Weitere Erhöhung der Stromrechnungen

Abgaben-Dschungel lichten; Leserforum 27. Oktober

Wenn in Neufarn kein Wind weht und keine Sonne scheint (was vor allem Nachts häufig der Fall sein soll) muß der Windstrom aus einer windigeren Gegend oder der Solarstrom aus einer sonnigeren Gegend geholt werden, und dafür braucht man eben einen Netzausbau. Und wenn auch das nicht reicht, muß man auf die Grundlast-Kraftwerke (Kohle und Kernenergie) zurückgreifen. Diese lassen sich aber nicht nach Belieben abschalten, und deswegen entstehen zu manchen Zeiten Überkapazitäten, die dann den niedrigen Marktpreis verursachen. Da dieser für die Grundlast-Kraftwerke nicht kostendeckend ist, müssen deren Eigner versuchen, die Differenz über die Verkaufspreise auszugleichen, während die Erneuerbaren ihre Garantiepreise kassieren, die dann eben über die EEG-Umlage hereingeholt werden, wie der MM erst am 17.10. ganz richtig erläutert hat. Netzausbau bedeutet im übrigen nicht nur neue Transportwege, sondern auch eine technische Ausstattung, die trotz Tausenden unzuverlässiger Kleinerzeuger eine stabile Stromversorgung gewährleistet. 

Herbert J. Uhl Baldham

Am 27. Oktober 2017 beträgt der Börsenstrompreis 3,045 Cent pro Kilowattstunde, nicht 2,7 Cent. Am 27. Oktober 2012 betrug er 3,957 Cent pro Kilowattstunde, nicht 6 Cent (www.eex.com/de/marktdaten, mehr). Die Betreiber von regenerativer Stromerzeugung (nur die!) beziehen die Differenz aus Börsenpreis und staatlich festgelegter Einspeisevergütung von den Netzagenturen. Diese Zahlungen sind nach EEG für 20 Jahre garantiert. Was beim Strompreis gespart werden könnte, muss an die Stromerzeuger also weitergegeben werden. Diese äußerst erfolgreiche Umgehung der sozialen Marktwirtschaft führt zu einem weiteren Ausbau der Energiewende und mit jedem neuen Windrad zwangsweise zu weiter steigenden Zahlungen an die Anlagenbetreiber und damit zu einer weiteren Erhöhung unserer Stromrechnungen. Die äußerst unsoziale Spirale aus Ausbau der Energiewende und steigenden Stromrechnungen, die auch von Kleinstrentnern zu bezahlen sind, kann nur durch die ersatzlose Streichung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gestoppt werden. Herr Mittermeier schreibt: diese Wirtschaftssubvention darf nicht weiter den privaten Stromkunden aufgebürdet werden, sondern muss aus dem Steuertopf finanziert werden. Wie wahr! 

Jürgen Griessing Baldham

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