h. man würde für den Verkehr im Vergleich zur Akkutechnik die 1,5-fache Strommenge benötigen.

Anton Bals

Walpertskirchen

An alle Freunde der Verbrennungsmotoren: Ist es nicht toll, dass wieder einmal ein Tesla in Flammen aufgegangen ist, damit ihr ein weiteres Argument bekommt, um ja kein E-Auto kaufen zu müssen? Mehr als eine halbe Seite in der Zeitung wird dafür verschwendet, dass ein verantwortungsloser Autofahrer die Schuld an den Fahrzeughersteller weiterzuleiten versucht. Tesla sagt eindeutig, dass das teilautonome Fahren nicht auf Landstraßen und in Ortschaften eingeschaltet werden soll, weiterhin erscheint im Display, dass die Hände am Lenkrad bleiben sollen. Beides hat dieser Fahrer ignoriert und gleichzeitig auch noch gegen deutsches Verkehrsrecht verstoßen, aber der Autohersteller soll hier die Schuld haben. Fazit des Fahrers „ Ich kaufe kein E-Auto mehr“ kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht sollte er einfach keines mehr mit teilautonomen Fahren kaufen. Hat jemand schon einmal die Konsequenz gezogen, kein Handy mehr zu kaufen oder zu benutzen, weil die Batterie in Flammen aufgegangen ist? Oder keinen Audi, BMW, Mercedes, Porsche oder ähnlich zu kaufen, weil diese bei Unfällen in Flammen aufgingen? Seid ihr schon einmal in einem E-Auto mit 120-130 km/h über die Autobahn gecruist und habt eure Lieblingsmusik im Radio gehört, lediglich gestört durch den Geräuschpegel der vorbeiröhrenden PS-starken Verbrennungsmotoren? Ist diesen Heizern eigentlich bewusst, dass sie auch nicht viel schneller am Ziel ankommen wie ein E-Fahrer? Nur das der CO2-Ausstoß durch Vollgas und Vollbremsung erheblich steigt? Wäre es nicht einfach hervorragend, wenn wir, wie unsere Nachbarländer, unsere Geschwindigkeit auf Autobahnen und Landstraßen reduzieren und somit zumindest die Staubildung durch Raser und den CO2-Ausstoß reduzieren könnten? Doch denken wir noch einen Schritt weiter. Verbrauchte Batteriesätze, die in E-Fahrzeugen nicht mehr verwendet werden, weil sie nicht mehr schnell ge- und entladen werden können, wären ideale Speicher für private Häuser, um den durch die Fotovoltaik-Anlage erzeugten Strom im Eigenbedarf nutzbar zu machen. Aber soweit denken wir nicht. Bei uns kommt der Strom immer noch aus der Steckdose. Dafür haben wir ja auch „saubere Kohlekraftwerke, gefahrlose Atomkraftwerke und stillgelegte, dreckige Gaskraftwerke“. Für den durch Windkraftanlagen im Norden von Deutschland erzeugten Strom bräuchten wir Stromtrassen in Richtung Süden, damit die Windräder den Strom den sie erzeugen könnten, auch loswerden. Hier handeln wir lieber nicht, denn eine Stromautobahn vor der Haustüre wäre tödlich. Doch halten wir weiter fest an den so sauberen Verbrennungsmotoren, verbrennen wir lediglich endliche Ressourcen, die sicher in Zukunft besser genutzt werden könnten. Schaut in den Merkur vom 6.11.2019 in den Weltspiegel. Hier steht, was mit dem Transport von Rohöl alles anrichtet wird, ganz zu schweigen, welche Gefahren durch die Ölförderung aus dem Meer entstehen. Wäre das nicht ein Grund FÜR E-Motoren? Mein Appell an alle Politiker: Macht bitte bessere Gesetze, auch wenn ihr damit den Freunden der Verbrennungsmotoren auf die Zehen steigt.

Anton Hollwich

Tutzing

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